Tarotkarten und Legesysteme – die sechs bekanntesten Varianten

tartokartenMit der Tarot Legung erhältst Du einen Blick in die Zukunft und verstehst auch die Gegenwart besser, denn die schematischen Kartensysteme des Tarots zeigen auf, wie die Vergangenheit zu Deiner jetzigen Situation geführt hat.

Die Liebe, Finanzen, Familie oder Beruf sind beim Kartenlegen beliebte Themen, aber Tarotkarten Legesysteme und Gesundheit gehören ebenfalls zusammen, wenn die Karten zum Einsatz kommen.

Tarotkarten Legesysteme gibt es viele, doch welche eignen sich für Deine Frage am besten? Reicht ein Tarot Ja Nein Legesystem, oder möchtest Du Tarot Legesysteme liebt er mich nutzen? Hier erfährst Du, welche Fragen Du bei welchen Legesystemen stellen kannst, wie die jeweilige Legung funktioniert und was Du dabei alles sehen kannst.

Die sechs bekanntesten Legesysteme sind:

  • Das keltische Kreuz
  • Das Liebesorakel
  • Der blinde Fleck
  • Der Weg
  • Das Fegefeuer
  • Das Entscheidungsspiel

1. Das keltische Kreuz

Das keltische Kreuz mit den zehn Karten gehört zu den bekanntesten Legesystemen im Tarot und kann auf verschiedene Arten gelegt werden. Vielfach werden bei den verschiedenen Varianten aber nur die Karten 5 und 6 sowie 3 und 4 vertauscht.

Mit dem keltischen Kreuz kannst Du Trends erkennen und entsprechende Vorkehrungen treffen. Dieses Legesystem vergleicht die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander und ermöglicht Dir, Zusammenhänge zu verstehen und neben Ängsten auch Hoffnungen auszumachen.

Während Du das keltische Kreuz prinzipiell alles fragen kannst, sind typische Fragen:

  • Welche Schritte muss ich unternehmen, um den Sprung in die Selbständigkeit zu schaffen?
  • Wie wird sich meine Beziehung entwickeln?
  • Wie komme ich aus der finanziellen Sackgasse wieder raus?

Vermeiden solltest Du konkrete Namen, Daten und Zahlen. Auch simple Ja / Nein-Fragen mag das keltische Kreuz nicht besonders, denn es aus den vielen Schichten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft lässt sich praktisch nicht einfach mit einem Ja oder Nein antworten.

Wie legt man ein keltisches Kreuz?

Um ein keltisches Kreuz legen zu können brauchst Du zehn Lenormandkarten, die Du aus dem ganzen und gemischten Kartenstapel verdeckt ziehst.

Nachdem Du spontan zehn Karten gezogen hast, legst Du die erste Karte in der mittigen Position, die zweite Karte direkt darauf, aber quer. Die dritte Karte positionierst Du oberhalb der ersten beiden Karten und die vierte direkt darunter. Die fünfte Karte gehört links neben die ersten beiden Karten, die sechste rechts neben diesen ersten zwei Karten.

Die siebte Karte legst Du auf der Position rechts unten neben dem eigentlichen Kreuz hin, die achte gleich darüber, die neunte wieder darüber und die zehnte zuoberst. Am Ende hast Du also ein Kreuz und daneben ein grosses I.

Und wie liest man das keltische Kreuz?

Deute zuerst die Karte auf der fünften Position und als zweites die Karte neun. Anschliessend fährst Du mit den ersten beiden Karten weiter, danach mit der dritten und vierten Karte. Erst im Anschluss folgen die sieben und acht, und zu guter Letzt noch die sechs und die zehn.

Karte 1 gibt Aufschluss über die derzeitige Situation, und die zweite (welche über der ersten liegt) über ein Ereignis oder Gefühl, das sowohl hinderlich als auch fördernd sein kann.

Die Karten Nr. 3 (wie Du über die Situation denkst) und 4 (welche unbewussten Gefühle und Einflüsse eine Rolle spielen) liefern zusätzliche Details zur ersten Antwort. Die fünfte Karte informiert über die jüngste Vergangenheit und die sechste über die nahe Zukunft.

Die siebte Karte symbolisiert Dich und Deine Einstellung zu einer bestimmten Situation. Die achte Karte steht für Dein Umfeld respektive die äusseren Einflüsse, die neunte repräsentiert Deine Erwartungen, Befürchtungen und Hoffnungen, und die zehnte Karte ermöglicht einen längerfristigen Ausblick. Sie zeigt, was die ferne Zukunft bringt. Sie gibt Aufschluss über den Ausgang Deines Vorhabens.

2. Das Liebesorakel

Beim Tarotkarten Legesystem Liebe kommen nur vier Karten zum Einsatz. Das Liebesorakel eignet sich daher schon eher für Anfänger als das keltische Kreuz, vor allem dann, wenn Du wissen willst, wie es um Deinen Partner besteht.

Du kannst also herausfinden, ob Dein Schwarm es ernst mit Dir meint oder ob er oder sie das Ganze eher locker sieht.

Typische Fragen sind:

  • Was hält sie / er von mir?
  • Wird sich unsere Beziehung gut entwickeln?
  • Was kann ich selber tun, um unsere Partnerschaft in die richtigen Bahnen zu lenken?
  • Liebt er / sie mich?

Wie legt man das Liebesorakel?

Die erste Karte gehört ganz nach links. Die zweite Karte platzierst Du rechts daneben, aber etwas weiter oben. Die dritte Karte positionierst Du ganz rechts, auf der gleichen Höhe wie die erste Karte. Die letzte Karte legst Du unterhalb der Karte Nr. 2, auf der gleichen vertikalen Linie.

Und wie liest man das Liebesorakel?

Die vier Karten deckst Du in chronologischer Reihenfolge von eins bis vier auf und deutest auch eine Karte nach der anderen.

Karte 1 sagt, um welches Thema es geht. Die zweite Karte gibt Aufschluss über das, worüber sich der Hilfesuchende Gedanken macht. Karte 3 verrät die Einstellung der anderen Person zum Fragesteller. Die vierte Tarotkarte sagt schliesslich, was das Liebesorakel empfiehlt.

3. Der blinde Fleck

Beim Legesystem des blinden Flecks geht es um die Frage, wie der Ratsuchende auf andere wirkt.

Typische Fragen sind:

  • Was denkt mein Partner über mich?
  • Wer bin ich wirklich?

Wie legt man den blinden Fleck?

Auch beim blinden Fleck brauchst Du bloss vier Karten. Bei diesem Legesystem legst Du die Karten in einem Quadrat. Die erste Karte positionierst Du oben links. Die zweite Karte gehört rechts unten hin. Die dritte Karte platzierst Du links unten und die vierte Karte schliesslich rechts oben.

Und wie liest man den blinden Fleck?

Karte 1 symbolisiert Deine Identität. Die zweite Karte repräsentiert Dein Verhalten und wie Du auf Dein Umfeld wirkst. Karte 3 steht ebenfalls für Dein Benehmen, dessen Du Dir auch bewusst bist, das Du aber nicht verändern möchtest. Karte 4 ist das Unbekannte in Dir drin.

4. Der Weg

Der Weg ist ein 7-Karte-Legesystem, das Dir aufzeigt, wie Du bestimmte Probleme angehen kannst. Ebenfalls bringt der Weg ans Licht, wie Du in Situationen bisher vorgegangen bist.

Typische Fragen sind:

  • Mit welcher Einstellung komme ich in meiner jetzigen Situation weiter?
  • Wie soll ich vorgehen?
  • Welche meiner Verhaltungsweisen hat zu diesem Problem geführt?

Wie legt man den Weg?

Nach dem Mischen legst Du die Karten in der Form eines spitzen Turms. Die erste Karte ist die Turmspitze zuoberst in der Mitte. Karte 2 legst Du leicht nach links versetzt unterhalb der ersten. Die dritte Karte positionierst Du direkt unter der zweiten. Karte 4 gehört unter die dritte. Karte 5 platzierst Du mit ein wenig Abstand rechts neben Karte 4. Die sechste Karte legst Du über der fünften. Und die letzte Karte legst Du schliesslich über der sechsten.

Und wie liest man den Weg?

Karte 1 steht für das Thema und wo der Schuh bei diesem Thema drückt. Karte 2 repräsentiert die Vergangenheit mit all Deinen Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen zu diesem Thema, das Dir die Karte 1 zeigt. Ausserdem symbolisiert diese Karte Dein Bewusstsein bezüglich Deiner Gedanken und Deinem Verhalten.

Wie die zweite Karte offenbart Karte 3 ebenfalls Wissenswertes über Deine Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen. Daneben zeigt sie aber auch die Beweggründe auf und Hintergründe, über welche Du Dir nicht bewusst warst. Auch Hoffnungen und Wünsche kommen zum Vorschein.

Karte 4 als Teil der linken Turmsäule steht ebenfalls für die Vergangenheit. Auch sie deutest Du ähnlich die Karten Nr. 2 und 3. Was aber die vierte Karte alleine aufzeigt ist Deine frühere Wirkungsweise auf Dein Umfeld.

Karte 5 deckt zusammen mit den Karten 6 und 7 auf, wie Du die Dinge in der Zukunft angehen und wie Du Dich verhalten solltest. Auch zeigt Dir Karte 5 schon jetzt, was Dein Umfeld künftig von Dir denken wird.

Karte 6 sagt Dir, wie Du mit dem Unbewussten umgehen sollst, das Karte 3 Dir verraten hat. Karte 7 zeigt Dir, über welche Verhaltensweisen und Gedanken Du Dir in Zukunft bewusst wirst.

5. Das Fegefeuer

Das Fegefeuer Legesystem besteht aus vier Karten. Es gibt Aufschluss über Themen, die aktuell gerade wichtig sind. Vielfach sind das Situationen, denen Du in Deinem Leben immer wieder begegnest. Das Fegefeuer ist somit eine Hilfe zur Bewältigung von Schwierigkeiten.

Typische Fragen sind:

  • Wohin führt meine Entwicklung?
  • Warum geht es mir zurzeit so schlecht?
  • Was will mir die Situation zeigen?

Wie legt man das Fegefeuer?

Positioniere die erste Karte unten in der Mitte. Die zweite Karte kommt gleich darüber. Karte 3 gehört rechts neben die zweite. Sie sollte zur ersten Karte den gleichen Abstand aufweisen wie zur zweiten. Karte 4 platzierst Du links neben der ersten und zweiten Karte auf der gleichen horizontalen Linie wie Karte 3.

Und wie liest man das Fegefeuer?

Die deckst Du von eins bis vier in chronologischer Reihenfolge auf und deutest sie auch in dieser Reihenfolge.

Karte 1 ist der zerschmelzende Turm und zeigt jenes Thema an, mit dem Du in Deinem Leben abschliessen solltest. Es ist veraltet. Die Karte 2 symbolisiert das Auge Gottes und deckt auf, was zu diesem Wandel in Deinem Leben geführt hat. Karte 3 ist das Schutzamulett und zeigt, mit welchen Mitteln Du durch diese schwierige Zeit kommst. Die Taube, Karte 4, sagt Dir, wo Du diese rettenden Mittel finden wirst.

7. Das Entscheidungsspiel

Für das Entscheidungsspiel brauchst Du sieben Karten. Es erleichtert Dir eine Entscheidung, wenn Du zwei mögliche Optionen hast, denn es zeigt für beide Varianten, wohin diese führen. Das Entscheidungsspiel bringt zum Ausdruck, dass eine Tendenz nicht heissen muss, dass dies der richtige Weg ist. Du hast immer mehrere Möglichkeiten.

Typische Fragen sind:

  • Mit was für Konsequenzen muss ich rechnen, wenn ich mich für Variante 1 oder 2 entscheide?
  • Welche Vor- und Nachteile haben die beiden Optionen?

Wie legt man das Entscheidungsspiel?

Nach dem Mischen der Karten ziehst Du sieben Tarotkarten aus Deinem Kartenstapel. Die erste Karte positionierst Du oben rechts und darunter die zweite. Karte 3 platzierst Du leicht nach unten versetzt links neben der ersten Karte. Karte 4 gehört leicht nach oben versetzt links neben der zweiten Karte.

Karte 5 platzierst Du neben der ersten Karte leicht nach oben versetzt. Die sechste Karte wiederum gehört leicht nach unten versetzt neben der zweiten Karte. Karte 7 positionierst Du am linken Ende neben den Karten 3 und 4.

Und wie liest man das Entscheidungsspiel?

Die Karte 7 ist der Signifikator. Die Position dieser Karte ist enorm wichtig, weil sie das derzeitige Problem repräsentiert. Zudem offenbart sie, wie schwer oder leicht es für den Ratsuchenden wird, eine Entscheidung fällen zu können.

Decke also zuerst Karte 7 auf und fahre dann mit den oberen Karten weiter, also Karte 3, dann Karte 1 und schliesslich die fünfte Karte. Erst danach liest und deutest Du die unteren Tarotkarten 4, 2 und 6 der Reihe nach.

Die Karten 3, 1 und 5 symbolisieren das «Was wäre wenn….» Sie zeigen in chronologischer Reihenfolge auf, was passieren wird, wenn sich der Fragende für X entscheidet.

Die Karten 4, 2 und 6 wiederum zeigen in chronologischer Reihenfolge, was geschehen wird, wenn sich der Ratsuchende gegen X entscheidet.

Welche Schlüsse lassen sich ziehen?

Solltest Du im Kartenlegen absoluter Anfänger sein, empfehlen wir Dir eine Einzelkarte zu ziehen. Tageskarten liefern sofort eine Antwort und erfordern keinerlei zusätzliche Deutungserfahrung. Ebenfalls für Neulinge geeignet ist das kleine Kreuz, bei dem Du mit vier Karten schnell einen Überblick erhältst. Es ist besonders dann hilfreich, wenn man sich schnell entscheiden muss. Zudem lässt sich dieses System gut an die Frage anpassen.

Komplexere Legesysteme mit mehreren Karten sind aufgrund der Bedeutung der Kartenpositionen dann schon besser für Fortgeschrittene und Profis geeignet.

So oder so ist das Wichtigste, sich bereits vor dem Mischen der Karten für ein Legesystem und eine passende Frage zu entscheiden. Simple Ja / Nein Fragen eignen sich nicht. Besser ist es, die Frage mit «wie» oder «was» zu stellen.