Versicherungsvermittler: das Beratungsgespräch vorbereiten

Sie kennen das sicher: ein abgesicherter Alltag inklusive einer vernünftigen Altersvorsorge gibt uns ein beruhigendes Gefühl. Andererseits möchten wir nicht in einer Flut von Versicherungsverträgen untergehen.

Doch wie sieht er aus, der goldene Mittelweg zwischen Über- und Unterversicherung?

Ein Gespräch mit Ihrem Versicherungsvermittler hilft hier weiter. Es gibt einige handfeste Punkte anhand derer Sie festmachen können, inwieweit Sie mit dem Versicherungsberater Ihrer Wahl eine erfolgreiche Zusammenarbeit aufbauen können.

Je genauer man den eigenen Bedarf kennt, umso effektiver wird das Versicherungsgespräch verlaufen. Am besten, Sie führen im Vorfeld eine genaue Bedarfsanalyse durch. Hierbei wird Ihnen die Checkliste vorhandener Versicherungsverträge nützlich sein.

Erstellen Sie sich so Ihre individuelle Checkliste mit den für Sie wichtigen Fragen:

  • Wie sieht mein vorhandenes Versicherungsportfolio aus?
  • welche Risiken möchte / muss ich abdecken?
  • wie viel Geld bin ich bereit auszugeben?
  • wie lange sollte die Vertragsdauer sein?

Zu Ihrer individuellen Lebenssituation:

  • Sind Sie noch Schüler, schon in der Ausbildung oder mitten im Berufsleben?
  • Haben Sie Familie und Kinder oder sind Sie ledig?
  • Sind Sie Hausbesitzer oder leben Sie in Miete?
  • Sind Sie Geschäftsinhaber, Freier Mitarbeiter oder Angestellter?

Profil

Erst anhand dieses Profils kann festgestellt werden, wo eventuelle Versorgungslücken bestehen. Mithilfe der heute gängigen Computerprogramme kann der Versicherungsberater auf Ihre Situation abgestimmte Vorschläge machen, wie die Versorgungslücke zu schließen ist.Nehmen Sie, im Zweifelsfalle, ruhig ihre Checklisten und Notizen mit in das Gespräch. So können Sie sichergehen, dass keine Ihrer Fragen untergeht und Ihr Anliegen intensiv besprochen wird.

Gehen Sie möglichst wach(sam) und ausgeruht in das Versicherungsgespräch. Je besser Sie sich vorbereitet haben, umso ruhiger werden Sie vor und zu Beginn des Gesprächs sein, umso weniger werden Sie den roten Faden verlieren :-)).

Für den potenziellen Versicherungsnehmer ist ein Versicherungsgespräch dann zufriedenstellend verlaufen, wenn alle Fragen beantwortet und sämtliche Unsicherheiten aus dem Weg geräumt worden sind. Aus seiner Sicht muss es nicht gleich bei oder nach dem ersten Gespräch zu einem Vertragsabschluss kommen.

Versicherungsverträge sind mitunter sehr umfangreich und viel zu wichtig, als dass man das Kleingedruckte ignorieren könnte. Lesen Sie sich alles noch einmal in Ruhe durch und sprechen Sie gegebenfalls mit Familienangehörigen oder Ihrem Partner darüber.

Jeder seriöse Versicherungsvertreter und -makler wird Verständnis dafür haben, wenn Sie wichtige Entscheidungen nicht so schnell vom Zaun brechen. Fühlen Sie sich jedoch von Ihrem Versicherungsvertreter unter Druck gesetzt, sollten Sie in Erwägung ziehen den Anbieter zu wechseln, denn Vertrauen kann so nur schlecht zustande kommen.

Eine solide Vertrauensbasis aber ist das Fundament des Verhältnisses zwischen Versicherungsvermittler und Versicherungsnehmer!

Nehmen Sie sich Zeit für die Vorbereitungen!

Identifizieren Sie sehr genau die Unsicherheiten, die Sie mittels einer Versicherung abbauen möchten. Formulieren Sie Ihr Anliegen so genau wie möglich schon bei der telefonischen Terminvereinbarung.

Beispiel:

besteht evtl. eine Versorgungslücke trotz gesetzlicher Pflegepflichtversicherung ?

  • zusätzliche Altersversorgung und Berufsunfähigkeitsabsicherung bei Erwerbsminderung,
  • Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit
  • Was wird, wenn die staatlich organisierte Rente und Pflegeversicherung nicht ausreicht, falls ich pflegebedürftig werde?
  • Bin ich nach der Gesetzesänderung (interne Verlinkung) immer noch ausreichend geschützt, falls ich berufsunfähig werde?
  • Existiert überhaupt eine Zusatzpflegeversicherung?
  • Wenn ja, weche Fälle und in welcher Höhe sichert diese Versicherung ganz exakt ab? Und welche Situationen sichert diese Versicherung nicht ab?
  • Wenn nicht, gibt es Möglichkeiten, diesen Fall abzusichern?

Legen Sie notwendige Unterlagen für das Versicherungsgespräch bereit

Auch hierbei kann Ihnen der Versicherungsberater schon am Telefon Unterstützung anbieten. Fragen Sie ihn auf jeden Fall, welche Unterlagen Sie für den Termin benötigen und achten Sie auf sein Verhalten:

  • Geht der Versicherungsvermittler auf Ihre Fragen und Wünsche ein?
  • Haben Sie das Gefühl, schon beim ersten telefonischen Kontakt hinsichtlich benötigter Unterlagen gut beraten worden zu sein?

Beispiel am Zusatz zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung oder der privaten “Riester-Rente”:

  • Es muss errechnet werden, wie hoch Ihr Einkommen wäre, wenn Sie heute berufsunfähig würden – ob die Höhe Ihrer Berufsunfähigkeits-Absicherung noch Ihrem aktuellen Lebensstandard entspricht.
  • Hierfür benötigen Sie alle Unterlagen, die für eine Rentenberechnung notwendig sind (Schule, Ausbildung, Kinder, Berufszeiten, Verdienst)
  • Verfügen Sie noch nicht über eine Auswertung der BfA ist es sinnvoll, alleine für diesen Teil der Beratung etwa eine dreiviertel Stunde einzuplanen.

Bereiten Sie sich nicht nur inhaltlich sondern auch mental auf das Versicherungsgespräch vor

Hierbei hilft vor allem Ihr roter Faden, der Sie auch davor schützt, zu weit von dem (von Ihnen gewünschten) Gesprächsinhalt abzudriften.

Es ist nicht notwendig, sofort während des Beratungstermins eine Unterschrift zu leisten. Nehmen Sie sich die Zeit, das Kleingedruckte in aller Ruhe und alleine zu lesen.

Erst, wenn Sie keine Rückfragen mehr haben, bzw. die erhaltenen Informationen Ihnen als Entscheidungsgrundlage ausreichen, sollten Sie unterschreiben.

Holen Sie sich vor dem Gespraech mit Ihrem Versicherungsvermittler Informationen ein.

Sinnvoll ist es, Ihre örtliche Verbraucherzentrale (Adressen von Verbraucherverbänden und -zentralen) aufzusuchen, um sich einen groben Überblick über eventuelle Versorgungslücken zu verschaffen.

  • Erkundigen Sie sich hier, welche Versicherungen aus der Sicht der Verbraucherzentralen wichtig sind

Bei der BMA finden Sie Unterlagen zu den Themen:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Krankenversicherungen
  • Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung
  • Sozialversicherung
  • Unfallversicherung
  • Gesetze und Vorschriften

Für einen tieferen Einstieg in die Materie hilft Ihnen das www.sozialgesetzbuch.de.

Umgang mit schon bestehenden Versicherungen

In der Beratungsphase stellt sich häufiger die Frage, ob Änderungen an schon bestehenden Versicherungsverträgen sinnvoll sind. Lassen Sie hier bitte äußerste Vorsicht walten. Eine Kündigung vorhandener Verträge wird von einem seriösen Berater bei Lebens- oder Rentenversicherungen nicht empfohlen! Wenn Änderungen anstehen, können diese Versicherungen beitragsfrei gestellt werden. Weitere Sachversicherungen können selbstverständlich bei besseren Angeboten gekündigt werden.

Beachten Sie folgende Eckpfeiler beim Angebotsvergleich der Versicherungen

1.) Legen Sie Ihre ganz konkreten, individuellen Anforderungen fest

2.) Nicht nur im Preis unterscheiden sich die Angebote – was nutzt der günstigste Beitrag, wenn die Leistungen am Ende nicht stimmen? Beachten Sie also immer das Kleingedruckte.

3.) Denken Sie schon beim Versicherungsabschluß an einen eventuellen Schadensfall. Haben Sie genug Vertrauen zu Ihrem favorisierten Versicherungsberater, dass er Sie im Schadensfall gut vertritt?

Versicherung Checkliste vorhandener Verträge

Versicherungsart:
Versicherungssumme:
Wer/Was ist versichert?
Personen:____________________________________ Versicherte Sache:
Beginn und Ablauf der Versicherung
Beginn:Ablauf:
Kündigungstermin:
monatlicher Beitrag:
sonstiges
sonstiges
sonstiges
Versicherungsschein-Nr:
Nr.
Versicherungsgesellschaft: Anschrift:
____________________________________ ____________________________________ Tel.________________________________ Fax:________________________________