Krankenkasse wechseln: gesetzlich, privat, Rückkehr

Was Sie beim gesetzlichen Krankenkassenwechsel beachten sollten

Seit dem 1. Januar 1996 können Pflichtversichterte selbst entscheiden welcher gesetzlichen Krankenkasse sie beitreten möchten. Für Versicherungsnehmer der gesetzlichen Krankenkassen ist der Krankenkassenwechsel nur zu einem Termin pro Jahr, dem 1. Januar, möglich. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate, d.h. bis spätestens 30. September muss die Kündigung bei der bisherigen Krankenkasse eingereicht werden. Die schriftliche Kündigung sollte auf jeden Fall per Einschreiben geschickt werden. Der Versicherungsnehmer muss sich zum Zeitpunkt der Kündigung noch nicht für eine neue Krankenkasse entschieden haben. Dazu hat er Zeit bis zum Jahresende. Kann er sich für keine neue Krankenkasse entscheiden, bekommt seine alte Krankenkasse keine Mitgliedsbescheinigung und er verbleibt automatisch bei der bisherigen Krankenkasse (§ 175, Abs. 4, SGB V). Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man auch den Arbeitgeber über den Plan die Krankenkasse zu wechseln informieren, sowie den Mitgliedschaftsantrag der neuen Krankenkasse aufbewahren. Falls man der neuen Krankenversicherung doch nicht beitritt, sollte man seine „alte“ Krankenkasse wissen lassen, dass man dort versichert bleibt. Bei einem Wechsel muss der Versicherungsnehmer keinen Nachweis über seinen Gesundheitszustand zu erbringen. Befindet er sich im einem Arbeitsverhältnis, ist jede gesetzliche Krankenkasse verpflichtet ihn aufzunehmen. Ausnahmen von der Jahreswechselfrist liegen vor bei Berufseinstieg, Arbeitgeberwechsel, Wechsel in die Arbeitslosigkeit und Übergang in den Ruhestand. Außerdem kann der Versicherungsnehmer bei Beitragssatzerhöhung binnen einen Monats zum Ende des folgenden Monats kündigen. Kündigungsfrist und Bindungswirkung Sowohl Pflichtversicherte als auch freiwillige Mitglieder können grundsätzlich jederzeit ihre Krankenkasse wechseln. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende, gerechnet von dem Monat, in dem die Kündigung erklärt wird. Nach einem Wechsel sind alle Versicherten für 18 Monate an die neu gewählte Kasse gebunden.

Wer kann von der gesetzlichen Krankenkasse zur privaten Krankenversicherung wechseln?

In Deutschland ist man als Arbeitnehmer verpflichtet, einer „gesetzlichen Krankenkasse“ beizutreten. Ausgenommen von dieser Bestimmung sind Arbeitnehmer mit einem Jahresbruttoeinkommen ab 53.550 € (Beitragsbemessungsgrenze für das Jahr 2014). Weitere Ausnahmen sind Beamte und Selbstständige, diese können sich entweder privat versichern, oder, auf freiwilliger Basis bei gesetzlichen Krankenkassen versichern lassen. Ist letzteres der Fall richten sich ihre Beiträge nach ihrem Einkommen.

Wie geht ein Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung, die sogenannte Rückkehr in die GKV / gesetzliche Krankenkasse?

Die Rückkehr von einer privaten Krankenkasse zurück in eine gesetzliche Krankenkasse (GKV) ist nur in Ausnahmefällen möglich.
Wenn Sie über 55 Jahre alt sind, können Sie nur die Krankenkasse wechseln, wenn Sie in den letzten fünf Jahren mindestens einen Tag in einer gesetzlichen Kasse versichert waren.

Als Angestellter zurück in die GKV

Ihr Bruttoeinkommen muss unter die Versicherungspflichtgrenze oder auch Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) von 53.550 Euro (Stand 2014) fallen, dann sind Sie automatisch versicherungspflichtig in einer gesetzlichen Krankenkasse.

Sie schaffen das relativ leicht, indem Sie entweder Ihr Gehalt durch Teilzeitarbeit reduzieren oder so viel Geld in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen, dass die Versicherungspflicht eintritt. Ein Problem, was hierbei entstehen kann, ist, dass Sie ggf. kein Recht auf eine Rückkehr in Vollzeit haben, sofern Sie dieses nicht vertraglich regeln. Eine temporäre vertragliche Teilzeitregelung birgt aber die Gefahr, dass Sie die gesetzliche Krankenkasse nicht versichern will.

Sie haben als Angestellter das Recht, bis zu 2.856 Euro im Jahr in eine betriebliche Altersvorsorge einzuzahlen. Dies nennt man Entgeltumwandlung. Falls Ihr Bruttoeinkommen also kleiner als 56.405 Euro ist, ist dies eine sehr elegante Möglichkeit, wieder versicherungspflichtig zu werden.

Wenn Ihr Gehalt wieder steigen sollte, dürfen Sie in der GKV bleiben. Sie können sich dann dort freiwillig versichern.

Als Selbständiger von der privaten zurück in die gesetzliche Krankenkasse

Ihr Hauptberuf muss als Angestellter stattfinden. Auch hier müssen Sie weniger als 53.550 Euro (Stand 2014) jährlich verdienen. Wenn Sie verheiratet sind, können Sie auch Ihre selbständige Arbeit einstellen und sich in der Familienversicherung Ihres Gatten / Ihrer Gattin versichern lassen.

Zur allerletzt könnten Sie sich auch arbeitslos melden oder im Ausland versicherungspflichtig werden.

Wenn Sie wirklich eine Rückkehr von der PKV in die GKV planen und Ihr Problem hptsl. ein finanzielles ist, überprüfen Sie bitte vorher, ob Ihnen ggf. mit einem Wechsel in einen anderen, günstigeren Tarif geholfen ist. Hierzu gibt Ihnen Ihre PKV sehr gerne Auskunft.

Was sind die gesetzlich festgelegten Leistungen der GKV?

Die von Gesetz vorgegebenen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen gewährleisten die medizinische Grundversorgung der Versicherten. Eine Aufstellung dieser Leistungen finden Sie auf der Site des Bundesgesundheitsministeriums ( www.bmgs.bund.de). Grundlage für die Leistung durch die GKV ist immer die einfache und zweckmäßige Lösung. Das bedeutet zum Beispiel für Brillenträger, dass sie Brillengläser in der jeweils einfachsten Version erstattet bekommen (keine Entspiegelung, Kunststoffgläser, etc), wenn sich ihre Sehkraft um mindestens 0,5 Dioptrien verschlechtert hat. Für Gestelle gibt es keine Zuzahlung mehr. Bei physikalisch-therapeutischen Verordnungen wie beispielsweise Massagen, Bädern, Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie müssen Versicherte, ab 18 Jahren, 15 % der Kosten selbst tragen. Bei zahnärztlicher Behandlung umfassen die zahnmedizinischen Leistungen die Behandlung der Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten sowie die Vorsorge und den Zahnersatz. 50 % bis maximal 65 % des notwendigen Zahnersatzes werden erstattet. Frauen ab 20 und Männer ab 45 Jahren können sich einmal jährlich zur Früherkennung von Krebserkrankungen untersuchen lassen. Für eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung zahlt die Krankenkasse ab dem 35. Lebensjahr des Versicherten alle zwei Jahre. Säuglinge und Kleinkinder werden im Rahmen des Früherkennungsprogramm, in der Zeit von der Geburt bis zum 6. Lebensjahr, neun mal zu festgelegten Zeitpunkten ärztlich untersucht. Eine weitere Untersuchung erfolgt zu Beginn der Pubertät. Seit dem 01.01.99 ist das Psychotherapeutengesetz in Kraft: die Kosten für Psychotherapie bei allen zugelassenen Therapeuten, werden im Rahmen des Wirtschaftlichkeitsgebotes erstattet.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den gesetzlichen Krankenkassen?

96 Prozent des Leistungsspektrums der gesetzliche Krankenkassen sind ohnehin von der Gesetzgebung vorgeschrieben. Wichtigstes Entscheidungskriterium bei der Wahl der Krankenkasse ist deshalb die Höhe der Mitgliedsbeiträge. Die Beitragshöhe für die gesetzliche Krankenversicherung richtet sich nach dem Bruttomonatseinkommen des Arbeitnehmers. Der Arbeitgeber trägt die Hälfte des Beitrags. Derzeit werden je nach Kasse zwischen 11,2 % und 14,9 % des beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts verlangt. Eine Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit gibt es in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht.

Worin besteht der Unterschied bei den restlichen vier Prozent der Krankenkassenleistungen?

Die verbleibenden, nicht von der Gesetzgebung bestimmten vier Prozent des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen sind von Kasse zu Kasse unterschiedlich gestaltet. Bevor Sie sich für eine gesetzliche Krankenversicherung entscheiden, sollten Sie deshalb abwägen welche Leistungen für Sie wichtig sind und ob diese von der Krankenkasse abgedeckt werden. Hier einige Leistungen, deren Erstattung von Kasse zu Kasse unterschiedlich ist:

  • Ernährungsberatung
  • Rückenschule
  • Gymnastik
  • Rheumakurse
  • Chirotherapie
  • hydrotherapeutische Maßnahmen
  • Die Bedingungen, unter denen eine Haushaltshilfe gewährt wird, sind unterschiedlich

* Schutzimpfungen bei nicht beruflich bedingten Auslandsaufenthalten

Werden die Kosten für natürliche Heilmethoden erstattet?

Gesetzliche Krankenkassen dürfen die Kosten für die Leistungen von Heilpraktikern nicht übernehmen. Wer sich regelmäßig von einem Heilpraktiker behandeln lassen möchte, sollte eine private Zusatz-Krankenversicherung abschliessen. Für viele Versicherungsnehmer stehen die natürlichen, bzw. alternativen Heilmethoden im Vordergrund. Die „grossen“ Krankenkassen bieten zwar an, dass natürliche Heilmethoden in Anspruch genommen werden können, doch es muss vor der jeweiligen Behandlung geklärt werden, ob die Kosten (teilweise) von der Kasse übernommen werden. Das bedeutet der Versicherungsnehmer hat, wenn er der Krankenkasse beitritt, in der Regel keine Garantie, dass das von ihm erwünschte Heilverfahren auch bezahlt wird. Nur sehr wenige Krankenkassen haben besondere Therapierichtungen und seriöse Naturheilverfahren in ihren Leistungskatalog als Satzungsleistungen aufgenommen. Eine von ihnen ist die Securvita BKK. Den Leistungskatalog mit Naturheilverfahren, Kriterien für die Bewertung der Therapieeinrichtungen, sowie die Erstattungssätze bei Naturheilverfahren finden Sie hier: www.securvita-bkk.de Auch die IKK Hamburg führt derzeit eine Initiative für alternative Medizin durch, in deren Rahmen die Kostenübernahme bei ausgewählten Naturheilverfahren gewährleistet werden soll. Weitere Informationen zu diesem Modellprojekt finden Sie hier: www.ikk-hamburg.de