Fernsehen in HD-Qualität – was wird benötigt?


223 Minuten – so viel Zeit hat jeder Deutsche im Jahr 2015 jeden Tag vor dem Fernseher verbracht. Damit zappen wir täglich über 3,5 Stunden durch die Fernsehprogramme. Die Studie der agf (Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung) belegt aber auch, dass sich der Fernsehkonsum seit fünf Jahren kaum verändert hat. Seit 2010 liegt der Umfang des täglichen Fernsehkonsums zwischen 221 bis 225 Minuten. Und in den letzten Jahren hat man als Zuschauer miterleben dürfen, wie sich das Fernsehen verändert hat.

Die Rede ist hier nicht primär vom Fernsehprogramm. Begriffe wie:

  • HDTV
  • IPTV
  • HDMI oder
  • Smart-TV

begegnen uns im Alltag immer häufiger. Einige der Begriff sind schon seit längerer Zeit bekannt, andere hingegen Neuland. Speziell mit der zunehmenden Verbreitung des digitalen Fernsehens haben sich Verbraucher umgewöhnen müssen. Beispiel HDTV: Die Abkürzung steht für High Definition Television und beschreibt die Auflösung des Fernsehbilds. Eine Schwierigkeit besteht darin, das HDTV nur einen Sammelbegriff darstellt. In der Praxis kann die Bezeichnung für eine Auflösung von 1280 × 720 Pixel bzw. 1920 × 1080 Pixel zutreffend sein.

Die Fernsehgeräte von heute sind den Sendern lange Zeit voraus gewesen. Doch nun können Nutzer auch in den Genuss hochauflösender Fernsehbilder kommen - doch leider steht nicht jedem der Zugang offen!

Die Fernsehgeräte von heute sind den Sendern lange Zeit voraus gewesen. Doch nun können Nutzer auch in den Genuss hochauflösender Fernsehbilder kommen – doch leider steht nicht jedem der Zugang offen!

Lassen sich alle Fernsehsender in HD-Qualität ansehen?

Prinzipiell muss ein Haushalt – um das Fernsehprogramm in HD genießen zu können – zwei wesentlichen Kriterien erfüllen. Auf der einen Seite muss das TV-Gerät für die Wiedergabe entsprechend ausgerüstet sein. Viele der modernen Fernseher unterstützen die HD-Formate ab Werk. Sehr neue Geräte gehen sogar noch weiter und erlauben das ultrascharfe Fernsehvergnügen.

Der zweite Punkt ist wesentlich schwieriger zu erfüllen. Damit HD dargestellt werden kann, muss der Fernseher ein entsprechendes Signal empfangen. Hierzu muss eine Sendung entweder in HD aufgezeichnet werden oder das Bildmaterial wird auf den HD-Standard hochgerechnet. Gerade zu Beginn war die Senderauswahl eher überschaubar. Mittlerweile bieten allerdings viele Sender den Empfang auch in HD an.

Dies gilt beispielsweise für die öffentlich rechtlichen Fernsehsender. Letztere sind durch den Rundfunkstaatsvertrag sogar zur kostenlosen Ausstrahlung des Programms verpflichtet. Bei jenen Sendern, die privat geführt werden, sieht die Situation anders aus. Letztere sind zwar in HD verfügbar. Aber: Nicht jeder Fernsehbesitzer kann die Kanäle tatsächlich nutzen. Unter dem Stichwort HD+ wird deren Angebot verschlüsselt ausgestrahlt. Nur wenn beim Empfänger eine entsprechende Empfangstechnologie (HD+-Receiver oder ein HD+-Modul) vorhanden ist, wird der Sendeinhalt angezeigt. Je nach Anbieter können die Preise dafür differieren. Aktuell hat Preis24.de beispielsweise ein sehr interessantes Angebot im Bereich HD+.

Welches Equipment wird für HDTV benötigt?

Grundsätzlich setzt der Empfang von HDTV gewisse Anforderungen hinsichtlich der Hardware voraus. Nutzer, die mit ihrem TV-Gerät auf HD-Kanäle zugreifen wollen, müssen:


  • einen HD-fähigen Fernseher
  • einen HD-Empfangskanal
  • eventuell einen Receiver

ihr Eigen nennen. Die wahrscheinlich am einfachsten zu nehmende Hürde ist der Fernseher. Günstige Geräte mit Auflösungen von etwa 32 Zoll sind heute bereits für Preise ab 200 Euro zu haben. Wer:

  • hohe Bilddiagonalen
  • USB-Anschlüsse
  • Smart-TV

mit ins Boot holt, muss schnell 500 Euro und mehr auf den Tisch legen. Das Gerät sollte übrigens ein CI-Modul aufnehmen können (über den DVB-Empfänger).

Bei den Empfangswegen können Haushalte heute auf Sat-Empfang, Kabelfernsehen und IPTV zurückgreifen. Prinzipiell ist für jeden der drei Wege zusätzliche Hardware nötig. Beim Satelliten-TV kommt man ohne Schüssel und HD-Receiver leider nicht weit.

Im Hinblick auf den Empfang über Kabelfernsehen kommt es auf den Netzbetreiber an. Allerdings ist auch hier ein Receiver bzw. das CI-Modul notwendig. Für die Variante HD über IPTV ist eines unbedingt erforderlich – ein entsprechend schneller Internetanschluss. Die Provider arbeiten heute mit unterschiedlichen Bandbreiten, unter 10 – 15 Mbit/s sollte der Anschluss aber nicht liegen. Eine zweite Voraussetzung ist der Receiver (oft auch als Set-Top-Box bezeichnet).

Die Receiver beim Kabelempfang bzw. IPTV werden durch die Unternehmen meist leihweise zur Verfügung gestellt. Ein Kauf kostet meist mehrere hundert Euro. Hinzu kommen die Ausgaben für das HDTV-Abo.

Fazit: Scharfes Fernsehen in HD gibt´s nicht umsonst

HD ist für viele Fernsehzuschauer inzwischen ein bekannter Begriff. Vor einigen Jahren sah die Situation noch anders aus. Wer heute mit besonderer Schärfe sein Lieblingsprogramm genießen will, muss allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen. Teuer sind hier auf lange Sicht weniger die Fernsehgeräte. Gerade die privaten Sender strahlen ihr HD-Angebot verschlüsselt aus. Um mit dabei sein zu können, muss man den entsprechenden Service buchen. Auch wenn man sich für den Empfang via Kabel oder IPTV entscheidet – um zusätzliche Kosten lässt sich kaum ein Bogen machen. Zumindest gilt dies dann, wenn man mit dem HD-Angebot der öffentlichen Sender nicht zufrieden ist. Ultrascharfes Fernsehen – als UHD oder 4KTV – ist allerdings noch Zukunftsmusik. Die TV-Geräte sind laut Computerbild sehr teuer und Sender strahlen noch nicht in diesem Format aus. In den nächsten Jahren dürfte sich jedoch noch einiges ändern.

Abbildung 1: @ ClkerFreeVectorImages (CC0-Lizenz)/ pixabay.com