Vorsorgevollmacht: Vorteile und Checkliste

Haben Sie sich schon mal überlegt, was mit Ihnen, oder Ihrem Betrieb passiert, wenn Ihnen etwas passiert ? Wer soll Ihre Geschäfte weiterführen, Ihre vermögensrechtlichen Angelegenheiten besorgen?

Nach dem seit 1992 geltenden Betreuungsrecht wird durch das Vormundschaftsgericht ein Betreuer bestellt, wenn jemand körperlich oder psychisch krank oder behindert ist, und infolgedessen seine eigenen Angelegenheiten nicht mehr selbst besorgen kann. Dies kann natürlich auch zeitlich beschränkt der Fall sein, wenn Sie nach einem Unfall o.ä. kurzfristig nicht dazu in der Lage sind.

Vorteile einer Vorsorgevollmacht

Um einen staatlichen Eingriff zu verhindern, können Sie eine private Vorsorgevollmacht erteilen. Dies hat mehrere Vorteile:

  • Familiäre und Wirtschaftliche Erwägungen sprechen für eine private Lösung des Betreuungsproblems.
  • Sie können eine Person Ihres Vertrauens auswählen.
  • Der Bevollmächtigte ist Ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig und nicht dem Vormundschaftsgericht
  • Sie setzen die Höhe der Vergütung für den Bevollmächtigten fest.
  • Sie bestimmen, in welchem Umfang die Vollmacht gelten soll, welche Kriterien zu beachten sind, welches Ziel die Betreuung haben soll.
  • Das Vormundschaftsgericht wird nicht tätig, wenn Sie aufgrund einer privaten Vollmacht einen Betreuer bestellt haben.

Sie gehen bei der Erteilung einer solchen Vorsorgevollmacht kein Risiko ein, denn die Vollmacht ist jederzeit und willkürlich widerrufbar oder änderbar. Sie kann eingeschränkt oder erweitert werden.

Eine bestimmte Form (schriftlich, mündlich, notariell beurkundet etc.) für die Erteilung ist nicht vorgeschrieben. Damit die Vollmacht von Banken und Behörden auch tatsächlich akzeptiert wird, ist es jedoch ratsam, die Vollmacht von einem Notar beurkunden zu lassen.

Checkliste zur Vorsorgevollmacht:

Wer erteilt die Vollmacht?
Die Vollmacht muss eindeutig erkennen lassen, wer sie erteilt. Deshalb ist die Angabe Ihres Namens, Geburtsdatum, Geburtsort und jetziger Wohnort notwendig.

Wen bevollmächtigen Sie?
Geben Sie die Person Ihres Vertrauens an, den Bevollmächtigten. Sollte der Bevollmächtigte zum fraglichen Zeitpunkt aus welchem Grund auch immer verhindert sein, ist es ratsam, hilfsweise eine zweite Person zu benennen.

Wozu wird bevollmächtigt?
Zum Inhalt der Vorsorgevollmacht gehört natürlich auch die Bestimmung, wozu der Bevollmächtigte ermächtigt wird. Zum Beispiel, Sie in allen vermögensrechtlichen Angelegenheiten zu vertreten, oder auch nur in Teilbereichen. Eine zu sehr eingeschränkte Vollmacht birgt jedoch die Gefahr, daß der Bevollmächtigte im Zweifel nicht handlungsfähig ist.

Erhält der Bevollmächtigte eine Vergütung?
Welche Kosten erstatten Sie dem Bevollmächtigten für seinen Aufwand und erhält er darüber hinaus eine Vergütung? Damit hierüber für alle Beteiligten Klarheit herrscht, sollten Sie dies im voraus festhalten und ggf. mit dem Bevollmächtigten abstimmen.

Wann sollten Sie die Bevollmächtigung ausstellen?
Prinzipiell baldmöglichst – Sie gehen damit keinerlei Risiko ein, denn wie bereits oben erwähnt, können Sie die Vollmacht jederzeit widerrufen. ?

Welche Form muß diese Vollmacht haben?
Prinzipiell ist keine Form für die Vollmacht vorgeschrieben. Wie bei allen weitreichenden Verfügungen und Vereinbarungen vermeidet die Schriftform spätere Konflikte und Unklarheiten. Damit die Vollmacht auch Bestand hat, ist es ratsam, die Vollmacht von einem Notar beurkunden zu lassen.

Wo sollte die Vollmacht lagern?
Die Vollmacht kann überall deponiert werden. Sinnvoll ist die Lagerung bei einer neutralen, vertrauenswürdigen Stelle (Notar, Steuerberater etc.)

Wie kann die Vollmacht vor Missbrauch geschützt werden?
Dies sichert zum einen eine klare und schriftliche Vereinbarung, zum anderen sollte die Vollmachtsurkunde nicht direkt dem Bevollmächtigten ausgehändigt, sondern bei einer vertrauenswürdigen Stelle hinterlegt werden. Zugleich weisen Sie diese Stelle an, die Vollmacht erst dann zu übergeben, wenn diese Person von dem Betreuungsbedarf überzeugt ist.