Autoversicherung: Prozente übernehmen

Großvater wird das Autofahren zu beschwerlich –- er will seinen Führerschein abgeben. Was geschieht mit seiner über die Jahre erworbenen Schadenfreiheitsklasse?

Schadenfreiheitsklasse – der Lohn für unfallfreies Fahren

Jahr für Jahr senkt die Kfz-Versicherung den Prozentsatz, den ein Versicherter für seine Versicherung bezahlen muss – vorausgesetzt, er hatte in dem jeweiligen Versicherungsjahr keinen Unfall, den die Versicherung regulieren, also bezahlen musste. Jedes Jahr entspricht dabei einer Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse), die höchste ist SF-Klasse 25: 25 Jahre ununterbrochenes unfallfreies Fahren bedeutet den größtmöglichen Rabatt, danach gibt es keine weitere Rabattierung, nur noch die Möglichkeit, einmal einen Unfall durch die Versicherung regulieren zu lassen, ohne dass die SF-Klasse herabgestuft wird. Die erworbene SF-Klasse kann der Großvater einem Verwandten übertragen, beispielsweise seiner Enkelin.

Grundsätzliches zur Übernahme der Prozente

Wie die erworbenen Prozente aus einer Schadenfreiheitsklasse übertragen werden, handhaben die verschiedenen Versicherer sehr unterschiedlich. Eine allgemeingültige Antwort kann nur sehr unvollständig ausfallen – bitte informieren Sie sich also bei der jeweiligen Versicherung, bei der das Vertragsverhältnis besteht, wie die Übertragung dort geregelt wird.

Schadenfreiheitsklassen können beispielsweise innerhalb eines engen Beziehungsverhältnisses übertragen werden: einer Verwandtschaftsbeziehung oder einer Lebenspartnerschaft. Beim eingangs erwähnten Beispiel würden also die Prozente auf die Enkelin übergehen – mit einer wesentlichen Einschränkung, die bei den meisten Versicherern gleichermaßen besteht: Die Enkelin kann maximal in jene SF-Klasse eingestuft werden, die sie auf Grund der Dauer ihres Führerscheins hat. Wer seinen Führerschein erst drei Jahre besitzt, kann nicht in SF-Klasse 10 einsteigen!

Einbahnstraße – Übernahme der Prozente nur einmal möglich

Die Übertragung kann in manchen Fällen nicht mehr rückgängig gemacht werden. Das bedeutet: Sollte sich Großvater eines Tages doch wieder ans Steuer eines eigenen Autos setzen wollen, so beginnt er aus Sicht der Versicherung als Fahranfänger – seine alte SF-Klasse besitzt nämlich jetzt das Enkelkind, zumindest besitzt sie den Anteil, den sie sich theoretisch hätte selbst erfahren können.

Für den Fall, dass Großvater gestorben ist, kann man nur innerhalb eines Jahres nach seinem Tod in den Vertrag einsteigen: Der Sohn, die Tochter, die Enkelkinder können also seinen Vertrag übernehmen unter der Bedingung, dass die restlichen Erben mit dieser Übernahme einverstanden sind. Das Einverständnis muss schriftlich dokumentiert werden.