Gehaltsverhandlung: Tipps & Argumente

Fühlen Sie sich unsicher darüber, was Sie tun und was Sie besser lassen sollten, wenn Sie in einer Gehaltsverhandlung sind? Dann lesen Sie unsere Tipps für die Verhandlung um mehr Geld.

Was ist günstig in einem Gehaltsgespräch und was nicht? Wir zeigen Ihnen Argumente für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung.

Es gibt bestimmte geistige Einstellungen und konkrete Verhaltensweisen, die uns dabei helfen können, unserem Wunsch nach mehr Gehalt Nachdruck zu verleihen.

Do’s – so sollten Sie vorgehen

Seien Sie sich darüber bewusst, dass Sie kein Bittsteller sind

Machen Sie sich klar, dass es hier nicht darum geht, dass Ihr Chef Almosen verteilen soll. Sie haben etwas zu bieten und dafür haben Sie auch einen angemessenen Gegenwert verdient. Es geht bei einem Gehaltsgespräch um das Aushandeln von Leistung gegen Leistung. Gehen Sie selbstbewusst, aber nicht arrogant in die Gehaltsverhandlung. Wenn Sie auf gute Leistungen zurückblicken können, steht Ihnen ein gutes Gehalt zu und Sie müssen sich nicht klein machen oder so fühlen. Sie sind für Ihr Unternehmen ein wertvoller Faktor und das sollte auch Ihr Chef würdigen.

Präsentieren Sie Ihre Leistungen sachlich

Bleiben Sie – unabhängig davon, wie das Gespräch verläuft – immer ruhig und sachlich. Sie sollten weder Ihre Leistungen noch Ihre Wünsche emotional vortragen, sondern informativ, selbstbewußt und sachlich.

Nutzen Sie Fakten und Zahlen als Argumente

Ihre Argumente für ein höheres Gehalt sollten immer stichhaltig und nachvollziehbar sein und nicht intuitiv oder „aus dem Bauch heraus“. Wenn Sie Ihre Forderungen mit Zahlen und Fakten, die mit dem Erfolg des Unternehmens verbunden sind, untermauern können, haben Sie gute Karten. Sehr günstig ist es auch, wenn Sie Ihre persönliche Beteiligung an Unternehmenserfolgen darstellen können.

Win-Win-Lösungen anstreben

Idealerweise ist eine Gehaltserhöhung eine Sache von der beide – Sie und Ihr Vorgesetzter – profitieren. Deshalb sollten Sie Ihre Forderung genau als eine solche Win-Win-Lösung präsentieren. Sie sollten möglichst immer folgende Frage beantworten können:

Wieso sollte die Firmenleitung ein Interesse daran haben, Ihnen ein höheres Gehalt zu zahlen?

Wenn Ihre Vorgesetzten erkennen, daß eine Gehaltserhöhung in Zukunft auch für das Unternehmen zu klaren Vorteilen führt, dann wird es ihnen sehr viel leichter fallen, Ihrer Forderung nachzukommen.

Nur Forderungen stellen, die Ihr Chef auch erfüllen kann

Verlangen Sie nichts Unmögliches. Wenn Ihre Forderungen vollkommen übersteigert sind, katapultieren Sie sich von vornherein ins Aus. Seien Sie realistisch. Verlangen Sie eine für Ihre Leistungen angemessene Erhöhung des Gehaltes. Achten Sie auch darauf, bei Ihren Forderungen möglichst keine ungeschriebenen Gesetzte im Unternehmen zu verletzten, da Sie so vielleicht ein kategorisches Nein provozieren. Wenn Sie das aber für nötig halten, müssen Sie sich argumentativ besonders gut vorbereiten.

Seien Sie verhandlungsbereit, flexibel und erfinderisch

Bereiten Sie sich darauf vor, flexibel und geschickt zu verhandeln. Es nutzt nichts, wenn Sie sich auf eine bestimmte Summe versteifen, die Ihr Chef oder Ihre Chefin nicht zu zahlen bereit ist. Schauen Sie lieber, was sonst noch an Vorteilen für Sie möglich ist. Wenn Ihr Chef z.B. mit einem starren Gehaltsgefüge im Unternehmen argumentiert, bieten Sie an, erfolgsabhängige Vergünstigungen zu vereinbaren, steuerfreie oder steuerermäßigte Zusatzleistungen, Sachleistungen, Direktversicherungen, Pensionszusagen, etc. Weitere Verhandlungspunkte könnten bezahlte Weiterbildungsmaßnahmen, ein Dienstwagen, Essensgutscheine, Sprachurlaube, bezahlter Sonderurlaub oder ähnliches sein. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, einen geldwerten Vorteil zu erlangen – nutzen Sie das für sich.

Jetzt wissen Sie, was Sie tun können, um mehr Geld zu bekommen. Jetzt sollten Sie auch noch beachten, was Sie in einem Gehaltsgespräch besser nicht tun.

Dont’s – das sollten Sie besser nicht tun

Ziehen Sie nie Ihre Kollegen zum Vergleich heran

Vergleichen Sie sich auf keinen Fall mit Ihren Mitarbeitern. Argumentieren Sie nicht mit den Gehältern oder Leistungen Ihrer Kollegen. Sie werden nicht an den anderen gemessen, sondern an Ihren eigenen Leistungen. Außerdem mögen es viele Vorgesetzte nicht, wenn Mitarbeiter vertrauliche Informationen über Gehälter preisgeben. Machen Sie auch niemals andere Kollegen schlecht, um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken oder um Ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Selbst wenn jemand Ihrer Meinung nach schlechtere Leistungen als Sie bei mehr Gehalt zeigt, sollten Sie dieses Argument nicht für eine Gehaltserhöhung einsetzen. Kaum ein Chef wird sich einsichtig zeigen und Sie disqualifizieren sich durch diese Taktik möglicherweise auf sehr negative Art.

Argumentieren Sie nicht mit privaten Gründen oder Schwierigkeiten

Ihre privaten Wünsche und Nöte sind für eine Gehaltsverhandlung als Argumente tabu. Für Ihr Privatleben sind Sie verantwortlich, nicht Ihr Vorgesetzter. Versuchen Sie auf keinen Fall, Mitleid zu erwecken. Dass Sie ein neues Auto brauchen, Ihre Kinder so viel Geld kosten, oder dass Sie sich verschuldet haben, interessiert Ihren Chef nicht. Eine solche Argumentation ist für Sie beschämend und peinlich und führt unter Umständen dazu, dass Ihr Chef Sie mit ganz anderen – in dem Fall negativen Augen sieht.

Greifen Sie nie Ihren Vorgesetzten an, auch wenn Sie frustriert sind

Es kann sehr frustrierend sein, wenn Ihre Gehaltswünsche abgelehnt werden, vor allem wenn Sie sich ungerecht behandelt fühlen. Vermeiden Sie es dennoch auf jeden Fall, unsachlich zu werden und Ihren Chef verbal anzugreifen. Werden Sie nicht persönlich und bleiben Sie ruhig. Sie ziehen sonst den kürzeren.

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