Nettogehalt: Was bleibt vom Brutto?

Fast jedes Jahr ändert sich etwas in der Berechnung des Nettogehaltes. Arbeitnehmer sind immer wieder erstaunt, wenn ihr Netto im Januar eines Jahres höher oder niedriger ist als das letzte Gehalt aus dem Vorjahr. Meist macht es nur ein paar Euro aus. Arbeitnehmer sollten sich gut über die Steuern und Sozialabgaben informieren, die vom Bruttolohn abgezogen werden. So können Sie Veränderungen besser nachvollziehen.

Steuerfreibetrag und Grundfreibetrag

Beim Steuerfreibetrag handelt es sich um einen festgelegten Betrag des jährlichen Einkommens, welches in der Einkommenssteuer als nicht relevant bezeichnet wird. Durch den Steuerfreibetrag sollen Personen mit geringen Einkommen steuerlich entlastet werden. Er gilt gleichermaßen für alle Bürger der Bundesrepublik Deutschland entsprechend der individuellen Einkommenssituation. Für das Jahr 2016 liegt er bei 8.652 Euro. Um die Inflation auszugleichen, wird der Grundfreibetrag jedes Jahr etwas angehoben. So lag der Grundfreibetrag beispielsweise in den Jahren 2002 bis 2003 noch bei 7.235 Euro. Gegenüber dem Jahr 2015 ist der Grundfreibetrag für das Jahr 2016 um 180 Euro angehoben worden.
Jeder einkommenssteuerpflichtige Bundesbürger kann diesen Grundfreibetrag in Anspruch nehmen. Ein Formular ist hierfür nicht auszufüllen, der Grundfreibetrag wird im Steuerbescheid bereits berücksichtigt. Sozialleistungen durch den Staat werden anteilig als Einkommen angerechnet. Liegt das Einkommen über dem Grundfreibetrag, so findet ein höherer Steuersatz Anwendung.

Ein weiterer Steuerfreibetrag der wichtig ist für die Berechnung brutto/netto ist der Kinderfreibetrag, den alle steuerpflichtigen Personen in Anspruch nehmen können, auf deren Lohnsteuerkarte ein oder mehrere Kinder eingetragen sind. Auch Fahrtkosten zur Arbeitsstelle können als Freibetrag eingetragen werden. Alle eingetragenen Freibeträge minimieren die monatliche Steuerlast. Vom Bruttogehalt bleibt also monatlich mehr Netto übrig. Sind Steuerfreibeträge nicht auf der Lohnsteuerkarte eingetragen, können sie im Rahmen der Einkommenssteuer geltend gemacht werden.

Der geldwerte Vorteil bei brutto netto

In vielen Unternehmen erhalten Mitarbeiter spezielle Zuwendungen durch ihre Arbeitgeber. Das kann eine jährliche Bonuszahlung sein, ein Geschäftswagen, der auch privat genutzt werden kann, oder eine andere Sachleistung, die der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber kostenlos oder stark vergünstigt erhält. Dabei handelt es sich um zusätzliches Einkommen, welches in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden muss. Ein Dienstwagen, der auch privat genutzt werden darf, ist allerdings kein Geschenk des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, sondern verbleibt im Eigentum des Unternehmens. Wird das Arbeitsverhältnis beendet, muss der Arbeitnehmer den Dienstwagen zurückgeben.

Trotzdem entsteht dem Arbeitnehmer während der Nutzungsdauer ein geldwerter Vorteil, da er die Kosten für einen eigenen Wagen einspart. Das betrifft in der Regel die Kraftfahrzeugsteuer und die Versicherung, in manchen Fällen aber auch die Benzinkosten, sowie alle Inspektions- und Reparaturkosten. Je nach Fahrzeugwert wird aus diesem Grund auf der Gehaltsabrechnung ein geldwerter Vorteil eingetragen und dem Einkommen des Arbeitnehmers angerechnet. Üblicherweise wird die 1%-Regelung angewendet. Das heißt, Sie als Arbeitnehmer versteuern monatlich 1 Prozent des Listenpreises für den Neuwagen. Hinzu addiert sich eine Pauschale von 0,03 Prozent für jeden Kilometer einfacher Strecke für Ihre täglichen Fahrten zum Arbeitsplatz. Hierfür setzt der Arbeitgeber dann in der Gehaltsabrechnung den entsprechenden Pauschalbetrag an – Monat für Monat. Ihr Bruttoeinkommen erhöht sich also um die Summe dieses geldwerten Vorteils. Ihre Steuerbelastung bezieht sich auf das Gesamtbrutto: In diesem Fall Ihr übliches Bruttog zuzüglich der Pauschale für die Nutzung des Dienstwagens.

Stellt Ihr Arbeitgeber Ihnen beispielsweise ein Smartphone, ein Tablet oder ein Notebook zur Verfügung, welches aber im Eigentum des Unternehmens verbleibt, entsteht kein geldwerter Vorteil: Die Geräte müssen nach Beendigung des Dienstverhältnisses zurückgegeben werden. In diesem Fall handelt es sich um eine Leihgabe durch den Arbeitgeber.

Sachbezüge bis 44 Euro sind ebenfalls steuerfrei für Arbeitnehmer, auch wenn sie monatlich und regelmäßig erfolgen. Bis zu diesem Höchstbetrag kann der Arbeitnehmer beispielsweise Fahrtkostenzuschüsse, Waren- oder Tankgutscheine, sowie Telefonkostengutscheine vom Arbeitgeber annehmen, ohne dass es dem Einkommen als geldwerter Vorteil angerechnet wird.

Personalrabatte sind bis zu einem Pauschalbetrag von 1.080 Euro pro Kalenderjahrsteuerfrei. Alle Beträge oberhalb dieses Betrags sind geldwerte Vorteile und müssen in der Einkommenssteuer angegeben werden.

Die Steuerklassen

Wie viel Netto von Ihrem monatlichen Brutto übrig bleibt, hängt nicht nur von Ihrem Einkommen ab, sondern von der Steuerklasse. Die Steuerklasse hängt von Ihrer Lebenssituation ab. Das zuständige Finanzamt legt die Steuerklasse fest. Veränderungen in den Lebensumständen müssen dem Finanzamt umgehend gemeldet werden, da sich dadurch auch gegebenenfalls die Besteuerung verändert.

Lohnsteuerklasse 1 gilt für alle alleinstehenden Arbeitnehmer: ledig, geschieden oder verwitwet. Auch Personen, die nur beschränkt einkommenssteuerpflichtig sind oder ein einer eingetragenen Lebensgemeinschaft leben, erhalten die Lohnsteuerklasse 1.

Die Lohnsteuerklasse 2 gilt für alle Arbeitnehmer, die in Lohnsteuerklasse1 fallen, jedoch alleinerziehend sind. Mindestens ein Kind muss im Haushalt leben, für das der Arbeitnehmer Kindergeld bezieht und den Kinderfreibetrag in Anspruch nehmen kann. Das Kind muss in diesem Haushalt gemeldet sein. Wenn ein Kind in mehreren Haushalten gemeldet ist, so erhält derjenige die Lohnsteuerklasse 2, der den Kinderfreibetrag in Anspruch nehmen darf und das Kindergeld bezieht. In diesem Fall lebt das Kind vorwiegend in diesem Haushalt.

Die Steuerklasse 3 gilt für verheiratete Arbeitnehmer. Um nach einer Heirat in diese Steuerklasse eingestuft zu werden, muss der Steuerpflichtige allerdings einen Antrag stellen. Üblicherweise werden Arbeitnehmer nach Eheschließung beide automatisch in die Steuerklasse 4 eingestuft. Der Gesetzgeber geht allerdings hierbei automatisch davon aus, dass beide Ehegatten ein Einkommen in gleicher Höhe erhalten. In diesem Fall wäre die Einstufung in die Steuerklasse 4 für beide Ehegatten die günstigste Variante. Eine Einstufung in die Steuerklasse 3 für Verheiratete setzt voraus, dass der andere Ehegatte in die Steuerklasse 5 eingestuft wird. Das lohnt sich nur dann, wenn einer von beiden deutlich mehr verdient. Der besser Verdienende wird dann in die Klasse 3 eingestuft, der Ehegatte, der ein wesentlich niedrigeres der überhaupt kein Einkommen erzielt, erhält die Steuerklasse 5. Die Voraussetzung ist, dass beide Ehegatten im Inland leben. Sie dürfen nicht dauerhaft getrennt leben.

Der Steuerklasse 4 unterliegen verheiratete Arbeitnehmer, von denen beide Ehegatten berufstätig sind. Voraussetzung ist ein Wohnsitz im Inland und die Ehegatten dürfen nicht ständig getrennt leben. Der Steuersatz der Steuerklasse 4 ist höher als in der Klasse 3, aber er lohnt sich dann, wenn beide Ehegatten berufstätig sind und in etwa das gleiche Einkommen erzielen. Die Einteilung in die Steuerklassen 4/4 erfolgt automatisch nach Meldung der Eheschließung, denn es handelt sich hier um den gesetzlichen Regelfall. Alternativ ist es möglich, die Aufteilung in die Steuerklassen 3 und 5 zu beantragen. Bei zwei berufstätigen Ehegatten ist es jedoch der Ehegatte mit der Lohnsteuerklasse 5, der sehr hohen Abzügen unterliegt. Diese Einstufung lohnt sich tatsächlich nur, wenn einer der Ehegatten Alleinverdiener ist.

Die Lohnsteuerklasse 6 gilt für alle Arbeitnehmer, die von mehreren Arbeitgebern Lohn oder Gehalt beziehen. Dies kann zum Beispiel bei zwei gleichwertigen Halbtagstätigkeiten der Fall sein. Hiervon betroffene Arbeitnehmer sollten die Lohnsteuerklasse 6 mit dem Arbeitgeber vereinbaren, der das niedrigere Gehalt zahlt. Eine Einstufung in die Lohnsteuerklasse 6 nimmt der Arbeitgeber auch dann vor, wenn der Arbeitnehmer zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses nicht rechtzeitig einen Nachweis über die Lohnsteuerklasse vorlegt. Er ist in diesem Fall gesetzlich verpflichtet, den höchsten Besteuerungsbetrag bei der Gehaltsabrechnung zugrunde zu legen. Wenn nachträglich ein Nachweis über eine niedrigere Steuerklasse durch den Arbeitnehmer erbracht wird, muss der Arbeitgeber die Gehaltsabrechnungen nachträglich korrigieren.

Kirchensteuer & Nettogehalt

Wer in Deutschland einer anerkannten Religionsgemeinschaft angehört, ist kirchensteuerpflichtig. Anerkannte Gemeinschaften sind innerhalb von Deutschland die katholische oder die evangelische Kirche. Die Finanzämter der Bundesländer ziehen die Kirchensteuer ein und erhalten hierfür eine Aufwandsentschädigung. Der Arbeitgeber behält die Kirchensteuer direkt ein und führt sie zusammen mit der Lohnsteuer an das zuständige Finanzamt ab. Die einbehaltene Kirchensteuer wird auf der Gehaltsabrechnung vermerkt, sodass jeder Arbeitnehmer die Höhe der Kirchensteuer monatlich überprüfen kann. Die Höhe des Steuersatzes hängt vom jeweiligen Bundesland ab. So liegt der allgemeine Kirchensteuersatz bei 8 bis 9 %. Im Vereinfachten Verfahren wird ein pauschalisierter Kirchensteuersatz erhoben, der, je nach Bundesland, zwischen 5 und 7 % liegt. Arbeitgeber können entscheiden, ob sie den allgemeinen Kirchensteuersatz abführen, oder das vereinfachte Verfahren wählen. Ausschlaggebend für die Berechnung der Kirchensteuer ist nicht der Sitz des Arbeitgebers, sondern der Wohnsitz des Arbeitnehmers.
Kirchensteuer kann als Sonderabzug in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Wenn ein Arbeitnehmer nicht Mitglied einer anerkannten Kirche ist, so wird keine Kirchensteuer einbehalten und abgeführt. Arbeitnehmer, die während des Arbeitsverhältnisses aus der Kirche austreten, müssen dies bei ihrem Arbeitgeber durch Vorlage einer Bescheinigung nachweisen und den Austritt beim zuständigen Finanzamt melden.

Die Höhe der Kirchensteuer in den deutschen Bundesländern

Der Kirchensteuersatz liegt, bis auf zwei Ausnahmen, in allen deutschen Bundesländern bei 9% und errechnet sich prozentual aus der anfallenden Lohnsteuer. Vereinfacht erklärt: Wenn Sie ein Festgehalt beziehen und monatlich 500 Euro Lohnsteuer zahlen, fällt eine Kirchensteuer in Höhe von 9% des Lohnsteuerbetrags an. In diesem Fall zahlen Sie eine Kirchensteuer in Höhe von 45 Euro im Monat.

In den Bundesländern Bayern und Baden Württemberg beträgt die Kirchensteuer 8%. Bleiben wir beim obigen Berechnungsbeispiel von 500 Euro Lohnsteuer, so beträgt in diesen beiden Bundesländern die Kirchensteuer 8% von 500 Euro: Leben Sie als in Bayern oder in Baden Württemberg, beträgt Ihre monatliche Kirchensteuer in diesem Fall 40 Euro.

Real liegt die Kirchensteuer jedoch wesentlich niedriger: Sobald ein Arbeitgeber die Lohnsteuer pauschal ermittelt, wird auch die Kirchensteuer pauschal angesetzt. Ist dies der Fall, fällt auch die Kirchensteuer niedriger aus – und hier zeigen sich deutliche Unterschiede bei den einzelnen Bundesländern.

Der Steuersatz für die pauschal ermittelte Kirchensteuer:

Baden Württemberg 6,5%
Bayern 7,0%
Berlin 5,0%
Brandenburg 5,0%
Bremen 7,0%
Hamburg 4,0%
Hessen 7,0%
Mecklenburg Vorpommern 5,0%
Niedersachsen 6,0%
Nordrhein Westfalen 7,0%
Rheinland Pfalz 7,0%
Saarland 7,0%
Sachsen 5,0%
Sachsen-Anhalt 5,0%
Schleswig-Holstein 6,0%
Thüringen 5,0%

In einigen Bundesländern erheben die evangelischen Kirchen eine Mindest-Kirchensteuer. Diese liegt in Hessen bei 1,80 Euro. In Hamburg, Mecklenburg Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schlewswig-Holstein und Thüringen liegt die Mindest-Kirchensteuer bei 3,60 Euro.

Bruttolohn und Nettolohn – die Unterschiede nach Bundesländern

Wenn Sie schon einmal Ihr Nettogeinkommen mit einem Online-Gehaltsrechner berechnet haben, werden Sie sicher wissen, dass Sie zu einer zuverlässigen Berechnung auch immer das Bundesland angeben müssen, in dem Sie leben. Die Einkommenssteuer ist bundesweit einheitlich geregelt, auch wenn es hier zahlreiche komplizierte Regelungen zu klassifizierbaren Sonderfällen gibt.

Arbeitnehmer haben jedoch nur unterschiedliche Kirchensteuern zu leisten, die von ihrem Bundesland abhängig sind, in welchem sie gemeldet sind. Alle anderen, unterschiedlichen Steuern betreffen eher Gewerbetreibende oder Tierhalter: Gemeindesteuern wie die Grundsteuer, Gewerbesteuer oder die Hundesteuer werden von den jeweiligen Gemeinden festgelegt.

Unabhängig von Steuern gibt es allerdings auch einen Unterschied in der gesetzlichen Pflegeversicherung, für die der prozentuale Anteil für Arbeitnehmer im Bundesland Sachsen etwas höher ist als in den anderen Bundesländern.

Welche Rolle spielt ihr Alter für die Steuerberechnung des Nettogehalts?

Für Arbeitnehmer spielt das Lebensalter nur eine Rolle, wenn sie bereits unter das Gesetz des Altersentlastungsbeitrags fallen. Jeder Arbeitnehmer erhält den Altersentlastung für das laufende Steuerjahr, sofern er im Vorjahr sein 64. Lebensjahr vollendet hat.
Die meisten Arbeitnehmer gehen mit Vollendung des 65. Lebensjahres in Rente. Die Rente ist allerdings in der Regel wesentlich niedriger als das vorherige Einkommen. Bis zum Ausscheiden aus dem Betrieb und dem Eintritt der Rente ist damit die Steuerlast gemindert. Der Altersentlastungsbeitrag mindert die Steuerbelastung des Arbeitnehmers bis zum Renteneintritt und soll somit für einen Ausgleich sorgen. Viele Arbeitnehmer entscheiden sich für das Weiterarbeiten, einige von ihnen nehmen ihr Recht auf Altersteilzeit in Anspruch. Das bedeutet, sie verdienen weniger Geld, haben aber auch zum Ausgleich eine geringere Steuerbelastung.

Was ändert sich für Verheiratete?

Eine Veränderung im Familienstand muss dem Finanzamt gemeldet werden. Die Umstellung von der Lohnsteuerklasse 1, mit welcher Alleinstehende üblicherweise besteuert werden, auf die Klassen 4 und 4 bringt für beide Ehegatten einen etwas niedrigeren Steuersatz. Üblicherweise werden Verheiratete auch zunächst in die Steuerklassen 4 und 4 eingestuft, da diese dem Regelfall entsprechen. Wie bereits weiter oben erwähnt, geht der Gesetzgeber hier von zwei berufstätigen Ehegatten aus, die ein gleiches oder ähnliches Gehalt erwirtschaften.

Auf Antrag kann auch eine Einstufung in die Lohnsteuerklassen 3 und 5 erfolgen. Die Steuervorteile durch die Lohnsteuerklasse 3 erhält der Ehegatte mit dem höchsten Einkommen. Die Lohnsteuerklasse 5 erfährt im Gegenzug eine höhere Besteuerung. Das kann sich aber für Ehegatten trotzdem lohnen: Wenn einer der Partner nur ein geringes Einkommen erzielt und durch die Lohnsteuerklasse 5 höher besteuert wird, werden unter dem Strich weniger Steuern bezahlt, da die Lohnsteuer immer auf der Basis des Bruttoeinkommens berechnet wird. Ein Ehegatte mit einem vergleichsweise wesentlich höheren Einkommen muss durch die Einstufung in Lohnsteuerklasse 3 wesentlich geringere Lohnsteuer zahlen als es alternativ bei Lohnsteuerklasse 4 der Fall wäre. Unter dem Strich, addiert man nun beide Nettogehälter, kommt in den meisten Fällen dabei ein höheres Gesamtnettoeinkommen heraus.

Der Kinderfreibetrag & Nettogehalt

Der Kinderfreibetrag wird eingetragen, sobald eine einkommenssteuerpflichtige Person ein unterhaltspflichtiges Kind in seinem Haushalt aufnimmt. Damit ist der Kinderfreibetrag nicht nur auf leibliche Kinder beschränkt, sondern kann auch für ein angenommenes Kind, welches ein Partner in eine häusliche Gemeinschaft einbringt, beantragt werden. Selbstverständlich gilt der Kinderfreibetrag auch für Alleinerziehende. Sobald ein Kinderfreibetrag eingetragen ist, minimiert sich die monatliche Steuerbelastung um eben diesen Freibetrag. Zum 1. Januar 2016 wurde der Kinderfreibetrag auf monatlich 190 Euro jeweils für das erste und das zweite Kind festgelegt. Für das vierte Kind gilt ein Kinderfreibetrag von 196 Euro und ab dem 4. Kind ein Betrag von 221 Euro. Per Definition kann der Kinderfreibetrag für jedes Kind eingetragen werden, für welches auch Kindergeld bezogen wird.

Im Fall einer Familie mit einem Alleinverdiener werden die Kinderfreibeträge für sämtliche im Haushalt lebende Kinder diesem zugeordnet. Sind die leiblichen Eltern nicht miteinander verheiratet, leben aber in einer Lebensgemeinschaft, so wird der Kinderfreibetrag entweder gesplittet, sofern beide Elternteile berufstätig , oder können ebenfalls vom Alleinverdiener in Anspruch genommen werden. Hierfür muss der Alleinverdiener jedoch einen Antrag stellen. Der andere Elternteil muss der Übertragung des Kinderfreibetrags zustimmen.

Die Regelungen um die Kinderfreibeträge sind beliebig kompliziert, sofern die leiblichen Eltern nicht mehr zusammenleben. Wer den Freibetrag in Anspruch nehmen darf hängt immer davon ab, bei welchem Elternteil das Kind lebt, ob der andere Elternteil Kindesunterhalt leistet, aber auch davon, wer von den leiblichen Eltern berufstätig ist.
Zu bedenken ist dabei immer, dass der Kinderfreibetrag steuerlich den Menschen entlasten soll, in dessen Haushalt das Kind lebt.

Die Krankenversicherungssätze

Die Beiträge der Krankenversicherung werden vom Arbeitgeber direkt einbehalten und an die Sozialversicherungsträger abgeführt. Sie wurden im Jahr 2015 bundesweit und auch für alle gesetzlichen Krankenkassen einheitlich auf 14,6 Prozent festgelegt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen davon jeweils 7,3 Prozent. Wenn die Krankenkassen mit der Höhe der Beiträge nicht auskommen, dürfen sie, unabhängig von anderen Krankenkassen, einen Zusatzbeitrag erheben. Der Arbeitgeberanteil in Höhe von 7,3 Prozent steigt dadurch nicht an. Der Zusatzbeitrag wird, sofern er erhoben wird, vom Arbeitnehmer getragen und liegt bei durchschnittlich 1,1 Prozent.

Auch die Beiträge für die Rentenversicherung werden vom Arbeitgeber einbehalten und zusammen mit dem Arbeitgeberanteil an die Sozialversicherungsträger gezahlt. Der Beitrag wurde im Jahr 2015 auf 18,7 Prozent gesenkt. Für das Jahr 2016 wurden keine Veränderungen beschlossen. Der Beitragssatz wird zu gleichen Teilen vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer übernommen.

Ebenso zählt die Arbeitslosenversicherung zu den Sozialversicherungsbeiträgen. Sie wurde in 2011 auf auf 3 Prozent festgesetzt und ist seither nicht gestiegen. Der Arbeitgeber übernimmt die Hälfte des Beitrags.

Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung wird häufig begrifflich mit der Versicherungspflichtgrenze verwechselt, welche im nächsten Abschnitt definiert wird.
Krankenversicherungsbeiträge werden immer anhand des Einkommens errechnet: Sie liegen aktuell bei 14,6 Prozent des einkommenssteuerpflichtigen Gehalts und werden, wie oben beschrieben, zu gleichen Teilen vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer getragen. Diese Berechnungsgrundlage erfolgt auf dem Grundgedanken des Solidarprinzips: Wer wenig verdient, bezahlt niedrigere Beiträge als ein Arbeitnehmer, der ein hohes Einkommen erzielt. Jedoch hat der Gesetzgeber beschlossen, eine Grenze nach oben festzulegen. Als Berechnungsgrundlage gilt also das Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Dadurch wurde ein Höchstbeitrag festgelegt, der für die Krankenversicherung erhoben werden darf.
Dieser wurde im Jahr 2016 angehoben: Die Beitragsbemessungsgrenze lag im Jahr 2015 noch bei einem Jahresgehalt von 49.500 Euro. Für das Jahr 2016 wurde sie auf 50.850 Euro Jahresgehalt erhöht. Dies entspricht einem monatlichen Gehalt in Höhe von 4.575 Euro bis Dezember 2015, ab 1. Januar 2016 einem monatlichen Gehalt von 4.687,50 Euro. Der Krankenversicherungsbeitrag wird nur bis zu dieser Beitragsbemessungsgrenze berechnet. Das Einkommen, das oberhalb dieser Beitragsbemessungsgrenze liegt, bleibt bei der Errechnung des Krankenversicherungsbeitrags unberücksichtigt und beeinflusst das Nettoeinkommen nicht mehr.

Die Versicherungspflichtgrenze für die private Krankenversicherung

Die Versicherungspflichtgrenze ist wichtig für Arbeitnehmer, die in eine private Krankenversicherung wechseln möchten. Dies ist erst möglich, wenn ein Arbeitnehmer in seinem Gehalt die Versicherungspflichtgrenze erreicht hat. Sie lag im Jahr 2015 noch bei einem jährlichen Einkommen von 54.900 Euro und wurde zum 1. Januar 2016 auf 56.250 Euro erhöht.

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung wird gesondert erhoben und auf der Gehaltsabrechnung ausgewiesen, wird aber zum Krankenversicherungsbeitrag addiert und mit diesem zusammen an die Träger abgeführt. Zum 1. Januar 2015 wurde der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung auf 2,35 Prozent erhöht. Für das Jahr 2016 hat sich brutto netto nichts verändert. Außer im Bundesland Sachsen übernehmen Arbeitgeber und Arbeitnehmer diesen Beitrag jeweils zur Hälfte. In Sachsen müssen die Arbeitnehmer einen etwas höheren Anteil an der Pflegeversicherung übernehmen als die Arbeitgeber. Der Nettoverdienst sinkt also um einen geringfügigen Betrag.

Fazit: Welche Abzüge haben Sie vom Bruttolohn zu erwarten?

Die Berechnung vom zum Nettoeinkommen ist sehr individuell und hängt von Ihren persönlichen Bedingungen ab: In erster Linie von Ihrem Ausgangsgehalt in Brutto, Ihrer Steuerklasse und der Anzahl der Kinderfreibeträge.

Um die Abzüge und deren Höhe besser zu verdeutlichen, zeigen wir Ihnen die Berechnung anhand eines Beispiels auf. Unser Beispiel-Arbeitnehmer ist alleinstehend, hat die Steuerklasse 1 und nutzt den zur Verfügung gestellten Geschäftswagen auch privat. Daraus ergibt sich ein geldwerter Vorteil in Höhe von 200 Euro monatlich. Er hat ein Bruttogehalt von 5000 Euro, ist katholisch und lebt in Hessen. Er ist Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse und zahlt einen Zusatzbeitrag von 1,1 % an die Krankenversicherung.

Bruttogehalt 5000,00 Euro
abzüglich aller Steuern
(Lohnsteuer, Soli-Zuschlag, Kirchensteuer): 1185,15 Euro
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Lohn nach Steuerabzug: 3814,85 Euro
Abzüglich Sozialversicherung
Renten,- Arbeitslosen,- Pflege- und
Krankenversicherung): 959,26 Euro
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Es verbleibt ein Nettogehalt in Höhe von: 2855,59 Euro.

Steuerfreibetrag 8.652,00 Euro (für das Jahr 2016)
Geldwerter Vorteil 200,00 Euro

Es ergibt sich nun ein Nettogehalt in Höhe von 2750,49 Euro.

Interessant ist für Arbeitnehmer jede Veränderung. Wenn unser Beispiel-Arbeitnehmer nun heiratet und mit seiner Gattin die Einstufung in die Lohnsteuerklassen 3 und 5 beantragt, wobei er selbst die Lohnsteuerklasse 3 erhält, käme unter gleichen Bedingungen ein Nettoeinkommen in Höhe von 3.218,69 Euro heraus.

Verdient seine Ehegattin jedoch deutlich mehr als er und er selbst befindet sich deswegen in der Lohnsteuerklasse 5, so hätte er ein Nettogehalt in Höhe von 2.260,15 Euro.

Befinden sich jedoch beide Ehegatten in der Lohnsteuerklasse 4, wie es bei Verheirateten dem gesetzlichen Regelfall entspricht, so betrüge sein Nettogehalt 2.750,49 Euro. Sicher erkennen Sie anhand dieses Beispiels, dass die Abzüge bei Steuerklasse 1 und 4 relativ identisch sind.

Die Zahlung höherer Steuersätze muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Jeder Steuerzahler muss in Deutschland nach Ablauf eines Kalenderjahres seine Einkommenssteuererklärung abgeben. Viele Arbeitnehmer fürchten Nachzahlungen – das kommt jedoch nicht sehr häufig vor. Auch Arbeitnehmer können einige Kosten steuerlich geltend machen: Aus- und Weiterbildungskosten, Kosten für ein notwendiges, häusliches Arbeitszimmer, persönliche Werbungskosten, Fahrtkosten und Sonderausgaben. Wer einen höheren Steuersatz zahlt und Kosten geltend machen kann, bekommt häufig sogar einen entsprechenden Betrag zurück.

Brutto Netto Rechner für 2016 im Internet

Im Folgenden haben wir eine kleine Auswahl von aktuellen sogenannten Brutto Netto Rechnern zur Berechnung der Lohnsteuer und Abgaben zusammengestellt:

Gehaltsrechner 2016 für Arbeitnehmer

Gehaltsrechner  / Abgabenrecher 2016 für Arbeitgeber

Wenn Sie hohe Abgaben haben und sich darüber ärgern, sehen Sie’s doch einmal so: Sie haben anscheinend auch viel verdient, das ist doch positiv!