Angst oder nervös vor dem Vorstellungsgespräch?

Wenn Sie die beschriebenen Vorbereitungsmaßnahmen getroffen haben, wird Ihnen die psychologische Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch keine Schwierigkeiten bereiten, denn Sie haben bereits ein gutes Fundament, auf das sie aufbauen können.


Eine gute psychische und physische Vorbereitung ist das bewusste Atmen. Die richtige Atmung wird Ihnen helfen Stress und Nervosität zu mindern.

Um sich mental auf einen so wichtigen Gesprächstermin einzustimmen hilft es sich vorzustellen, was alles passieren kann, sich potentielle Gesprächssituationen auszumalen. Niemand kennt Ihre Schwächen so gut wie Sie selbst, spielen Sie deshalb vor allem solche „Szenen“ durch, in denen Ihre „Schwächen“ Sie „versagen“ lassen könnten.

Egal welche Konstellation Sie vorfinden werden, mit einer offenen und ehrlichen Haltung können Sie kaum verkehrt liegen (kleine und große Lügen können in Vorstellungsgesprächen, spätestens aber wenn die entsprechende Situation im Arbeitsleben auftaucht, in sich zusammenfallen und Sie ganz schön „alleine“ zurücklassen.
Sie sitzen mit nur einer Person, zum Beispiel mit dem Abteilungs- oder Projektleiter, dem Personalentscheider, dem Unternehmer selbst oder „nur“ Ihrem potentiellen zukünftigen Vorgesetzten in einem Zimmer. Spielen Sie verschiedene Gesprächsvarianten in Ihrer Phantasie durch, stellen Sie sich vor:

  • Sie sitzen da und bringen vor lauter Aufregung keinen Ton raus
  • Sie sind ein wenig zu übermütig und beleidigen den Gesprächspartner mit einer unbedachten Äußerung
  • Sie sind so nervös, dass Sie viel zu schnell reden und sich gar nicht auf die Zwischenfragen des Gesprächspartners konzentrieren können
  • Sie sind in Topform, doch Ihr Gegenüber will das nicht anerkennen und versucht Sie zu verunsichern
  • Sie sind in Topform und noch dazu auf einer Wellenlänge mit Ihrem Gesprächspartner
  • Ihre Tagesform ist mehr als bedenklich und Sie spüren, dass Ihr Gegenüber Ihnen alles andere als Sympathie entgegenbringt

Ihnen fallen sicher noch andere Variationen ein. Stellen Sie sich die Grundsituation in verschiedenen Versionen dann auch mit einem ganzen Team von wichtigen Entscheidern vor.
Stellen Sie sich vor, ein oder mehrere Interviewer wollen Sie „auflaufen“ lassen. Sie prüfen so, wie belastbar oder stressfest Sie sind. Bewahren Sie die Fassung, antworten Sie sachlich und ruhig auf die Fragen. Lassen Sie sich aber auch nicht auf der Nase rumtanzen. Sagen Sie „Schluss„, wenn es Ihnen zuviel wird, Ihre Gesprächspartner könnten sonst denken, dass Sie nicht standfest sind, dass jeder Sie irgendeiner Weise verunsichern kann.
Gehen Sie im Geiste verschiedene Gesprächsverläufe durch:

  • das Gespräch kann völlig „frei„, ohne roten Faden und Systematik verlaufen.
  • das Gespräch kann von der ersten bis zur letzten Minute durchkonstruiert und geplant sein
  • es kann schon nach wenigen Minuten beendet sein
  • es kann sich über zwei oder noch mehr Stunden hinziehen

Stellen Sie sich vor,

  • Ihre Interviewpartner haben ein Super-Wochenende hinter sich und sind bestens gelaunt
  • Ihre Interviewpartner haben eine harte Arbeitswoche hinter sich, sind gestresst und mies gelaunt
  • Sie sind der erste Bewerber, der interviewt wird. Ihre Gesprächspartner sind frisch wie der Morgentau
  • Sie sind der letzte Bewerber, der interviewt wird. Ihre Gesprächspartner sind genervt bis gereizt

Abgesehen von den verschiedenen Gesprächssituationen sollten auch andere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden:

  • Sie müssen einen unvorhergesehenen Eignungstest machen, in dem Ihre im Lebenslauf aufgezählten Fähigkeiten überprüft werden
  • Sie müssen einen „Persönlichkeitstest“ machen
  • Sie müssen einen Intelligenztest machen
  • Sie müssen aus dem Stegreif einen Vortrag über sich selbst oder Ihr Aufgabengebiet halten