Eine Online-Bewerbung schreiben

Die elektronische Kommunikation hat den konventionellen Kommunikationskanälen Postweg und Telefon längst den Rang abgelaufen. Wenn Sie sich online bewerben möchten, gibt es in der Regel drei Möglichkeiten:

  1. der potentielle Arbeitgeber bietet in der Stellenausschreibung (Zeitungsannonce, online Stellenbörse) an, sich per E-Mail zu bewerben. In diesem Fall können Sie entweder die Reaktion abwarten und gegebenenfalls eine konventionelle Bewerbung auf den Postweg senden, oder Sie schicken diese gleich parallel mit der Online-Bewerbung los.
  2. Sie schreiben eine Initiativ- oder Blindbewerbung. Damit werden Sie, gerade mit Online-Bewerbungen, nicht gerade die besten Chancen haben. Die meisten Personaler werfen Bewerbungen, die sich nicht auf eine bestimmte, ausgeschriebene Stelle beziehen, gleich in den virtuellen Müllkorb.
  3. Sie füllen ein Online-Bewerbungsformular auf der Homepage Ihres potentiellen Arbeitgebers aus. Nach Angabe der persönlichen Daten stehen Ihnen normalerweise ein bis zwei Felder für Ihre frei formulierten Argumente zur Verfügung. Hier gilt ebenso wie für die „normale“ Online-Bewerbung: Erst denken, dann schreiben.

Online Bewerbung Anschreiben

Auch wenn es sich nur um eine erste Kontaktaufnahme handelt sollte der Text von Inhalt und Form her den offiziellen Anforderungen genügen. Rechtschreibung und Interpunktion müssen korrekt sein (richten Sie sich nach der neuen Rechtschreibung). Höfliche Distanz gegenüber dem Empfänger ist angebracht.

Sprachlich sollte die E-Mail gut verständlich, angenehm zu lesen und so direkt wie möglich sein. Brüten Sie nicht zu lange über den Formulierungen, niemand erwartet die stilistische Brillanz Goethes oder den sprachlichen Witz Shakespeares.

Wichtigstes Charakteristikum einer E-Mail ist die Kürze. Labern Sie nicht lange um den heißen Brei, kommen Sie so schnell wie möglich zur Sache.

Hauptanliegen ist, das Interesse Ihrer potentiellen Arbeitgeber zu wecken. Je genauer Sie wissen, was Sie wollen, was Sie können und wohin Sie wollen, umso einfacher wird es für Sie interessante, neugierig machende Texte zu verfassen.

Genau wie bei einer Print-Bewerbung macht es sich besser, wenn das Anschreiben für jede Bewerbung neu verfasst wird. Drei persönliche, individuell auf bestimmte Stellenausschreibungen zugeschnittene Bewerbungen bringen Sie mindestens genauso weit wie 100 „Massenbewerbungen“, eher noch weiter.

Achten Sie auch auf ein übersichtliches, ansprechendes Layout. Versenden Sie Ihre Bewerbungsmail nicht mit der „Priorität hoch“, das macht in der Regel einen überheblichen, vielleicht sogar aufdringlichen Eindruck.

Inhalt der Online-Bewerbung

Eine freundliche Begrüßung kann nie schaden. Werden die Kontaktpersonen für die Bewerbungen in der Stellenausschreibung namentlich genannt, reden Sie sie natürlich auch mit dem Namen an.

Für die persönliche Anrede empfiehlt sich die Grußformel „Sehr geehrte(r)…“. Wenn Sie keinen direkten Ansprechpartner haben macht sich ein „Guten Tag“ ganz gut.

Beginnen Sie am besten, indem Sie sich selbst vorstellen:

  • Name, Alter
  • Qualifikationen
  • Fähigkeiten

Vergleichen Sie das ausgeschriebene Anforderungsprofil mit Ihrem persönlichen Qualifikations- und Fähigkeitsprofil und fassen Sie in Worte weshalb Sie der/die Richtige für den Job sind. Seien Sie dabei nicht zu bescheiden, nur wer von sich überzeugt ist, kann auch andere überzeugen.

Denken Sie beim Schreiben auf keinen Fall daran, was alles vom „Erfolg“ des Textes abhängt. Eine gute Möglichkeit „locker“ und vor allem ansprechend zu schreiben ist, so zu tun als schreibe man an einen guten Freund. Respektvolle Distanz lässt sich durch Höflichkeitsformeln und kleine Umstrukturierungen auch im Nachhinein einflechten.

Vergessen Sie nicht Ihre vollständige Kontaktadresse anzugeben: E-Mail, Postanschrift und Telefonnummer. Geben Sie Ihre private E-Mail an: erstens sind Sie somit überall erreichbar, zweitens entsteht nicht der Eindruck, dass Sie sich auf Kosten Ihres derzeitigen Arbeitgebers (Telefongebühren, Arbeitszeit) für einen anderen Arbeitsplatz bewerben.

Wenn Sie schon gleich Ihren (tabellarischen) Lebenslauf mitschicken möchten, tun Sie dies am besten mit einem Anhang. Geben Sie in der Bewerbungsmail an, dass es einen Anhang gibt und was darin zu finden ist. Schicken Sie den Anhang möglichst nicht im Word-Format (Virengefahr), sondern als txt- oder pdf-Datei.

Ein digitalisiertes Bewerbungsfoto, das Sie eher von der guten als der schlechten Seite zeigt, kann auch im Anhang mitgeschickt werden. Benutzen Sie hierbei das jpg-Format und kündigen Sie auch hier schon in der E-Mail selbst an, worum es sich bei der Datei im Anhang handelt.

Verärgern Sie nicht mit Riesenfotos, die lange Ladezeiten benötigen. Ein Bewerbungsfoto im Passbildformat ist völlig ausreichend.

Wenn Sie eine eigene Homepage haben, auf der Sie sich und Proben Ihres Könnens vorstellen, verweisen Sie unbedingt darauf. Dass diese Homepage auf dem aktuellsten Stand sein sollte, versteht sich von selbst.

Runden Sie Ihre Bewerbungsmail mit einem freundlichen Aufruf ab: „Ich freue mich auf Ihre Antwort“ oder „Lassen Sie mich wissen, wenn Sie weitere Unterlagen benötigen“, oder ähnlich sollte der letzte Satz vor dem Abschiedssatz lauten.

Schöne Formeln für den Abschiedssatz sind „Mit freundlichem Gruß“ oder „Mit besten Grüßen“.

Nachfragen bei der Online-Bewerbung

Ein Nachhaken oder Nachfragen ist durchaus berechtigt, so bekommen Sie einerseits Gewissheit oder zumindest einen besseren Eindruck, wie gut Ihre Aussichten auf die beworbene Stelle sind. Andererseits vermitteln Sie dem Ansprechpartner, wie wichtig Ihnen die Position, bzw. eine Antwort auf Ihre Bewerbung ist.

Wenn Sie innerhalb von drei (Arbeits)tagen keine Antwort erhalten haben, können Sie ruhig noch einmal nachhaken. Mailen Sie zunächst noch einmal an dieselbe Adresse und fragen Sie höflich und freundlich nach, ob Ihre Bewerbungsmail überhaupt eingegangen ist.

Erhalten Sie auf diese Erinnerungsmail wiederum keine Antwort, können Sie sich, nach Ablauf von zwei Tagen, ruhig telefonisch melden. Versuchen Sie die Person zu erreichen, die Sie auch per E-Mail zu erreichen versuchten. Ansonsten sprechen Sie mit der Ihnen zugewiesenen Stelle der Personalabteilung.

Stellen Sie sich und Ihr Vorhaben kurz vor und fragen Sie ob die Bewerbungsmail eingetroffen ist. Vermeiden Sie ganz bewusst jeden Anflug einer vorwurfsvollen Haltung, wie beispielsweise, „was ist das für ein lahmer Laden“, etc. Wissen Sie, was für Antennen gerade Personaler haben? Lächeln Sie beim Telefonieren, das hilft immer, erhält Ihnen schlimmstenfalls wenigstens die gute Laune.

Vergewissern Sie sich zunächst, ob Ihre E-Mails überhaupt angekommen ist. Ist dies nicht der Fall, fragen Sie nach der korrekten Kontaktadresse und ob die Stelle überhaupt noch frei ist.

Ist die Stelle noch frei, schicken Sie Ihre Online-Bewerbung gleich nochmal los. Sollten Sie die konventionelle Bewerbung noch nicht abgeschickt haben, auf zur Post und ab damit.

Wurde die Stelle schon besetzt, haken Sie nach, ob es an Ihrer Bewerbung oder Ihrer Qualifikation lag. Meistens liegt es an den Bewerbungen, die zu wenig „aussagekräftig“ sind. Fragen Sie nach, was Sie falsch gemacht haben und wie Sie es besser machen können.

Sollte Ihr Gegenüber keine Zeit für eine solche Stellungnahme haben, geben Sie Ihr Online-Bewerbungsanschreiben einem oder mehreren Freunden. Fragen Sie nach, was an Ihrer Bewerbung nicht interesseerweckend und ansprechend genug war. So können Sie Ihre Bewerbungsschreiben nach und nach optimieren.

Online-Bewerbung: Links

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