Mit Angst umgehen

Dieser Spruch ist eine schöne Einleitung zum Thema Angst und Entwicklung. Er drückt in wenigen Worten aus, wie wichtig unsere Angst ist.

„Neue Welten zu entdecken wird dir nicht nur Glück und Erkenntnis, sondern auch Angst und Kummer bringen. Wie willst du das Glück wertschätzen, wenn du nicht weißt, was Kummer ist? Wie willst du Erkenntnis gewinnen, wenn du dich deinen Ängsten nicht stellst? Letztlich liegt die große Herausforderung des Lebens darin, die Grenzen in dir selbst zu überwinden und so weit zu gehen, wie du dir niemals hättest träumen lassen. (Sergio Bambaren, peruanischer Schriftsteller, 1960 -)

Information zu dem Thema Angst

Das Wort „Angst“ hat seine Wurzeln in der „Enge“: eine Lage, Situation spitzt sich zu, wird lebensbedrohlich oder ausweglos – zumindest erscheint es dem Betroffenen so.

Angst ist ein überlebenswichtiges Gefühl. Sie ist ein Wegweiser, und erleichtert uns Situationen zu bewältigen, in denen wir uns noch nicht ganz „sicher“ fühlen.
Angstfreiheit wäre kein erstrebenswerter Zustand, weil uns wichtige Signale für unsere Weiterentwicklung fehlen. Wir würden auf Gefahren nicht mit der notwendigen Aufmerksamkeit reagieren.

Es gibt viele Arten der Angst und Furcht: Angst um das Leben, Zukunftsangst, Höhenangst, Platzangst, Prüfungsangst, Lebensangst, Leistungsangst, Todesangst, Verfolgungsangst, soziale Angst – wie Verlegenheit, Schüchternheit, Scham, Publikumsangst und viele mehr.

Angst wird von Mensch zu Mensch unterschiedlich gefühlt.

Ob der Umgang mit Angst nun vererbar oder übernommene Verhaltensmuster der Eltern und Großeltern sind, ist nicht erwiesen. Ängstliches Verhalten, und der Umgang mit Angst wird auf jeden Fall an die Nachfolgegenerationen weitergegeben. Deshalb ist es wichtig mehr Kompetenz im Umgang mit der Angst zu entwickeln. Es ist hilfreich neue (korrigierende) emotionale Erfahrungen, die eine „Neuverdrahtung“ der Nervenzellen im Gehirn fördern, zu durchleben. Und diese positiven Erfahrungen immer wieder neu zu spüren.

Unsere Angst vor Veränderungen im Leben ist ganz normal. Wir müssen uns mit etwas bis dahin Unbekannten auseinandersetzen. Das Neue wirkt auf uns bedrohlich, in manchen Fällen sogar Lebensbedrohlich, weil wir nicht einschätzen können mit welchen Gefahren das Neue verbunden ist. Darum ist es wichtig die Angst zu spüren, aber trotzdem den mutigen Schritt ins Ungewisse zu wagen.

Angst vor dem Neuen

Alles was wir nicht kennen macht uns Angst. Es bedroht womöglich unser Überleben. Wir wissen nicht genau was kommt auf uns zu, was kann passieren. Es ist schwer eine neue Situation einzuschätzen. Wir müssen lernen damit umzugehen. Oft bleibt uns nur die Möglichkeit das Risiko einzugehen und loszulegen.

Die Dinge entwickeln sich aber oft nicht so wie wir es gerne hätten. Wir erleben häufig bei Veränderungen erstmal das krasse Gegenteil von dem was wir erreichen wollen. Diese Situationen gehören zum Prozess dazu. Es ist wichtig sie auszuhalten. Die Verbindung zu dem was wir wollen muss gehalten werden.

Das ist eine sehr kritische Phase in Veränderungsprozessen und läßt so manches Projekt scheitern. Jetzt ist Durchhaltevermögen, Kraft und Zuversicht gefordert. Viele Menschen geben an diesem Punkt auf.

Wir geben nicht auf, sondern gehen weiter.

Es gibt einen Satz, der Ihr Leben sehr vereinfachen könnte.

„Alles was in mein Leben kommt ist gut für mich“

Lassen Sie sich den Satz mal genüsslich auf der Zunge zergehen. Denken Sie an Ihre Vergangenheit – ist es nicht im Nachhinein immer gut gewesen,  was in Ihr Leben gekommen ist?

Unser Unterbewusstsein will nur das Beste für uns, auch wenn es zunächst nicht danach aussieht. Wer die Gegensätze nicht kennt, kann das Glück auch nicht sehen. Deshalb müssen wir so oft genau die gegensätzlichen Situationen,  die wir nicht wollen spüren.

Beispiel: Meine Liebe zu mir, kann ich nur über den Weg der Ablehnung und dem Haß erkennen.

Ein Patentrezept für Angstfreiheit gibt es einfach nicht.

Es gibt allerdings einige Möglichkeiten mit Angst leichter umzugehen, und diese Übungen bieten  Ihnen diese Möglichkeiten.

Übung: Sätze zur Vervollständigung

Vervollständigen Sie bitte die Sätze

Ich habe Angst vor…
Ängstlich macht mich…
Ich möchte mich am liebsten in die Ecke verkriechen wenn…
Ich gehe nicht mehr aus dem Haus bei…
Ich fühle mich wie gelähmt wenn…
Neue Aufgaben versetzen mich…

Ich habe Angst mein Projekt…
Mir macht Neues Angst, weil…
Wenn etwas unbekannt ist dann…
Am liebsten gehe ich Neuem…

Übung: Gedanken-Entspannungs

Eine der einfachsten und erfolgreichsten Übung, mit Angst umzugehen, ist die Entspannung.
Entspannung, die sie kontinuierlich durchführen, hilft innere Sicherheit, Gelassenheit, Geborgenheit, und Vertrauen zu entwickeln.

Es ist wichtg, dass Sie diese Übung 10-20 min.  täglich, über einen Zeitraum von 3 Wochen machen. Möglichst immer zur gleichen Zeit, entweder Morgens, Mittags oder Abends.
Durch diese Konditionierung gewöhnen Sie sich an das neue Verhalten, und nach ca. 3 Wochen wollen Sie es nicht mehr missen, weil es Ihnen gut tut.

Versuchen Sie es, auch wenn Sie der Meinung sind es ist nichts für Sie.
Gedanken, die durch den Kopf rasen sind ganz normal. Das ist auch nach vielen Jahren der Entspannung noch so. Also probieren Sie es nochmal.

Bei regelmässiger Anwendung, können Sie schon nach einer Woche Ausgeglichenheit spüren. Ein zusätzlicher Effekt dieser Übung ist es, Ihr Ziel mit Gedankenkraft anzuziehen und den emotionalen Zustand des erreichten Ziels schon jetzt herzustellen.
Das bedeutet wir beschäftigen uns ab heute  mit unserem Ziel 10-20 Minuten täglich.

Ein leichte Gedanken-Entspannungs-Übung, die Ihnen nicht schwer fallen dürfte.

Wählen Sie zunächst eine Qualität aus, die Ihrem Ziel entspricht.

Beispiel zur Qualitätsfindung:
Sie möchten Ihre berufliche Situation verbessern. Wenn Sie das erreicht haben, dann sind Sie zufrieden, oder glücklich. Die Qualität würde in diesem Fall Zufriedenheit, oder Glück sein.

Sie möchten 10 Kilo abnehmen. wenn Sie das erreicht haben sind Sie erleichtert und in Liebe mit sich. Oder Sie sind zufrieden mit dem Erreichten und sich. Die Qualität würde hier Liebe, oder Zufriedenheit sein.

Wählen Sie für Ihr Projekt die Qualität, die Ihnen spontan einfällt.

Vorbereitung des Gedanken-Entspannung-Platzes

  • Suchen Sie sich eine ungestörte Ecke in einem Zimmer
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie niemand stören kann
  • Plazieren Sie dort ein Fußbänkchen, oder 2-3 Kissen.
  • Dann knien Sie bitte mit beiden Beinen auf dem Boden, und setzen sich auf das Bänkchen oder die Kissen. Die Knie und Unterschenkel halten Bodenkontakt.
  • Achten Sie auf eine gerade Haltung.
  • Wenn Ihnen eine solche Sitzposition überhaupt nicht zusagt, können Sie sich auch auf den Rücken legen.
  • Wählen Sie immer den gleichen Zeitpunkt, wann Sie die Übung durchführen. Morgens, Mittags, oder Abends.
  • Atmen Sie erst mal mit geschlossen Augen 10 Mal  tief ein und wieder aus. Spüren Sie Ihren Atem in Ihrem Körper fließen.
  • Danach gehen Sie gedanklich in Ihre Kopfmitte. Stellen Sie sich vor sie befinden sich in der Mitte Ihres Kopfes.
  • Lassen Sie Ihren Atem weiterfließen und sagen Sie gedanklich die Qualität, die Ihnen am meisten zugesagt hat. z. B. Frieden
  • Sagen Sie im Geiste immer wieder das Wort Frieden
  • Dauer der Übung 10 – 20 Minuten täglich.
  • Wenn andere Gedanken kommen ist es ganz ok. Versuchen Sie einfach immer wieder zu Ihrer Qualität zurückzufinden. Lassen Sie Ihren Atem ruhig fließen.

TIPP: Wenn Sie sehr aufgedreht vom Tagesgeschehen sind, dann hilft es sehr, vor der Übung 10 -15 Minuten wild abzutanzen. Setzen Sie sich danach gleich zur Gedanken-Entspannungs-Übung hin und spüren Sie Ihren Atem fließen.

Übung: Sonnenstrahlen

Frühling ist für mich die schönste Jahreszeit. Die Natur erwacht, die Menschen erwachen, lassen den Gefühlen ihren Lauf. Die schönste Jahreszeit zum verlieben, zu lieben sowieso. Gehen Sie raus in die Natur und geniessen Sie ganz intensiv die Sonnenstrahlen. Schließen Sie die Augen und lassen das weisse Licht der Sonne durch die geschlossenen Augen in ihren
Kopf und dann sehen sie dem Licht nach, wie es ihren ganzen Körper durchströmt.
Fühlen Sie einen kurzen Augenblick die Energie und die angenehme Wärme die sie erfüllt.

Lassen Sie mehrmals das weisse Licht der Sonne durch ihren Körper fluten, und seien Sie offen dafür, dass das Licht die Angst mit fortspült.

Bei Angstgefühlen ist diese schöne Sonnenflut-Übung ein gutes Mittel, die Angst gehen zulassen.

Und wenn die Sonne mal nicht scheint, dann stellen Sie sich einfach ein weisses Licht oberhalb ihres Kopfes vor, und lassen dieses weisse Licht dann in ihre Augen und durch ihren ganzen Körper fliessen. Wiederholen Sie diesen Vorgang so oft, bis sie sich gut fühlen.