Allergie: Definition & Ursachen allergischer Reaktionen

„Allergien sind im Zunehmen begriffen“ – das hat jeder schon gehört – “ eine Modekrankheit?“ – keineswegs – mit allergischen Symptomen schlägt sich die Menschheit nachweislich bereits seit über 4000 Jahren herum.

Tatsächlich gibt es allein in Deutschland über 12 Mio. Allergiker und jedes dritte Kind leidet im Verlauf seiner Kindheit an allergischen Symptomen. – Das Wort ist in aller Munde, auch die Medien haben sich des Themas angenommen und die Zahl der Veröffentlichungen ist in den letzten zehn Jahren sprunghaft angestiegen.
Betroffene, die ja oft selbst keine Klarheit darüber haben, was Ihnen fehlt, sehen sich einerseits nach wie vor verunsichert durch Schlagworte wie
„Überempfindlichkeit“ –
„reine Hysterie“
„alles Psychisch“ andererseits mit einer schier undurchdringlichen Flut an Informationen konfrontiert Allergien und deren Ursachen lassen sich nicht so leicht eindeutig ermitteln. Die Diagnose allein erfordert viel Zeit, nicht nur Hausärzte sind dadurch überfordert. So vielfältig die Symptome und Erscheinungsformen, so unüberschaubar die Ratschläge, Behandlungsmethoden und Medikamente. Umsomehr ist das Eigenengagement des Patienten gefordert.
Betroffene und Interessierte können sich hier einen Überblick zu verschiedenen Formen allergischer Erkrankungen wie z.B. Heuschnupfen, deren Ursache, Diagnose- und Behandlungsmethoden verschaffen.

Was ist eine Allergie?

Eine Allergie ist eine ernstzunehmende Störung des körpereigenen Abwehrsystems. Die Störung besteht in der unverhältnismäßig heftigen Reaktion des Immunsystems, auf an sich ungefährliche Stoffe, wie Blütenstaub, Latex, verschiedene Nahrungsmittel etc.
Das Immunsystem dient der Abwehr von Krankheiten. Es unterscheidet hierzu zwischen körpereigenen und körperfremden Stoffen und schützt den Körper vor Stoffen, die ihm schaden können, wie Bakterien oder Viren. Kommt der Körper mit Infektionserregern (Antigenen) in Berührung, merken sich sogenannte Gedächtniszellen den genauen Aufbau dieser Stoffe, passende Antikörper werden gebildet, um sie bei erneutem Kontakt erfolgreich abwehren zu können. Auf diese Art hält sich der Körper dann bestimmten Krankheiten gegenüber lebenslang immun. Im Zusammenhang mit einer Allergieentwicklung nennt man diesen Vorgang Sensibilisierung. Der Körper wird für einen bestimmten allergieauslösenden Stoff (=Allergen) sensibilisiert, passende Antikörper (Immunglobulin E) werden produziert. Erst bei erneutem Kontakt mit dem Allergen kommt es dann zu einer allergischen Reaktion. Wodurch diese Störung hervorgerufen wird lässt sich nicht eindeutig bestimmen und ist individuell verschieden. Gemeinhin nimmt man ein Zusammenspiel folgender Faktoren an:

    • ererbte allergische Reaktionsbereitschaft
    • starke allergene Belastung der täglichen Umgebung
      (z.B. durch Pollen, Schimmelpilze, Haustiere u.a.)

    • frühzeitiger starker Allergenkontakt (z.T. schon während der Schwangerschaft)
    • Streßfaktoren bei der Geburt
    • generelle Überempfindlichkeit
    (der Haut, Psyche)

  • Phasen starker psychischer u. physischer Belastung
  • Ungesunde Ernährung
  • Funktionsstörungen des Immunsystems

Warum häufen sich allergische Erkrankungen im Kindesalter?

Die Säuglingszeit und frühe Kindheit sind besonders empfindliche Phasen der körperlichen Entwicklung, da das Immunsystem noch im Aufbau ist. – Je früher und massiver das unfertige Immunsystem mit Allergenen konfrontiert wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Allergie entsteht.
Allergene treten über die Schleimhäute der Atemwege und des Verdauungstrakts und die Haut mit dem Körper in Kontakt. Diese Hautoberflächen sind beim Kleinkind im Verhältnis zum Körpergewicht relativ groß.
Die Darmschleimhaut ist durchlässiger, so dass potentielle Allergieauslöser leichter passieren können.
Leber und Niere, die Entgiftungsorgane des menschlichen Organismus, haben bei der Geburt noch nicht ihre volle Funktionsbreite erlangt; bestimmte Giftstoffe werden noch nicht in vollem Umfang ausgeschieden, können sich so im Körper ansammeln und das Immunsystem schwächen.