Die Vorteile personalisierter Produkte: Nivea, Coka-Cola, etc

Immer mehr Hersteller setzen auf individuell gestaltete Produkte, die persönlich zum Kunden passen. Prominentestes  – oder zumindest präsentestes – Beispiel ist sicher Coca-Cola. Der Softdrink-Gigant bot Kunden die Möglichkeit, Etiketten mit dem eigenen Namen zu versehen. Der Erfolg gab ihm Recht: Während der mittlerweile beendeten Aktion stieg der Umsatz in den USA um 2%. Das hört sich zunächst nicht nach allzu viel an, bei einem Absatz von fast 8,7 Milliarden Litern macht es aber eine ganze Menge aus.

Obwohl der Preis im Vergleich zur normalen Flasche mehr als doppelt so hoch ist, fanden die personalisierten Versionen also reißenden Absatz. Und das, obwohl sich am Inhalt rein gar nichts änderte. Das Gefühl, mit dem „eigenen“ Produkt aus der Masse herauszustechen, scheint den Konsumenten also bares Geld wert zu sein. Zudem stärke es, so Marketing-Experte Martin Fassnacht von der WHU, die Bindung des Kunden ans Unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit, aus einmaligen Kunden Stammkunden zu machen, ist durch die Personalisierung also deutlich höher.

Je früher, desto teurer

Es lohnst sich aus Herstellersicht also, den arbeitstechnischen und finanziellen Mehraufwand, den solche Artikel mit sich bringen, in Kauf zu nehmen. Die Gewinnspanne ist um ein Vielfaches höher. Bei Coca-Cola, wo nur das Etikett individuell gestaltet wird, hält sich der Mehraufwand zudem in Grenzen. Größer ist er da beispielsweise bei Sportartikelherstellern, die Kunden über einen Konfigurator die Möglichkeit geben, Schuhe selbst zu gestalten.

Hier muss der komplette Produktionsvorgang verändert werden, was den Preis selbstverständlich noch mehr in die Höhe treibt. Dennoch sind die Kunden gerne bereit, dieses Preis zu zahlen, bekommen sie hier doch einen echten Mehrwert: einen Schuh, der besser passt als Ware von der Stange.

Personalisierung als Geschäftsmodell

Die oben genannten Beispiele sind die erfolgreichen Versuche etablierter Marken, durch Personalisierung eine emotionale Kundenansprache zu erreichen, die sich insofern positiv auswirkt, als dass die Konsumenten immer wieder auf diese Marken zurückgreifen. Es gibt jedoch auch diverse Versuche, das Pferd von der anderen Seite aus aufzuzäumen und ausschließlich individuelle Produkte anzubieten. Ein Beispiel dafür ist MyMuesli. Hier können sich Kunden ihr Wunschprodukt genau nach dem eigenen Geschmack zusammenstellen lassen und so ihre ganz persönlichen Frühstücksflocken bekommen – eine Option, die oft und gerne genutzt wird.

Weitere Beispiele für Personalisierung

Vertbaudet

Wer selbst Kinder hat, kennt das „Problem“: Von allen Seiten wird man beschenkt. Besonders Kleidung für den Nachwuchs ist sehr beliebt, hat aber auch eine geringe Halbwertszeit, da das Kind ja unentwegt wächst. Oft werden Strampler und Co, dann schnell wieder weggegeben – es sei denn, es handelt sich um ein Modell, das mit dem Namen des Kindes bestickt ist. Das wird dann in der Regel aufgehoben und dient als Erinnerung an die erste Lebensphase.

Nivea

Die blaue Cremedose von Nivea gehört sicher zu den bekanntesten Verpackungen in Deutschland. Wem das zu langweilig ist, der kann sie mit einem Foto bedrucken lassen. Eine Creme mit der eigenen Familie auf dem Deckel zu besitzen, scheint dabei sehr attraktiv zu sein. Trotz des deutlich höheren Preises bei unverändertem Inhalt sind diese Dosen extrem beliebt.

Nutella

Wie Nivea ist Nutella eine Marke, die auf ihrem Gebiet führend ist. Dennoch wird auch hier die Option genutzt, die Kundenbindung durch Personalisierung noch zu verstärken. Per Online-Konfigurator kann man die Farbe des Etiketts wählen sowie seinen Namen und seine Hobbys darauf verewigen lassen.