Die Tabakindustrie im Umbruch – immer mehr Konsumenten steigen auf E-Zigarette um


Die jahrhundertealte Tabakindustrie wie wir sie heute kennen, befindet sich seit einigen Jahren in einem starken Wandel. Die E-Zigarette, die bei ihrer Einführung noch belächelt wurde und ein bescheidenes Nischendasein führte, wird heute von mehr und mehr Konsumenten geschätzt.

Auch im Alltag hat sich diese Form des Rauchens bereits etabliert und wird nahezu überall akzeptiert. In Cafés, in Fußgängerzonen und auch anderswo wird immer öfter gedampft anstatt geraucht. Seit 2016 verzeichnen die Hersteller ein konstantes Umsatzwachstum bei Liquids bzw. E-Zigaretten. Im gleichen Zeitraum hat sich der Anteil der Raucher an der Weltbevölkerung um rund ein Drittel verringert.

„Dampfen“ liegt demnach voll im Trend und das haben auch die etablierten Tabakkonzerne erkannt. Diese spüren die Umsatzeinbußen bei ihren traditionellen Produkten und versuchen, sich dem Trend anzupassen. Auch sie setzen verstärkt auf Produkte in diesem Segment und bieten neben klassischen Tabakwaren auch E-Zigaretten und Liquids an. Gerade die E-Zigaretten bzw. die Aromen im E Zigarette sehen sich jedoch auch vermehrt Kritik von verschiedenen Seiten ausgesetzt.

Die Kritik an der E-Zigarette

Wie schädlich das Dampfen mit den E-Zigaretten tatsächlich ist bzw. ob es überhaupt negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat, wird in den Medien kontrovers diskutiert. Vor allem die Gegenüberstellung der schädlichen Wirkung von Rauchen mit Tabak und den möglichen Folgen des Verdampfens ist schwierig, da es für den Konsum von E-Zigaretten noch keine Langzeitstudien gibt. Dies liegt selbstverständlich an der relativ kurzen Zeitspanne, in der sie erst erhältlich sind. Doch aus was bestehen Liquids tatsächlich und was hat es mit den Aromen auf sich?

Festgehalten werden kann, dass Liquids für E-Zigaretten zum Großteil aus einem Trägerstoff bestehen, der aus Propylenglykol und Glycerin hergestellt wird. Bei beidem handelt es sich um Stoffe, die ebenso auch bei der Herstellung von Lebensmitteln zur Anwendung kommen. So verhält es sich auch mit den Aromen, die in Liquids eingesetzt werden und deren Anteil vergleichsweise gering ausfällt. Produkte, in denen sich diese Inhaltsstoffe beispielsweise ebenso finden, sind Kaugummis, Süßigkeiten und Fertiggerichte; also Nahrungs- und Genussmittel, die dieser Art der Kritik nicht ausgesetzt scheinen.


Diese Gegenüberstellung legt nahe, dass das Dampfen von E-Zigaretten für die Gesundheit zumindest weniger schädlich sein sollte als das Rauchen von Tabak und der in Zigaretten sonstigen enthaltenen Stoffe, deren Kurz- und Langzeitwirkungen bereits hinlänglich bekannt sind. Ein wesentliches Element bei beiden Arten zu rauchen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Menge und Häufigkeit. Hierbei steht wiederum im Vordergrund, mit welcher Intention geraucht bzw. gedampft wird.

Mittel zur Rauchentwöhnung

Viele Zigaretten-Raucher nutzen die Möglichkeit der E-Zigaretten, um sich das Rauchen abzugewöhnen. Denn einen großen Anteil, warum viele von der Zigarette nicht loskommen, ist auch die Gewohnheit, in gewissen Situationen zu rauchen. Die E-Zigarette ermöglicht hier einen Umstieg auf eine Form des Rauchens ohne die in herkömmlichen Zigaretten enthaltenen Stoffe, die auch das Suchtzentrum im Gehirn ansprechen.

In Ländern wie Großbritannien wird die elektronische Zigarette daher auch bewusst als Alternative zur Rauchentwöhnung propagiert. Sogar viele ehemals starke Raucher haben es somit bereits geschafft, sich der herkömmlichen täglichen Zigarettenpäckchen zu entledigen und anstatt dessen lieber Liquids in unterschiedlichen Aromen zu verdampfen. Einige davon entscheiden sich irgendwann, auch das Dampfen sein zu lassen, andere hingegen sind bereits mit diesem Schritt sehr zufrieden und bleiben dabei.

Was Rauchern und Nichtrauchern zu raten ist

Die Liquids für elektronische Zigaretten werden nach wie vor noch lange Zeit ein kontroverses Thema bleiben. Vor allem, da noch keine Langzeitergebnisse des Konsums vorliegen, können nur Mutmaßungen über die möglichen Folgen angestellt werden, was die Argumentationsgrundlage sehr dürftig macht. Während die Inhaltsstoffe von traditionellen Nikotin-Zigaretten und deren Auswirkungen längst bekannt sind, kommen in den Liquids Stoffe zum Einsatz, deren sich auch die Lebensmittelindustrie bereits seit langem bedient. Raucher können den Umstieg vor allem als Alternative zur kompletten Rauchentwöhnung in Betracht ziehen. Für Nichtraucher gilt in jedem Fall, sich auch das Dampfen nicht anzugewöhnen. Denn nur komplett rauchfrei zu sein ist mit Sicherheit die gesündeste Alternative.