Unternehmensfinanzierung: Modelle und Kapital

„Die richtige Idee ist eine notwendige, aber keineswegs hinreichende Bedingung für die Gründung (bzw. Expansion, d.Red.) eines Unternehmens. Der Entrepreneur braucht daneben auch noch Geld.“

Diese Behauptung trifft natürlich –trotz dem rasanten Fortschritt– auch im 21. Jahrhundert zu. Fragt sich nur noch: „Woher das benötigte Geld nehmen?“

Der erfolgreichste Weg ist natürlich die Geldbeschaffung anhand eines positiven Cash Flows. Aber es ist nicht das einzig sinnvolle Finanzierungsmodell, um wichtige Investitionen zu tätigen. Die goldene Mitte liegt in einem Mix aus:

1.) Eigenkapital (d.h.: positiver Cash Flow & v.a. Beteiligungen)

2.) Fremdkapital (d.h.: v.a. Kredite)

Grundvoraussetzung für Ihre Unternehmensfinanzierung:

Ihr Eigenkapital

  • verfügen Sie über ca. 20% eigene Mittel (Sach- und Finanzleistungen), besitzen Sie ein solides Polster.
  • verfügen Sie nur über (10%-) ca. 15 %, müssen Sie als erstes versuchen, eine Aufstockung Ihres Eigenkapitals zu erreichen.
    • über das öffentliche Eigenkapitalhilfe-Programm (Achtung: Sie müssen hier den Weg über die Bank gehen; d.h.: Einbindung der Eigenkapitalaufstockung als ein Baustein der Gesamtfinanzierung!) oder
    • über private Kredite von Freunden, Bekannten und Verwandten oder
    • Sie nehmen Geschäftspartner mit ins Boot, die weiteres Eigenkapital mitbringen

Welche Geldquellen können Sie für Fremdkapital anvisieren?

Bankkredite

Es gib zunächst die klassischen kurz- und langfristigen Geschäftskredite bei deutschen und ausländischen Banken.

Sicherheiten und Bürgschaften

Bei der Finanzierung von Unternehmens – Gründungen und -expansionen durch Banken und Kreditinstitute sind Bürgschaften und Sicherheiten unerlässlich. Die Erfolgwahrscheinlichkeit der Geschäftsidee und die Fähigkeiten des Unternehmers sollten eigentlich den selben Stellenwert einnehmen wie bewertbare Sicherheiten und souveräne Bürgen, doch die steigende Zahl der Insolvenzen hat potentielle Kreditgeber vorsichtig gemacht.

Für Gründer und Unternehmer gilt deshalb umso mehr: nichts darf auf wackligen Füßen stehen, Geschäftsidee und Unternehmenskonzept müssen bis ins Detail ausgearbeitet und ansprechend präsentiert werden. Besonders wichtig für die Banken ist hier die Kapitaldienstfähigkeit, also die Rentabilität des Unternehmens. Investitionsvolumen und Rentabilitätsvorschau sollten vor dem Bankgespräch genauestens kalkuliert werden.

Was die Persönlichkeit des potentiellen Kreditnehmers angeht, sind Fachwissen, vor allem aber auch kaufmännisches Wissen, sowie Seriösität, Fleiß und Durchsetzungsvermögen die wichtigsten Kriterien für die Kreditanstalten.

Ausschlaggebend bei der Kreditvergabe sind jedoch viel zu häufig, wie bereits angedeutet, bewertbare Sicherheiten. Darunter versteht man Mobilien und Immobilien im Besitz des Kreditnehmers, die dem Kreditgeber ganz oder teilweise übereignet werden, besser gesagt die Rechte daran, so dass sie im Falle der Insolvenz an die Kreditanstalt übergehen. Je mehr Sicherheiten und Eigenkapital vorgewiesen werden können, umso geringer ist das Risiko für die Kreditgeber und umso eher sind sie geneigt, Kreditanfragen zu bewilligen.

Bewertbare Sicherheiten sind:

  • Immobilien, also Häuser, Wohnungen und Grundstücke
  • Lebensversicherung
  • Bausparverträge
  • Sparguthaben
  • Sparbriefe
  • Festgelder
  • Aktien
  • Festverzinsliche Wertpapiere
  • Sicherungsübereignung von Maschinen, Warenlagern, etc.
  • Forderungsabtretungen noch nicht beglichener Rechnungen von Kunden des Kreditnehmers
  • Bürgschaften und Garantien

Bei Bürgschaften verpflichtet sich der Kreditnehmer selbst und / oder ein Dritter, für die Verzinsung und Rückzahlung des im Bürgschaftsvertrag ausgehandelten Betrages.

Bei Ausfallbürgschaften bürgt die Bürgschaftsbank des jeweiligen Bundeslandes, in manchen Ländern auch Kreditgarantiegemeinschaft genannt, bis zu einer Höhe von 1,5 Millionen Mark. Im Falle einer Insolvenz ist das Kreditvolumen bis zu 80 % durch die Ausfallbürgschaft abgesichert, das Restrisiko liegt bei der Hausbank. Dies ändert jedoch nichts an der Haftung des Kreditnehmers für den gesamten Betrag, durch die Ausfallbürgschaft werden lediglich fehlende Sicherheiten abgedeckt.

Die Bürgschaftsbanken sind Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft, dienen der regionalen Unterstützung (je nach Bundesland) von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Daran beteiligt sind

  • Industrie- und Handelskammern
  • Handwerkskammern
  • Kammer der freien Berufe
  • Wirtschaftsverbände und Innungen
  • Banken und Sparkassen
  • Versicherungsunternehmen

Alle gewerblichen Unternehmen und Freiberufler können, bei fehlenden bewertbaren Sicherheiten, eine Ausfallbürgschaft beantragen. Voraussetzung ist ein aus betriebswirtschaftlicher Sicht erfolgversprechendes Unternehmenskonzept. Die Ausfallbürgschaft wird normalerweise bei der Hausbank beantragt. An Kosten fällt eine einmalige Bearbeitungsgebühr und eine laufende, jährliche Gebühr von üblicherweise 1 % der verbürgten Summe an.

Wenn ein Kreditnehmer ein ERP- oder DtA-Darlehen in Anspruch nehmen will und keine ausreichenden Sicherheiten vorweisen kann, kann die Hausbank des Kreditnehmers die Haftungsfreistellung beantragen (in den alten Ländern bis zu 40%, in den neuen Ländern bis zu 50 % des Gesamtkreditbetrages). In diesem Fall haftet der Kreditnehmer mit reduzierter Haftung gegenüber der Hausbank und die Hausbank gegenüber den Geldgebern, also der Deutschen Ausgleichsbank oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Für Bürgschaften über abzusichernde Kredite zwischen 1,5 und 20 Millionen Mark sind in den alten Ländern die Bürgschaftsprogramme der Länder und in den neuen Ländern die DtA-Bürgschaftsprogramme zuständig. Bei Kreditsummen über 20 Millionen Mark sind es in den alten Ländern die Länder selbst, die bürgen, bzw. Bund und Länder gemeinsam in den neuen Ländern.

Fördermittel, öffentliche Zuschüsse oder öffentliches Beteiligungskapital

Anträge auf Förderung sind häufig kurzfristig nach Veröffentlichung einer Ausschreibung (zumeist im Amtsblatt der EU) zu stellen. Auch in der deutschen Förderlandschaft werden immer öfter Ideenwettbewerbe oder Programme mit kurzen Antragsfristen veröffentlicht.
Wer diese Termine verpaßt, wird nicht gefördert, auch wenn er alle übrigen Voraussetzungen erfüllt. Die Kenntnis der Daten ist oftmals entscheidend für die Förderung und damit ggf. auch für den Erfolg und die Realisierung eines Projektes.

Beispiele zu Förderprogrammen:

Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für den Mittelstand
Das KfW-Mittelstandsprogramm ist speziell auf langfristige Finanzierungerfordernisse in Deutschland ansässiger Unternehmen ausgerichtet. Die KfW unterstützt mit zinsgünstigen Darlehen kleine und mittelständische Unternehmen, sowie freiberuflich Tätige, bei der Existensgründung aber auch bei Erweiterung oder Expansion.

Deutsche Ausgleichsbank – DtA-Startgeld
Die DtA unterstützt alle Formen der Existenzgründung, wie Errichtung oder Erwerb eines Betriebes sowie Übernahme einer tätigen Beteiligung. Auch wenn das Unternehmen erstmal nur als Nebenerwerb, mit späterem Vollbetrieb, geplant ist, keine eine Förderung möglich sein. Voraussetzung sind fachliche und kaufmännische Qualifikation.

ERP-Programme (€pean Recovery Program)
ERP-Programme sind ein Überbleibsel aus dem Marshall-Plan. Das Ziel dieser in verschiedene Kategorien eingeteilten Förderprogramme ist ebenfalls, kleinen und mittelständischen Unternehmen die Gründung bzw. Erweiterung ihrer Unternehmen zu ermöglichen oder zu erleichtern.

New Opportunities for Women (NOW)
Diese frauenspezifische Fördermaßnahme ist ein Projekt der €päischen Union und bezuschußt die berufliche Vorbereitung und die Gründung eines Unternehmens oder einer Genossenschaft. Die Zuschüsse sind regional gestaffelt.
Weitere speziell für Frauen entwickelte Förderprogramme sind z.B.:“Goldrausch“ und „Frauen in örtlichen Beschäftigungsinitiativen (ÖIB)“.

Grundsätzlich:
Detailierte Auskünfte können Ihnen die verschiedenen Ministrien des Bundes, der Länder und der EU, sowie die Handwerks- und Industrie- und Handelskammern  geben.

Um den Themenkreis abzurunden, empfiehlt sich noch der Blick in den Datenbestand der Fördervorhaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, BMBF und des Bundesministeriums für Wirtschaft, BMWi. Hierbei handelt es sich um die Ausschreibung einzelner, absolut themenorientierter Projekte, die gefördert werden. Beispiel: „Wissensbasierte Studienberatung im Internet (Wissensintensive Dienstleistungen); Laufzeit: 01.12.2001 bis 28.02.2005“.

Beteiligungskapital

Beteiligungskapital (auch Risikokapital, Venture Capital) von öffentlichen finanzierten Beteiligungsgesellschaften Privatinvestoren oder Fondsmanager

Wie kommt man an Risikokapital?

Diese Risiko-Investoren kennen den Markt sehr genau und erwarten von Ihnen eine neue Idee, ein gutes Team und hohes Wachstumspotential. Sie verfügen über ausgezeichnetes Know-how und ebensolche Kontakte. Venturisten wollen Chancen und Risiko teilen; sie sind Partner und Mitgesellschafter. Sie erwarten für Ihren finanziellen Einsatz natürlich Mitspracherecht und regelmäßige Geschäftsberichte. Schwierigkeiten sollten offen ausgesprochen werden.

Junge Unternehmer haben es in Deutschland oft schwer, risikofreudige Geldgeber zu finden (und auch Geldgeber, die bereit sind, auf Steuervorteile bzgl. ihrer Geldanlage zu verzichten –in der Hoffnung auf höhere Rendite). Die Chance, gute Investoren aufzuspüren, ist im Ausland (spezielle in USA, aber auch in Großbritannien, etc.) bedeutend größer. Natürlich müssen Sie bzw. Ihr Unternehmen auch bei dieser Form der Finanzierung Voraussetzungen erfüllen, wenn Sie diese Chance nutzen wollen.

  • Ist Ihr Unternehmen für die Ansprüche ausländsicher Geldgeber attraktiv (größere Konkurrenzsituation)
  • welchen speziellen Marktvorteil können Sie vorweisen?
  • stellen Sie sich mit einer Präsentation den möglichen Investoren auf Treffen oder Messen vor
    • ist der zu erwartende Gewinn für den Kapitalgeber interessant? Genau das will er wissen
    • ebenso ist der erste Eindruck für eine positive Entscheidung sehr wichtig: sind sie in der Lage, den anvisierten Gewinn in der Praxis zu erzielen?
  • informieren Sie sich im Vorfeld über die geschäftlichen Gepflogenheiten der infrage kommenden, zukünftigen Geschäftspartner
  • gute Kontakte lassen sich auf Messen, in Seminaren, Kongressen sowie in MarketingClubs oder über internationale Verbände herstellen (sorgen Sie dafür, daß Ihre Adresse in den entsprechenden Verteilerlisten steht)
    • Kontakte auf persönlicher Ebene sind oft erfolgversprechender
  • in den USA gibt es teilweise Manager, die sich auf die Erschließung internationaler Märkte spezialisiert haben.
  • argumentieren Sie mit positiven Zahlen und sicheren Erfolgschancen
  • Außerdem sollten Sie mit einem hervorragenden Controlling und einem eingängigen Business-Plan überzeugen
  • bedenken Sie, daß im Ausland häufig andere Veröffentlichungspflichten und -gebräuche üblich sind
  • Suchen Sie sich einen Übersetzer, dem Sie die ausländischen Vertragstexte noch einmal vorlegen (auch wenn diese bereits übersetzt worden sind)
  • berücksichtigen Sie, daß im AUsland Geschäfte und Verträge oft anders abgewickelt werden
  • in den USA wird teilweise tagelang die formal korrekte Geschäftsgründung untersucht, da dort die „Sicherheit“ eines deutschen Handelsregisters nicht gegeben ist.
  • bevorzugte Rechtsform für den ausländischen Geldgeber ist die kleine AG. Hier findet er den besten Zugang zum deutschen und internationalen Markt

Business-Angels & Private Beteiligungsgesellschaften

Die Unterstützung die Sie durch diese „Geschäftsengel“ erfahren ist nicht nur finanzieller Art. Hierbei handelt es sich um gestandene Geschäftsmänner, die sich mit einer steilen Karriere ein gutgehendes Unternehmen mit beträchtlichem Finanzpolster geschaffen haben. Sie verstehen sich in den meisten Fällen als Anschubfinanziers und verkaufen ihre Geschäftsanteile wieder, wenn der Newcomer Fuß gefaßt hat und ihrer Hilfe nicht mehr bedarf. Sie wollen Anfängern die Chancen geben, die sie selbst bereits erfolgreicht genutzt haben. Hier spielt die Persönlichkeit eine große Rolle.

Private Beteiligungen sind natürlich wesentlich teurer als staatliche Fördergelder, allerdings erwerben Sie mit etwas Glück durch private Investoren zusätzlich sehr wichtige Kontakte und Expertenwissen.

Wie finden und überzeugen Sie die richtige Gesellschaft?

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über private Investoren und / oder Risikokapitalgesellschaften. Ein günstiger Einstiegspunkt ist der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteilligungsgesellschaften ( BVK ).
  • Schreiben Sie die Gesellschaft an, die in Ihrer Branche Investionen tätigt.
  • Verzichten Sie auf Rundschreiben. Formulieren Sie ganz konkret Ihr Vorhaben.
  • Beschreiben Sie Ihr Unternehmen, Ihr Produkt sowie Ihre Geschäftsstrategien.
  • Betonen Sie Ihre Branchenkenntnisse und die Fachkompetenz Ihres Teams sowie das kaufmännische Know-How.
  • Fügen Sie Ihren Business-Plan und eine Analyse der Bilanzen bei.
  • Geben Sie eine detailierte Beschreibung über die Zukunfts- und Wachstumschancen Ihres Produkts.
  • Verschweigen Sie keine Schwachpunkte, sondern bieten Sie gleich Lösungsansätze dazu an.
  • Machen Sie deutlich, daß Sie an einer wirklichen Partnerschaft interessiert sind.

Kooperationen

Stichwort: möglichst geringe Kapitalbindung ist auch eine Form der Finanzierung:

  • Kooperationen (Bsp.: anstatt sich ein sehr teuere Maschine zu kaufen, versuchen Sie über Kooperationsbörsen Partner zu finden, mit denen Sie sich die Maschine „teilen“ können)
  • Bürogemeinschaften; Marktforschungskooperationen, Marketinggemeinschaften, Einkaufskooperationen, Werbegemeinschaften, Vertriebskooperationen, u.v.m.
  • Holding / Management Holding
  • Joint Ventures
  • Kapital-, Unternehmensbeteiligungen (stille oder tätige Beteiligung)
  • strategische Allianzen

Unternehmensfinanzierung durch Leasing

Die meisten denken, wenn sie „Leasing“ hören immer noch in erster Linie an eine Form der Autofinanzierung, nicht ganz zu unrecht. Dieses „klassische“ Leasinggeschäft mit Fahrzeugen aller Art, hielt von 1997 bis 1999 mit über 60 % Gesamtanteil, die Spitzenposition am Markt. 1998 wurden über 73 Milliarden Mark für Fahrzeug-Leasing ausgegeben. Längst wird diese Finanzierungsart bei allen erdenklichen Investitionen eingesetzt. Leasing hat sich, nicht mur für Fahrzeuge, zu einem wichtigen Investitionsinstrument entwickelt: Immobilien, Computer-Ausstattungen, Produktionsanlagen und Büroeinrichtungen und viele andere Wirtschaftsgüter können heute geleast werden.

Leasing lohnt nicht nur bei Neuanschaffungen: Sale-and-lease-back (SLB): Mit diesem Verfahren können Unternehmen Steuern sparen und ihre Liquidität deutlich verbessern. Betriebseigene Immobilien oder Mobilien werden an eine Leasinggesellschaft verkauft und von derselben per Leasing wieder angemietet. Hier wird besonders deutlich, daß man Wirtschaftsgüter nicht besitzen muss um Erträge zu erwirtschaften.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Miete, wird beim Leasing in der Regel mehr Eigenverantwortung für Instandhaltung und Reparaturen der Leasing-Objekte vom Leasingnehmer erwartet. Außer dem Finanzierungs-Leasing gibt auch das Operating Leasing, das quasi einem regulären Mietvertrag ähnlicher ist, hier bleiben Rechte und Pflichten, sowie das Risiko allein beim Leasinggeber.

Vorteile:

  • Leasing bringt deutliche Liquiditätsvorteile, bestehende Kreditspielräume bleiben erhalten
  • Leasing ist eine 100%ige „off balance sheet-Finanzierung„, im Gegensatz zum Kreditkauf muss das Objekt nicht in der Bilanz aktiviert werden
  • Leasing-Zahlungen mit fester, gleichbleibender Verzinsung, bilden eine klare Kalkulationsgrundlage für die gesamte Vertragsdauer
  • Steuereinsparungen bei Gewerbekapital- und Vermögenssteuer. Leasingkosten sind ausnahmslos als Betriebsausgaben absetzbar
  • im Vergleich zu anderen Finanzierungsarten sind die Gesamtkosten geringer
  • Kosten und Erträge einer Investition verlaufen parallel

Wie alle anderen Kreditgesellschaften überprüfen auch Leasinggesellschaften die Bonität ihrer potentiellen Partner, das bedeutet, wer im großen Rahmen leasen will muss erst mal entsprechende Sicherheiten aufweisen.

In Deutschland wurden 1999 weit über eine Million Leasing-Verträge neu abgeschlossen. Mit einem Leasing-Volumen von insgesamt über 32 Millionen € steht Deutschland an erster Stelle auf dem europäischen Leasing-Markt. Schätzungen zufolge werden in den USA ca. 20 % aller Investitionen durch Leasing getätigt, in Deutschland sind es ca. 15 %, mit steigender Tendenz.

Bei den Leasing-Anbietern kann man zwischen herstellerabhängigen und herstellerunabhängigen Formen unterscheiden. Erstere ist vor allem beim Leasing von Computer Hardware und Autos zu empfehlen, da der Leasinggeber für sein eigenes Produkt eine gewisse Verantwortung hat und die Konditionen für Lieferung, Wartung und Instandhaltung individuell vereinbart werden können. Außerdem können die Hersteller den Spielraum zwischen Verkaufspreis und Herstellungskosten besser ausnutzen und daher oft günstige Angebote machen.

Bei herstellerunabhängigen Leasing-Anbietern handelt es sich meistens um die Leasing-Gesellschaften von Bank- und Kreditinstituten. Entsprechend dieser Unterscheidung, gibt es unterschiedlich ausgelegte und gewichtete Leasingverträge.
Für Existenzgründer, die sich zwischen Kreditkauf und Leasing entscheiden müssen, gilt: Ziehen Sie einen kompetenten Berater hinzu, der Ihnen, nach Überprüfung der Rentabilität und Liquidität, bei der schwierigen Mustervergleichsrechnung zwischen Kauf und Leasing hilft. Eines der Hauptargumente für Leasing, nämlich der Steuervorteil fällt bei Existenzgründern weg, da sie in der Regel in den ersten Jahren sowieso kaum Gewerbekapital- und Vermögenssteuer zahlen.

Mitarbeiterbeteiligungen in Form von Unternehmensanteilen oder Aktien

Die Vision: Jeder Mitarbeiter ist auch Aktionär des Unternehmens. Damit sollte auch das persönliche Interesse und Motivation für die Firma geweckt werden.
Was in Amerika gang und gebe ist, steckt in Deutschland noch nicht einmal in den Kinderschuhen und wird nur in sehr wenigen Firmen –mit sehr unterschiedlichem Erfolg– praktiziert. Die Grundidee ist, daß die Mitarbeiter erst einmal in „ihre“ Firma mitinvestieren, um dann auch am finanziellen Erfolg teilzuhaben.

Vielleicht müssen die Menschen sich erst einmal an den Gedanken gewöhnen, auf der einen Seite ihr Geld nicht in festverzinste Sparbücher, sondern in Aktien zu investieren –die gewünschte absolute Sicherheit gibt es leider nirgends– und auf der anderen Seite müssen sich Unternehmer daran gewöhnen, dass Aktionäre auch ein gewisses Maß an Mitsprache haben und dieses Wissen eine goldene Fundgrube für ihr Unternehmen darstellt.

Eigenkapital durch Inserate

Wenn Sie per Inserat eine Mitfinanzierung suchen, sollten Sie folgende Punkte beachten:

Das Inserat

  • Betonen Sie die Solidität Ihres Unternehmens bzw. die erfolgversprechende Perspektive.
  • Je niedriger die Mindestbeteiligung, desto größer die Reaktion von potentiellen Geldgebern, aber auch der Verwaltungsaufwand.
  • Suchen Sie fachliches Wissen, dann kommt evtl. ein aktiver Gesllschafter in frage, der auch am Risiko mitbeteiligt wird.
  • Ein stiller Gesellschafter ist nur Geldgeber. Die Entscheidungesgewalt bleibt in Ihrer Hand.
  • Die Verzinsung/Rendite richtet sich nach dem Risiko und liegt höher als bei festverzinslichen Wertpapieren.
  • Zusätzlichen Anreiz bietet neben fester Verzinsung eine variable Gewinnbeteiligung.
  • Die Laufzeit der Beteiligung können Sie zeitllich begrenzt, aber auch unbefristet vereinbaren.

Vorsicht und Finger weg!

  • Kapitalvermittler, die von Ihnen im voraus Geld verlangen, sind in den meisten Fällen unseriös. Verlust vorprogrammiert.
  • Wenn der Zinssatz deutlich unter dem banküblichen liegt oder gar Zins- und Tilgungsfreiheit geboten werden, handelt es sich womöglich um „Geldwäscher“. Sie können sich strafbar machen.
  • Wird Ihnen eine Beteiligung in ausländischer Währung angeboten, vergessen Sie nicht, die Seriösität des Anbieters und die Zuverlässigkeit der Währung zu prüfen.

Kosten

  • Gebühren für Anzeigenschaltung in einer oder mehreren Zeitungen.
  • Rechtsanwaltskosten für Beratung
  • Notargebühren zum Aufsetzung des Vertrages.

Worüber sollten Sie dem Geldgeber Auskunft geben

  • Bilanzen und Gewinn-/Verlustrechungen mit Erklärungen (Wirtschaftsprüferbericht) für die letzten 3 Jahre.
  • Kurzfristige Erfolgsrechnung für das laufende Geschäftsjahr
  • Liquiditätsplanung zzgl. Planung der Bilanzen, sowie Gewinn- und Verlust-Rechnung oder Einzelplanungen für die kommenden 3 – 5 Jahre.
  • Kreditlinien der Banken
  • Lieferanten und Abnehmer
  • Personalentwicklung der vergangenen drei Jahre
  • Leasing- und/oder Factoring-Verträge.
  • Patente oder Gebrauchsmuster
  • Schwebende Gerichtsverfahren
  • Kooperations- oder Mietverträge

Weitere Geldquellen

  • Gewinne bei Gründungswettbewerben
  • Ausgründungen aus Unternehmen