Stressmanagement: Übungen & Methoden

Nachdem Sie nun die Stressquellen in Ihrem Leben analysiert haben, können Sie gezielt daran gehen, diese zu reduzieren. Dafür ist es meist notwendig, bestimmte Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu überdenken und ggf. zu ändern.

Wir haben hier eine Reihe von typischen Bereichen zusammengestellt, in denen Massnahmen zur Reduzierung von Stress Sinn machen. Überprüfen Sie aber in jedem Fall anhand Ihrer Analyse, wo bei Ihnen die entscheidenden Knackpunkte sind.

Im Stressmanagement Prioritäten setzen

Stress entsteht oft dadurch, dass wir uns zu viel zumuten. Wir verzetteln uns in Bezug auf Aufgaben und Verantwortlichkeiten und wissen dann gar nicht mehr, wo uns der Kopf steht. Damit Sie Ihren Stress reduzieren können, müssen Sie Prioritäten setzen und Ihr Leben konsequent danach ausrichten. Finden Sie heraus, was wirklich wichtig für Sie ist.

  • Welche Ziele verfolgen Sie ganz persönlich?
  • Was wollen Sie erreichen?
  • Was ist Ihnen wichtig?

Klarheit über die eigenen Ziele, bedeutet eine Leitlinie für Entscheidungen für oder gegen bestimmte Aktivitäten zu haben. Das macht es viel leichter, ein effektives Stressmanagement zu betreiben.

Rollen und Funktionen überprüfen

Oft entsteht Stress dadurch, dass wir zu viele Rollen oder Funktionen in unserem Leben ausfüllen. Wir zerreissen uns praktisch und rennen ständig von einer Verpflichtung zur Nächsten. So sind Sie z.B.:

  • berufstätig,
  • Elternteil,
  • Liebespartner,
  • Freund oder Freundin,
  • Vereinsmitglied,
  • politisch engagiert,
  • Hundebesitzer/in,
    usw.

Machen Sie sich einmal klar, welche Rollen oder Funktionen Sie in Ihrem Leben ausfüllen und welche sich davon möglicherweise widersprechen und Ihnen so zusätzliche Kräfte rauben. Können Sie tatsächlich alle diese Rollen erfüllen oder sollten Sie davon vielleicht ein oder zwei reduzieren bzw. abschaffen? Manchmal ist weniger mehr.

Lernen Sie „Nein“ zu sagen

Vielleicht gehören Sie zu den Leuten, die nicht „Nein“ sagen können? Das kann Ihnen in ganz verschiedenen Bereichen so gehen:

  • Sie nehmen immer wieder Aufgaben an, von denen Sie wissen, dass Sie Ihnen Stress bereiten werden?
  • Sie erledigen oft auch noch die Arbeit Ihrer Kollegen, weil die es nicht schaffen?
  • Sie sind immer da, wenn andere Sie brauchen, auch wenn Sie eigentlich die Zeit für sich selbst bräuchten?
  • Sie räumen Ihren Lieben ständig die Sachen hinterher?
  • Sie lassen sich immer wieder dazu überreden, am Wochenende etwas zu unternehmen, obwohl Sie spüren, dass Sie besser ausruhen sollten?

Kommen Ihnen diese Beschreibungen bekannt vor? Vielleicht sind es andere Bereiche, in denen Sie nicht „Nein“ sagen können. In jedem Fall sollten Sie viel öfter den Mut haben, „Nein“ zu sagen, besonders dann, wenn Sie im Stress sind. Sie müssen nicht überall dabei sein! Sie können nicht jede Aufgabe erledigen. Und Sie können nicht jedem zuhören. „Nein“ zu sagen, wird möglich, wenn wir unsere Prioritäten gesetzt haben und erkennen, dass es an uns selbst liegt, gut für uns zu sorgen.

Stressmanagement heißt auch Zeitmanagement

Befassen Sie sich einmal mit dem Thema Zeitmanagement. Durch die Methoden des Zeitmanagements wird schnell klar, wie man verschiedene Aufgaben sinnvoll planen kann und wie wir unsere Zeit effektiver einteilen und nutzen können. Zeitmanagement sensibilisiert uns für Zeitfresser und zeigt uns, wie wir mit ihnen umgehen können. Der Autor Lothar J. Seiwert hat hierzu verschiedene Titel veröffentlicht, z.B. „Das neue 1×1 des Zeitmanagements“. Es werden aber auch von vielen Seminaranbietern Workshops und Seminare zu diesem Thema angeboten.

Stressmanagement & Delegation

Delegieren können“ ist eine wichtige Voraussetzung dafür, Stress zu reduzieren. Verteilen Sie Arbeitslast auf möglichst viele Schultern, damit Sie allein nicht unter dem Gewicht irgendwann zusammenbrechen. Das können Sie auch dann tun, wenn Sie keine Führungsperson sind. Allein im Haushalt kann jedes Familienmitglied Aufgaben und Verantwortlichkeiten übernehmen. Rechnen Sie auch einmal durch, ob eine Haushaltshilfe tatsächlich unerschwinglich ist. Finden Sie mit Ihren Kollegen heraus, wer welche Aufgaben am besten erledigen kann und verteilen Sie dann die Aufgaben neu. Fragen Sie vielleicht auch einmal bei Ihrem Chef nach, ob Sie nicht einen Praktikanten oder eine Praktikantin bekommen können, die Ihnen einiges an Arbeit abnehmen kann. Lernen Sie, rechtzeitig um Mithilfe zu bitten.

Arbeitsorganisation

Oft reiben wir uns mit unzähligen unnötigen Handgriffen oder Arbeitsschritten auf, weil wir nie konsequent unsere Arbeitsorganisation überdacht haben. Da arbeiten wir z.B. auf einem vollkommen überfüllten Schreibtisch und wundern uns, dass wir so viel Zeit mit Suchen verschwenden. Oder es werden durch einen umständlichen Arbeitsablauf, Arbeitsschritte mehrfach fällig. Überlegen Sie hier einmal allein oder zusammen mit Ihren Kollegen, wie sich der Aufwand der einzelnen Aufgaben reduzieren lässt.

Vereinfachen Sie Ihr Leben

In den USA gibt es die „Simplify your life“- Bewegung (Vereinfache Dein Leben). Eine Vertreterin dieser Strömung ist Elaine St. James. Sie hat erkannt, dass man sein Leben durch vielfältige Massnahmen vereinfachen kann – z.B. durch Ordnung, Reduzierung von Aktivitäten und Ansprüchen, durch kleine und grosse Massnahmen. Überlegen Sie doch einmal, wie Sie Ihr eigenes Leben vereinfachen können:

  • Was sind z.B. Dinge, die Sie nicht mehr brauchen?
  • Welche Aktivitäten bringen Ihnen nicht wirklich etwas, sondern sind mehr eine Belastung?
  • Worauf können Sie gut verzichten?
  • Wie können Sie sich Ihren Alltag angenehmer und leichter machen?

Vereinfachen Sie Ihr Leben, indem Sie sich auf die Dinge konzentrieren, die Ihnen wirklich wichtig sind und vor allem, die Ihnen Freude und Spass machen.