Stressbewältigung durch Kurzurlaub

Stress ist allgegenwärtig – je mehr Beschäftigungen ein Mensch verpflichtend nachgeht, desto anfälliger ist er dafür. Ist dieser Stress positiver Art, stellt das kein problem dar, aber negativer Stress und das Gefühl des Ausbrennens führt auf die Dauer zum Zusammenbruch. Deswegen sollte zur Stressbewältigung rechtzeitig abgeschaltet werden. Was jedoch, wenn dafür keine Zeit bleibt?

Stressbewältigung

Abschalten ist essentiell

Stress entsteht aus Überforderung mit den eigenen Aufgaben – das bedeutet nicht zwangsläufig qualitative Überforderung, sondern eher Überforderung quantitativer Natur. Wer in vielen Lebensbereichen Leistung zeigen und Aufgaben erfüllen muss, der fühlt sich gehetzt, als würde er nicht allem nachkommen können. Dann entsteht Stress.

Was über kurze Zeit keine Schwierigkeit darstellt, wird auf lange Sicht zum Problem. Stress kann krank machen und schließlich ohne Stressbewältigung zu einem richtigen Burn-Out führen. Deswegen ist es wichtig, rechtzeitig abzuschalten und die Notbremse zu ziehen. Ein Ausgleich im Alltag durch Sport funktioniert, genauso wie ein entspanntes Wochenende ab und an. Vor allem wenn keine Zeit für einen ausgedehnten Urlaub bleibt, weil die Urlaubstage aufgebraucht sind oder die eigene Anwesenheit zu gewissen Terminen einfach unerlässlich ist, kann Kurzurlaub eine Alternative darstellen. Eine kurze Auszeit kann auch ein sinnvolles Geschenk für den gestressten Partner sein, der seine aktuelle Situation nicht richtig sieht und nur noch gehetzt von Termin zu Termin läuft. Manchmal ist es nämlich auch etwas positives, wenn jemand anderes für einen die Notbremse zieht.

Warum ein Tapetenwechsel für Entspannung sorgt

Stressbewältigung

Rauszukommen, etwas anderes zu sehen: das stellt Entspannung dar. Im Urlaub kümmert sich jemand anders um die Alltagspflichten wie Kochen, Waschen und Putzen. Eine andere Umgebung, wo also nicht alles im eigenen Verantwortungsbereich liegt, hilft dabei ungemein. Zuhause liegen oftmals Sachen, die daran erinnern dass etwas zu erledigen ist – deswegen ist ein Tapetenwechsel und die „Flucht“ an einen anderen Ort so heilsam. Auch die minimierte Erreichbarkeit trägt dazu bei, dass kein Stress aufkommt.

Im Urlaub sollte es entsprechend nur um die eigenen Bedürfnisse gehen. Dazu ist oftmals keine Fernreise notwendig, auch ein Städtetrip im eigenen Land oder eine Auszeit im Wellness-Tempel bedeuten Erholung. Es geht eher um die Frage: Wie entspannend verbringe ich meinen Urlaub? Dabei geht es dann nicht mehr um das „wie lange“. Wenn ein Wochenende strategisch klug genutzt wird, kann das den gleichen erholenden Effekt haben wie eine Woche all inclusive auf Mallorca.

Vorbereitung für maximale Entspannung

Die Vorbereitung auf den Kurztrip sollte so ablaufen, dass möglichst wenig Stress bei der Rückkehr ansteht. Wichtige Projekte sollten vorher zu Ende geführt werden und auch die Wohnung sollte ordentlich verlassen werden, so dass das Heimkommen ebenfalls ein positives Erlebnis darstellt. Wäscheberge oder einen Stapel unbearbeiteter Rechnungen nehmen die Chance, die Erholung mit nach Hause zu nehmen und noch eine Weile von dem Urlaubs-Flair zu zehren.

Vor dem Urlaub zu delegieren und Aufgaben an die Kollegen abzutreten ist ebenfalls sinnvoll: Denn das hohe Stresslevel kommt ja auch nicht ohne Grund von heute auf morgen. Bevor eine dauerhafte Überforderung entsteht ist es deshalb gesund, „Nein“ sagen zu lernen und nicht noch mehr Aufgaben zu übernehmen.

Der optimale Kurzurlaub

Es müssen keine fünf Stunden Autofahrt sein, aber aus der eigenen Region, wo Bekannte, Verwandte und auch die Arbeit nicht weit sind, ist sinnvoll. Der Urlaub selbst sollte genau nach den eigenen Bedürfnissen gestaltet werden und einen Kontrast zum Alltagsleben darstellen. Wenn dieser primär am Schreibtisch stattfindet, ist ein Mix aus Bewegung und Entspannung das Richtige. Der Ort zur optimalen Stressbewältigung sollte auf die eigenen Präferenzen abgestimmt sein: wer sich gerne in der Stadt aufhält, neues entdeckt, für den kann ein Städtetrip das richtige sein. Wer lieber in der freien Natur unterwegs ist, sollte lieber auf das Land fahren und viel raus gehen, die Zeit draußen nutzen. Das sorgt für zusätzliche Entspannung, denn Natur hat grundsätzlich eine erholsame Wirkung auf den Menschen.

Kurzurlaub bedeutet:

  • Schlaf nachholen
  • Neues entdecken
  • Entspannen
  • Ausgleich und neue Kraft tanken
  • Minimierte Erreichbarkeit
  • Minimaler Zeit- und Urlaubstagaufwand

Ans Meer zu fahren, ob im Sommer oder im Winter, hat ebenfalls eine besondere Wirkung auf viele Menschen. Die endlose Weite ist sehr entspannend für das Auge, die frische Luft ist gut für die Haut und die Lunge, sie beugt außerdem Atemwegserkrankungen vor. Im Urlaub, so kurz oder lang er auch sein mag, sollte dann die Erreichbarkeit tatsächlich minimiert werden. Handy aus und die Emails nicht abrufen: das kann schon sehr erholsam sein. Wer für Familie und Freunde das Handy trotzdem anlassen möchte, sollte zumindest alle Firmen- und arbeitstechnischen Anrufe umleiten. Ansonsten gilt: Alles kann, nichts muss. Einfach mal den eigenen Bedürfnissen nachgehen, ausschlafen, Kultur erleben, Schlemmen – im Urlaub geht es nur um Erholung. Wie die letztendlich zu jedem einzelnen kommt, ist individuell.

Fazit zur Stressbewältigung

Einmal im Jahr sollte intensiv entspannt werden. Nach spätestens acht Wochen, so Experten, ist der Erholungseffekt aber vollständig weg. Deswegen kann über den Rest des Jahres verteilt ab und an ein Kurzurlaub eingeschoben werden. Drei bis vier Tage Entspannung und Lustwandeln ist dabei ein guter Ansatz und sorgt für eine kleine Auszeit zwischendurch. Bei schlauer Planung kann dabei alle ein bis zwei Monate ein Kurzurlaub eingeschoben werden, so dass die Leistungsfähigkeit wieder steigt und der Stress nicht zum Dauergast wird. Im Urlaub selbst ist es wichtig nur das zu tun, was das Herz begehrt und einen Kontrast zum Alltag darstellt. Lästige Gedanken und Pflichten müssen allerdings zu Hause bleiben und die Erreichbarkeit sollte zumindest eingeschränkt werden, damit der Erholungseffekt auch eintreten kann. So kann die Auszeit zwischendurch eine wertvolle Ergänzung zum Jahresurlaub darstellen und mit neuen Erlebnissen das Leben bereichern.