Vom Krisenmanagement zum Lösungsmanagement


Auch wenn Ihr Unternehmen krisenfrei ist, sollten Sie sich jeden Tag ein bestimmten Zeitraum nehmen, um sich gedanklich auf die Lösung einer Krise vorzubereiten. “ Es gibt keine wundersame Notrufnummer, die man anrufen könnte, wenn die Lage kritisch wird.“ (Norman R. Augustine, amerikanischer Topmanager des Großkonzerns Lockheed Martin).

Zu gutem Krisenmanagement gehört auch, sich rechtzeitig einen Krisenplan zu entwickeln, d.h. eine Art Rezept, wie sich das Unternehmen in einer Krise verhalten wird. Außerdem sollten alle Beteiligten darin geschult werden, eine sich entwickelnde Krise anhand schwacher Signale zu erkennen.

1. Schritt: Beugen Sie der Krise vor, betreiben Sie Prävention
2. Schritt: Bereiten Sie sich u. Ihr Unternehmen auf die Krisenbewältigung vor
3. Schritt: Sehen Sie die Krise als das, was sie ist
4. Schritt: Halten Sie die Krise so klein wie möglich
5. Schritt: Nutzen Sie die Krise

1. Schritt: Beugen Sie der Krise vor, betreiben Sie Prävention

Machen sie sich eine Liste alldessen, was Ihrem Unternehmen Ärger bereiten könnte, überlegen Sie sich die möglichen Folgen und kalkulieren Sie die Präventionskosten. Auch wenn Sie nicht alle Unwägbarkeiten unter Kontrolle haben können, sollten Sie sich überlegen, was in einem Krisenfall zu tun ist.

Nehmen Sie sich Zeit, um ihren Gedanken freien Lauf zu lassen und setzen Sie verschiedene Techniken ein, um das Problem von allen Seiten zu beleuchten. Zehn Minuten am Tag reichen aus, um sich präventiv mit einem möglichen Problem zu beschäftigen.

2. Schritt: Bereiten Sie sich und Ihr Unternehmen auf die Krisenbewältigung vor

Niemand denkt gerne an Krisen, doch wer gut vorbereitet ist, kann mit Problemen besser umgehen. Auch Noah baute seine Arche, bevor die große Sintflut kam. Bauen auch Sie vor, indem Sie sich auf unerwünschte Ereignisse vorbereiten.

„Rechtzeitig für eine Krise planen ist kein Zeichen von Schwäche oder Angst, sondern ein Gefühl der Stärke, das aus dem Wissen hervorgeht, vorbereitet zu sein.“ (Norman R. Augustine).

  • Entwickeln Sie Aktionspläne
  • Kommunikationspläne
  • Notfallpläne,
  • Back-Up-Systeme für Ihre Rechner
  • pflegen Sie kontinuierlich Ihre Beziehungen.

„Mitten in einer Katastrophe ist es denkbar schlecht, neue Beziehungen anzuknüpfen und sich neuen Organisationen vorzustellen. Hat man sich vorher die Zeit genommen, Ansprechpartner zu finden, dann kann man auch um 2 Uhr in der Nacht anrufen, falls die Flut steigt und man erwartet, daß gut geplant und reibungslos agiert werden kann.“ (Elizabeth Dole, Präsidentin des Amerikanischen Roten Kreuzes.

Testen Sie Ihre Notfallpläne, denn nichts ist unsinniger, als in Krisensituationen auf mangelnde Strategien zurückgreifen zu müssen.

3. Schritt: Sehen Sie die Krise als das, was sie ist

Machen Sie sich ein eigenes Bild von der Situation, aber versuchen Sie auch, andere und Ihre Sichtweise zu verstehen. Sehen Sie ein Problem nie nur von der technischen Seite, sondern auch als PR-, d.h. Vermittlungsproblem, dem mit glaubwürdiger Öffentlichkeitsarbeit bzw. Informationspolitik begegnet werden kann.

Machen Sie sich nichts vor, denn „Nichts ist einfacher als der Selbstbetrug.“ (Demosthenes). Nur wenn Sie offen sind für das Problem, können Sie es auch lösen.


4. Schritt: Halten Sie die Krise so klein wie möglich

Sie müssen JETZT schwierige Entscheidungen treffen, und zwar schnell. Entscheiden Sie sich für EINIGE vernünftige und entschiedene Maßnahmen, warten Sie nicht ab, bis Sie ALLE Informationen haben. Schnelle, klare und nachvollziehbare Entscheidungen sind immer besser als gar nichts zu tun.

Versuchen Sie, glaubwürdig zu bleiben. Berücksichtigen Sie menschliche Gesichtspunkte, kümmern Sie sich und übernehmen Sie die Verantwortung.

5. Schritt: Nutzen Sie die Krise

Auch wenn es sich im ersten Moment unglaubwürdig anhören mag: in jeder Krise, in jedem Problem steckt die Basis für einen neuen Erfolg. Natürlich gehört zur Krisenbewältigung auch ein Quentchen Glück, doch mit aktivem unternehmerischen Handeln können Sie eine Krise für Ihre Zwecke nutzen.

Der kreative Krisenlösungsprozeß

Aus vielen Problemen können ganz schnell neue Chancen und Möglichkeiten entstehen, vorausgesetzt, Sie kennen die richtige Methode zum Lösen von Problemen, gehen ein Problem mit der richtigen Einstellung an und lassen Ihre Kreativität zu.

Überprüfen Sie Ihre Einstellung Probleme gegenüber:

Neigen Sie zur Opferhaltung „Da kann ich sowieso nichts machen?“ oder verdrängen Sie lieber „Ich habe keine Probleme“.
Eine ganz andere Einstellung ist die Aussage „Probleme sind Geschenke in Verkleidung“.

Mit der richtigen Einstellung können Sie tatkräftig und aktiv an Ihre Problem- und Aufgabenstellungen herangehen.

Phasen des kreativen Krisenlösungsprozesses

  • Nehmen Sie das Problem wahr, benennen Sie es und fragen Sie nach der Ursache.
  • Was ist der Grund dieses Problems, und wie können Sie es bei der Wurzel packen?

Fragen Sie sich, welche Ihrer persönlichen Einstellungen (Grundannahmen) Sie bei der Lösung des Problemes hindern.

  • Das Problem genau beschreiben: Consider all facts (CAF)
  • Was ist passiert oder wird bald passieren?
  • Wann ist es passiert oder wird es passieren?
  • Wen oder was betrifft das Problem?
  • Wie genau äußert sich das Problem?
  • Welche Faktoren haben das Problem verursacht?

Entwickeln Sie Lösungsalternativen. Nehmen Sie dabei nicht gleich die Erste, die Ihnen in den Sinn kommt, sondern sammeln Sie Ihre Ideen und Argumente.

Wägen Sie Ihre Argumente ab, hinterfragen Sie sie und versuchen Sie mit Hilfe von Kreativitätstechniken unbekannte Möglichkeiten zur Lösung herauszufinden.

  • Entscheiden Sie sich für eine Lösung , setzen Sie sie um und kontrollieren Sie den Erfolg.
  • Oftmals hat ein Problem mehrere Ursachen, versuchen Sie, möglichst alle Ursachen herauszufinden, um geeignete Lösungsansätze zu erhalten.
  • Formulieren Sie Ihre Ziele sehr genau.
  • Gute Problemlösungen sind langfristig angelegt und helfen Ihnen ebenso wie gute Präventionspläne, im Krisenfall schnell und verantwortlich reagieren zu können.

So werden Sie immer schneller in der Lage sein, Probleme zu erahnen und zu verhindern, d.h. Krisen schon im Vorfeld zu erkennen und sie zu groß werden zu lassen.