Weiterbildung – Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Eine solide Ausbildung ist die Voraussetzung für eine gut bezahlte Arbeit. Ob sie für den Rest des Erwerbslebens reicht, ist jedoch mehr als fraglich. Die Digitalisierung kommt, sagte Kanzlerin Angela Merkel und sie ist bereits da. Sie bringt Veränderungen mit sich und ist beispielhaft dafür, wie wichtig Weiterbildungen und Umschulungen sind. Doch wer bezahlt für die teuren Kurse und Lehrgänge?

Die Betroffenen sind angesichts der hohen Kosten nicht immer in der Lage, die Angebote wahrzunehmen. Gerade hier wird ein Dilemma offenbar. Den meisten Nutzen aus einer Weiterbildung haben schlecht qualifizierte Arbeitnehmer, die haben aber auch die kleinsten Einkommen. Verfügt man nicht über die notwendigen Barmittel zur Aus- und Weiterbildung, gibt es zwei Wege: Der Chef bezahlt das gewünschte Vorhaben oder man nutzt eine geförderte Weiterbildung.

Wenn der Chef die Weiterbildung bezahlt – Großzügigkeit hat seinen Preis

Wenn Chefs Geld für ihre Mitarbeiter ausgeben, dann ist das weniger der Mildtätigkeit geschuldet. Hier stehen klar die Interessen des Unternehmens im Vordergrund. Dass hierbei aber auch die Mitarbeiter profitieren, steht außer Zweifel. Dennoch ist Vorsicht geboten. Kaum ein Chef investiert Geld in die Förderung seiner Mitarbeiter, um sie dann an die Konkurrenz zu verlieren. Übernehmen Chefs bzw. Unternehmen die Kosten von Weiterbildungen, können damit Vertragsklauseln verbunden sein, die Mitarbeiter für Jahre an das Unternehmen binden.

Staatliche Hilfe – frei und ungebunden neue berufliche Wege gehen

Bietet die Firma keine Unterstützung oder möchte man sich nicht für Jahre an dieselbe binden, dann bietet sich das staatliche Förderprogramm für Weiterbildung als Lösung an. Diese ist zur Freude aller Fortbildungswilligen gut ausgebaut, einen Haken gibt es aber auch hier. Der liegt in der Vielfalt der Förderungen. Nicht nur die Bezeichnungen sind unterschiedlich, sondern auch was, wie, wo und wann gefördert wird muss immer erst individuell geprüft werden. Dieser Umstand macht es oft nicht ganz einfach, die passende Förderung zu finden. Der Aufwand lohnt sich dennoch.

Fördertöpfe für die Weiterbildung – ein kurzer Auszug aus dem umfangreichen Angebot

Bildungsgutschein – er ist das wichtigste Instrument der Arbeitsagentur und bietet eine umfangreiche finanzielle Unterstützung. Die Kosten der Weiterbildung werden zu 100 Prozent übernommen. Bei Bedarf werden auch die Kosten für Anreise, Übernachtung und Kinderbetreuung von dem Bildungsgutschein getragen. Davon profitieren jedoch nur Arbeitssuchende oder Personen, die von einer möglichen Arbeitslosigkeit bedroht sind. Ihnen soll damit die Rückkehr in das Erwerbsleben ermöglicht werden. Informationen dazu bietet die Agentur für Arbeit.

WeGebAU (Weiterbildung von beschäftigten Arbeitnehmern in Unternehmen) und IFlaS Die Weiterbildung geringqualifizierter und beschäftigter Personen in Unternehmen soll hierbei, gemeinsam mit der Initiative zur Flankierung des Strukturwandels, die Beschäftigungsfähigkeit vor allem von älteren Arbeitnehmern stärken. Dies soll auch einem Jobverlust vorbeugen. Wie beim Bildungsgutschein werden auch bei diesen Maßnahmen die Weiterbildungskosten zu 100 Prozent übernommen. Daneben ist ein Lohnzuschuss möglich. Informationen erteilt auch in diesen Fällen die Agentur für Arbeit.

Bildungsprämie für Weiterbildungen – davon profitieren alle Angestellten und Selbstständige, deren wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 15 Stunden und das Jahreseinkommen nicht mehr als 20.000 Euro beträgt. Bei verheirateten Personen beträgt das Höchsteinkommen 40.000 Euro. Die staatliche Hilfe beträgt 50 Prozent der Weiterbildungskosten, maximal jedoch 500 Euro. Informationen rund um die Zuteilung von Bildungsprämien erteilt das Bundesbildungsministerium.

Förderungen für Weiterbildungen auf Landesebene

Darüber hinaus existieren noch weitere Unterstützungsprogramme für Weiterbildungen, die von den Ländern gesteuert und zugeteilt werden. Auf der Suche nach einer passenden Förderung lohnt es sich jedoch, zuerst die Förderoptionen des Bundes zu prüfen. Wer hier nichts findet, kann sich nach geeigneten Fördermaßnahmen auf Landesebene umsehen. Die örtlichen Arbeitsämter helfen hierbei weiter. Auch Bildungsinstitute können weiterführende Auskünfte zu Fördergeldern für Aus- und Weiterbildungen geben.