Worauf achten Jugendliche bei Stellenanzeigen?


Unternehmen greifen bei Stellenausschreibungen oft auf den beliebten Standard zurück, den wir in der Tageszeitung schon zu oft gesehen haben. Gemäß dem Motto: „Das machen wir schon seit vielen Jahren so, das hat immer funktioniert.“ Die Werte und Vorstellungen der potenziellen Bewerber sind allerdings andere. Was stellen sich Jugendliche vor und wie können Unternehmen es passend umsetzen?

Für ein erfolgreich Azubi-Marketing müssen Personaler die Bedürfnisse der jungen Zielgruppe gut kennen (Photo by Mimi Thian on Unsplash)

Überzeugen Sie die Jugendlichen

Es ist leichter gesagt, als getan: Wer Nachwuchs für die eigenen Unternehmensreihen sucht, muss die Zielgruppe kennen, sich von alten Gewohnheiten trennen und mit neuen Möglichkeiten auseinandersetzen. Dabei stoßen die meisten Unternehmen bereits an ihre Grenzen, denn der zeitliche Aufwand, sich ausgiebig mit der Gewinnung junger Talente zu beschäftigen, wird unterschätzt. Dies lässt Personalabteilungen in gewohnte Muster zurückfallen und alte Stellenanzeigen aus dem Unternehmen recyceln. Der demografische Wandel sowie das große Interesse der Jugendlichen an einem Hochschulstudium haben die
Lage auf dem Ausbildungsmarkt deutlich verändert. Wer einen geeigneten Azubi finden möchte, muss sich um diesen bemühen und für sein Unternehmen werben. Das Ziel der Betriebe ist es deshalb, die potenziellen Azubis von ihrem Ausbildungsbetrieb und von dem jeweiligen Ausbildungsberuf aktiv zu überzeugen – und das beginnt bereits mit der Bewerberansprache und der Stellenanzeige.

Typische Bewerberfragen: Die 10 wichtigsten Must-Haves für Ihre Stellenanzeige

  1. Stellenbezeichnung (inkl. Referenznummer / Kennziffer für die Bewerbung):
    Was wird gesucht?
  2. Eintrittstermin bzw. Ausbildungsbeginn: Wann soll es losgehen?
  3. Arbeitsort: Wo werde ich arbeiten?
  4. Firmenlogo: Wer ist der Arbeitgeber?
  5. Kurzportrait des Unternehmens: Was macht der Arbeitgeber?
  6. Aufgabenbeschreibung / Ausbildungsinhalte: Was soll ich machen?
    Wie läuft die Ausbildung ab?
  7. Voraussetzungen für die Ausbildung: Was brauche ich dafür?
  8. Leistungen für Azubis und Mitarbeiter: Was wird mir geboten?
  9. Perspektiven nach der Ausbildung: Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
  10. Bewerbungsweg / Kontaktmöglichkeit: Wie läuft die Bewerbung?

Die Azubi-Recruiting Trends 2018 zeigen, dass sich die Ansprüche der Jugendlichen, speziell der Generation Z, gewandelt haben. Die Selbstverwirklichung steht im Mittelpunkt dieser Generation und sollte dementsprechend im Kontakt mit dem Bewerber auch berücksichtigt
werden. Die jungen Menschen informieren sich fast ausschließlich online, deswegen ist die Auffindbarkeit der Ausbildungsplatzangebote im Internet heutzutage selbstverständlich.
Offline-Kanäle sind nichtsdestoweniger weiterhin wichtige Mittel, die Zielgruppe zu erreichen und von sich als Unternehmen zu überzeugen. So beispielsweise Berufsmessen, Tage der offenen Tür oder regionale Schulveranstaltungen. Auf der Suche nach Auszubildenden sollte
deshalb nicht lediglich auf die Online-Präsenz vertraut werden – vielmehr ist eine Mischung aus online informieren und offline überzeugen gefragt. Darüber hinaus wünschen sich 75 Prozent der Jugendlichen Informationen zu den beruflichen Möglichkeiten, die sie nach der Ausbildung erwarten. Diese können bereits aus der Stellenanzeige hervorgehen. Dabei sind zum Beispiel konkrete Weiterbildungsmaßnahmen, das Azubi-Gehalt oder Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung wichtig.

Was bedeutet das konkret für die Stellenanzeige?

Die Stellenanzeige ist für das Recruiting unverzichtbar. Eine perfekte Stellenanzeige, die jeden einzelnen jungen Menschen anspricht, gibt es leider nicht. Wir fassen die wichtigsten Aspekte für eine jugendgerechte Ansprache einer Stellenanzeige einmal zusammen:


Mit dem Titel der Ausbildungsstelle gewinnen Unternehmen die Aufmerksamkeit der Jugendlichen. Der konkrete Titel der Ausbildung sowie die richtige Nennung der Geschlechterrollen ist unabdingbar. Wenn Sie als Unternehmen auf Nummer sicher gehen wollen, fügen Sie Ihrer Stellenanzeige die Abkürzungen (m/w/d) bzw. (w/m/d) hinzu.

Um das Interesse des Bewerbers zu wecken, folgt eine inhaltsgerechte Darstellung der Ausbildungsinhalte sowie der Vorzüge des Betriebs. Hier gilt es ehrlich zu sein, denn diese Auflistung trägt dazu bei, dass nach der Anstellung des neuen Azubis keine falsch vermittelten Vorstellungen das Arbeitsverhältnis trüben.

Im nächsten Schritt wird der Wunsch des Bewerbers geweckt, sich bei dem Unternehmen zu bewerben. Denn wie bereits dargestellt sucht sich der zukünftige Azubi das Unternehmen aus, nicht andersrum. Zu hohe Anforderungen schrecken junge Bewerber ab. Ein engagiertes Unternehmen lockt deshalb mit den Inhalten und Aufgaben während
der Ausbildung. Transparenz und Ehrlichkeit stehen hier im Vordergrund. Anders zu sein als die Mitkonkurrenten ist dabei ebenfalls vorteilhaft. Im besten Fall weiß der kommende Nachwuchs nach dem Lesen der Anzeige, was die Vorzüge Ihres Ausbildungsbetriebes sind. Seien Sie kreativ bei der Gestaltung der Anzeige, wobei selbstverständlich die Seriosität weiterhin gewahrt bleiben muss. Probieren Sie es einmal aus: Lösen Sie sich von
alten Standards und versuchen Sie für die Azubi-Gewinnung etwas Neues.

Ein „Call-To-Action“ Hinweis in Form eines Buttons oder der verlinkten E-Mail-Adresse desAnsprechpartners ist der beste Abschluss einer gelungenen Stellenanzeige.