Sehfehlerkorrekturen: Ernährung und/oder Lasik


Welchen Einfluss das Augenlicht auf die Lebensqualität hat, wird meist erst bei Sehfehlern oder Erblindung deutlich. Dank innovativer Laserbehandlungen lassen sich viele Sehschwächen mittlerweile nahezu schmerzfrei und langfristig korrigieren, so dass ein Großteil der Patienten ohne Sehhilfen wie Brillen auskommt. Dabei stellt sich die Frage, welche Methode für welche Art von Sehschwäche in Frage kommt und wo die Unterschiede liegen

Auge

Bedeutung der optischen Wahrnehmung

Zwar sind alle Sinne elementar, wenn es darum geht die Umgebung wahrzunehmen, doch das Erkennen optischer Reize scheint besonders wichtig. Die Augen sind das Tor zur Welt und garantierten die Unabhängigkeit. Die zwischenmenschliche Kommunikation wird ohne die Sehkraft stark eingeschränkt. Sobald Mimik, Gesten und Körpersprache der Mitmenschen nicht mehr beobachtet werden können, fällt das situationsgerechte Kommunizieren zunehmend schwer. Ergänzend kommt der Sicherheitsaspekt hinzu. Eine einwandfreie Sehstärke gewährleistet das sichere Bewegen im Alltag. Egal ob im Straßenverkehr, in Gebäuden oder der Natur: Ohne das Augenlicht wäre das Fortbewegen mit zahlreichen Risiken verbunden und der persönliche Aktionsradius stark eingeschränkt. Der Erhaltung der Sehleistung bis ins hohe Alter sollte daher jedem am Herzen liegen.

Methoden zur Sehfehlerkorrektur

Doch selbst ein für die Augen idealer Lebensstil ist keine Garantie Sehschwächen oder Sehfehlern ein Leben lang aus dem Weg gehen zu können. Liegt eine Sehschwäche vor dienen Brillen und Kontaktlinsen dem Ausgleich. Bis zu einem gewissen Grad können Kurz- und Weitsichtigkeit damit ausgeglichen werden.  Aufgrund der Nachteile der Sehhilfen entschieden sich viele Menschen aber für eine langfristige Sehfehlerkorrektur mit Hilfe der Lasertechnik. „Ein Excimer-Laser nimmt leichte Veränderungen der Hornhaut vor und verändert die Gesamtbrechkraft des Auges. Durch dieses Verfahren ist nach kurzer Zeit wieder ein scharfes Sehen möglich“, wird auf der Internetpräsenz der eHealth MediDate GmbH in einem Ratgeber rund um das Thema Augenlasern erklärt. Nach einer derartigen Operation soll auf Sehhilfen verzichtet werden können.

Generell gibt es für die Machbarkeit einer Laser-Operation zwei entscheidende Voraussetzungen:

  1. Die Hornhaut ist dick genug (Expertenempfehlung mindestens 500 µm)
  2. Die optische Fehlsichtigkeit ist korrigierbar

Sehschwächen zwischen -10 und +5 Dioptrien lassen sich in der Regel mit Laser behandeln. Liegt eine Hornhautverkrümmung vor, sind 5 Dioptrien das Maximum. Die folgende Tabelle informiert über die drei Augenlaser-Verfahren, die derzeit zur Behandlung von Sehfehlern zur Verfügung stehen und zeigt gleichzeitig auf, welche Sehschwächen sich damit korrigieren lassen:

Methode Erläuterung
Femto-Lasik Modernste Methode dank Excimer-Laser und Femtosekundenlaser. Gilt als sehr schonend, weil kein Messer zum Einsatz kommt und die Hornhaut nicht manuell bearbeitet wird, sondern mit innovativer Lasertechnik. Nach dem Öffnen der Hornhaut, wird eine hauchdünne Schicht hochgeklappt. Dieses Hornhautstück wird als Flap bezeichnet. Der Laser bearbeitet anschließend den freiliegenden Teil des Auges und optimiert dessen Brechkraft. Im Anschluss wird der Flap wieder zugeklappt.

Es handelt sich um die Weiterentwicklung der klassischen Lasik-Methode. Ein derartiger Eingriff nimmt pro Auge gerade einmal 60 Sekunden in Anspruch. Bevor die Operation durchgeführt wird, sind nicht selten sieben Untersuchungen nötig. Hierbei werden unter anderem die Fehlsichtigkeit exakt ermittelt und die Hornhautdicke gemessen. Einige Tests können während eines Termins erledigt werden. Zwei Nachuntersuchungen sind üblich, um die Gesundheit des Auges sicherzustellen. Die Erfahrungswerte sind bei Femto-Lasik aufgrund einer Vielzahl an Eingriffen jährlich sehr gut. Die kurze Heilungsphase überzeugt viele Patienten.

-Kurzsichtigkeit bis -8 Dioptrien

-Weitsichtigkeit bis +3 Dioptrien

-Hornhautverkrümmung bis 5 Dioptrien

-Kosten: rund 4.500 Euro

Lasek/PRK Hier wird ein Excimer-Laser für den Eingriff genutzt, um der Hornhaut die gewünschte Krümmung zu verleihen. Ebenfalls eine sehr schonende Lösung. Im Vergleich zur Femto-Lasik-Methode kommt sowohl bei Lasek (Laser Epitheliale Keratomileusis) als auch PRK (Photorefraktive Keratektomie) kein Flap zustande.
Lässt sich Femto-Lasik aufgrund einer sehr dünnen Hornhaut nicht durchführen, sind diese beiden Methoden eine Alternative. Nachteilig ist, dass Patienten nach der OP einige Tage unter Schmerzen und trockenen Augen leiden. Die Heilung kann im Schnitt bis zu zehn Tage dauern. Vorteil: Auch dünne Hornhaut kann mit Laser bearbeitet werden.
-Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien-Weitsichtigkeit nicht möglich

-Hornhautverkrümmung bis maximal 3 Dioptrien

-Kosten: pro Auge mindestens rund 800 Euro

Relex-Smile Ein Femtosekundenlaser macht einen Hornhautschnitt unnötig. Das OP-Risiko sinkt, der Eingriff ist schmerzfrei. Da diese Variante besonders aufwändig ist, bieten sie nur wenige Kliniken an. Der Eingriff ist vergleichsweise teuer und dauert rund 20 Minuten. Ein Relex Smile Laser öffnet die oberste Hornhautschicht, ein Flap ist nicht notwendig. Da die Relex-Smile Methode zudem relativ neu ist, gibt es bislang keine Langzeitstudien mit Aussagekraft. Ob die Korrektur die Sehfehler dauerhaft behebt, lässt sich nicht sagen.

Ähnlich wie bei Femto-Lasik profitieren Betroffene von einer schnellen Heilung. Selbst dünne Hornhaut, trockene Augen oder eine Unverträglichkeit gegenüber Kontaktlinsen bringen kaum Komplikationen mit sich.

-Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien

-Weitsichtigkeit bis +4 Dioptrien

-Hornhautverkrümmung bis 5 Dioptrien

-Kosten: minimal 2.000 Euro pro Auge

Um die Kosten für eine operative Sehfehlerkorrektur zu minimieren, lässt sich eine Bezuschussung beantragen. Zwar übernehmen gesetzliche Krankenkassen Lasik-Operationen meist nicht, dennoch gibt es Ausnahmen, wodurch sich der Antrag lohnen kann. Patienten, die über eine  Zusatzversicherung für Sehbehinderungen verfügen, können ebenfalls von Zuschüssen profitieren. Einige Tarife beinhalten die Kostenübernahme mancher Operationen.


Im Idealfall wird der Eingriff in einem Augenlaserzentrum mit Lasik-TÜV vorgenommen. Diese Zertifizierung erhalten Laserzentren nur, wenn diese alle erforderlichen Standards erfüllen. Diese betreffen sowohl Hygiene-Vorschriften als auch die Qualifizierung von Ärzten und die technische Ausrüstung.

Gespart werden, sollte an der Augenlaser-OP nicht. Viele Patienten greifen auf besonders günstige Kliniken im Ausland zurück und klagen anschließend über Beschwerden. Einige Anbieter halten die notwendigen Hygienestandards nicht ein oder nutzen veraltete Technologie. Das BR-Fernsehen weist in einer Sendung auf die Risiken hin:

 

Vorbeugende Maßnahmen

LachsUm die Funktionsfähig der Augen zu fördern und gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen, kann über die Ernährung einiges getan werden. Ein augenfreundlicher Lebensstil beinhaltet den regelmäßigen Verzehr von essentiellen Omega-3-Fettsäuren. Genau genommen Omega-3-Fettsäuren DHA, denn der Gehalt an diesen Fettsäuren ist mit 60 Prozent in der menschlichen Netzhaut des Auges am höchsten. Da der Körper diese Fettsäuren nicht produzieren kann, müssen sie über die Nahrung bereitgestellt werden. Lachs, Atlantischer Hering und Fischöle liefern besonders viel Omega-3-Fettsäuren DHA. Außerdem wichtig für die Erhaltung der Sehstärke:

  • Lutein (Pflanzenstoff)
  • Vitamin A
  • Zink (Spurenelement)

Fazit

Die Sehstärke sollte in Hinblick auf die Lebensqualität nie vernachlässigt werden. Eine gesunde Ernährung und augenfreundliche Lebensweise können zur Erhaltung des Augenlichts beitragen. Ergänzende Tipps zur Schonung der Augen hat der Deutschlandfunk online zusammengefasst. Alltagstaugliche Ernährungstipps wurden in unserer gleichnamigen Kategorie thematisiert.