Körpersprache und Ausstrahlung

Wenn wir jemanden von unserem Standpunkt überzeugen wollen, suchen wir in erster Linie nach den passenden Worten und untermauern unsere These mit Argumenten sowie treffenden Beispielen.

Mindestens so wichtig wie das gesprochene Wort ist unser Auftreten während unserer Rede. Experten gehen davon aus, dass die Körpersprache über die Hälfte unseres Gesamteindrucks ausmacht. Bilden Worte, Stimmlage, Tonfall und Auftreten eine Einheit, wirken wir auf unser Gegenüber glaubhaft und schlüssig. Eine positive Ausstrahlung macht uns obendrein sympathisch. Durch sie erhöhen sich unsere Chancen im beruflichen und im privaten Umfeld.

Definition der Körpersprache

Die Körpersprache ist eine Art der nonverbalen Kommunikation. Wir setzen sie bewusst oder unbewusst ein und können sie zu einem großen Teil beeinflussen. Dazu müssen wir wissen, wie sie sich zusammensetzt. Sie wird durch Gestik, Mimik und die Körperhaltung definiert. Wir müssen diese drei Elemente zum richtigen Zeitpunkt entsprechend einsetzen. Darüber hinaus gilt es, die Intimsphäre anderer Menschen zu wahren, damit wir nicht als unhöflich gelten. Dabei spielen kulturelle Aspekte eine Rolle. Können wir hierzulande Fremde auf der Straße nach dem Weg fragen, ist dies in einigen Kulturen unerwünscht. Unter anderem geht man in Japan stark auf Distanz zu anderen Menschen und spricht Fremde in der Öffentlichkeit nicht an.

Lernen, den eigenen Körper wahrzunehmen

Unser Unterbewusstsein ist mit unseren Gefühlen sehr stark verbunden. Es reguliert unseren Herzschlag, aber auch unsere Körperhaltung, die Mimik und die Gestik. Fühlen wir uns gut, straffen wir unbewusst die Schultern und den Rücken. Wir gehen aufrecht und forsch, unsere Bewegungen wirken fließend und gleichmäßig. Beim Gestikulieren öffnen wir die Handflächen, wir nehmen Blickkontakt mit unserem Gegenüber auf. Unser Lächeln wirkt echt, weil es sich in den Augen spiegelt. Geht es uns schlecht, lassen wir die Schultern hängen und senken den Kopf. Die Mundwinkel ziehen wir nach unten, wir reden leiser. Wenn wir gehemmt sind, sitzen wir auf der Stuhlkante, als wollten wir jederzeit aufspringen können. Regen wir uns auf, sprechen wir schneller sowie in einer höheren Tonlage und spannen die Muskeln übermäßig an. Wir setzen unsere Hände verstärkt beim Reden ein und hauen auch mal auf den Tisch. Dadurch bauen wir Stress ab.

Nicht immer wollen wir uns unsere Laune anmerken lassen. Und wir können dies auch nicht, schließlich müssen wir im Job souverän und ausgeglichen wirken. Außerdem erlangen wir taktische Vorteile in Verhandlungen, denn wir sind weniger schnell zu durchschauen. Um an unserer Körpersprache zu arbeiten, müssen wir in der Lage sein, unseren Körper wahrzunehmen und um unsere Wirkung auf andere wissen. Am einfachsten gelingt uns Letzteres, wenn wir uns Aufzeichnungen von uns auf Videos betrachten und uns noch einmal in die damalige Lage hineinversetzen. Wir können uns auch vor den Spiegel stellen und typische Alltagssituationen durchspielen. Mit etwas Glück finden wir einen Freund oder Bekannten, den wir bitten, uns in unterschiedlichen Situationen zu imitieren. Dies kann lustig oder erschreckend wirken, ist aber auf jeden Fall lehrreich. Um ein besseres Körpergefühl zu erlangen, lohnt es sich zu meditieren oder Yogaübungen auszuführen. Je achtsamer wir mit unserem Körper und unserer Seele umgehen, desto besser gelingt es uns, unsere Empfindungen frühzeitig zu deuten und entsprechend zu reagieren.

Unterschiede in der Körpersprache der Geschlechter erkennbar

Frauen und Männer kommunizieren verbal und nonverbal unterschiedlich. Das liegt an unserer traditionellen Erziehung. Dem „starken Geschlecht“ oblagen schon immer die führenden Aufgaben. Das zeigt sich auch heute noch im selbstsicheren Auftreten der Männer. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, konnten sie gar nicht anders, als laut und bestimmt zu reden. Männer machen im Allgemeinen kurze, klare Ansagen. Diese unterstreichen sie, indem sie sich gerade hinstellen und womöglich die Arme und Beine leicht öffnen, um noch mehr Raum einzunehmen. Diese Dominanz wird von der Gesellschaft akzeptiert.

Die weibliche Rolle war lange Zeit von Zurückhaltung und Kompromissbereitschaft geprägt. Obwohl Frauen heutzutage in Führungspositionen keine Seltenheit mehr sind, fehlt es ihnen immer noch häufig an selbstsicherem Auftreten. Sie bedenken Entscheidungen länger und lassen ihre Unsicherheit beispielsweise daran erkennen, dass sie sich an den Hals fassen oder mit den Fußspitzen wippen. Derart unterwürfige Gesten sollten sie vermeiden. Die Hände beispielsweise werden nicht hinter dem Rücken versteckt, die Schiefhaltung des Kopfes vermeidet man. Dafür wird der direkte Augenkontakt gesucht. Würden Frauen allerdings versuchen, das Auftreten der Männer hundertprozentig zu kopieren, würde man sie für arrogant halten.