Festverzinsliche Wertpapiere

Im Gegensatz zu den Aktien gelten festverzinsliche Wertpapiere als sichere bzw. weniger risikoreiche Geldanlage. Sichergestellt werden hier: feste Zinsen für einen festgelegten Zeitraum und 100%ige Rückzahlung der Summe am Ende der Laufzeit. Doch auch hier gibt es gewisse Risiken. Sollte der Wertpapierinhaber, vor Ablauf des festgelegten Zeitraums, das Geld benötigen, muß er evtl. mit Kurs- bzw. Wertverlusten rechnen. Außerdem empfiehlt es sich, den künftigen Schuldner genau zu prüfen.

Wertpapiere kann jeder ausgeben, auch der Bäcker an der Ecke. Es muß nur beim Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) ein Verkaufsprospekt vorgelegt werden, der dort jedoch nicht auf seine inhaltliche Richtigkeit, sondern nur auf Vollständigkeit geprüft wird. Außerdem muß dieser Prospekt spätestens 3 Tage vor Verkaufsbeginn in den überregionalen Pflichtblättern veröffentlicht werden. Natürlich hat Sicherheit auch ihren Preis und so liegen die Zinsen nur geringfügig höher als bei Sparbüchern, und sind in einer Niedrigzinsphase (wie zur Zeit) sehr niedrig und damit für manchen Anleger recht unattraktiv.

Bundesanleihen

Sie haben in der Regel eine Laufzeit von ca. 10 Jahren. Die für die gesamte Laufzeit fest vereinbarten Zinsen, werden einmal jährlich auf’s Girokonto geleitet. Bundesanleihen können ab 500,- Euro aufwärts erworben werden und der angelegte Betrag wird dann am Schluss zurückgezahlt. Der Kauf von „frischen“ Bundesanleihen ist gebührenpflichtig und nicht zu jeder Zeit möglich. Allerdings sind Abhebungen jederzeit möglich, kosten aber Gebühren und prozentuale Abzüge (Spesen) von der Anlagesumme. Die aktuellen Bedingungen können unter „öffentliche Anleihen“ im Wirtschaftsteil guter Tageszeitungen nachgelesen werden.

Bundesobligationen

Sie haben eine Laufzeit von 5 Jahren und werden in regelmässigen Abständen in nummerierten Serien aufgelegt. Sie können in den ersten zwei Monaten nach „Erscheinen“ bei allen Banken gebührenfrei erworben werden. Danach können Provisionen und Maklergebühren berechnet werden. Sie kosten ab 50,– Euro und können immer nur um volle 50,– Euro aufgestockt werden. Da diese Papiere an der Börse gehandelt werden, kann man sie vorzeitig verkaufen. Dafür wird dann aber eine Gebühr fällig. Es kann passieren, dass beim Verkauf Verluste entstehen, da diese Papiere nur zum aktuellen Tageskurs zurückgenommen werden. Die am Kauftag geltenden Zinsen, sind für die gesamte Laufzeit verbindlich und werden jährlich auf das Girokonto überwiesen.

Bundesschatzbriefe

Hier gibt es zwei verschiedene Typen. Typ A hat eine Laufzeit von 6 Jahren und die anfallenden Zinsen werden jährlich ausgezahlt. Bei Typ B beträgt die Laufzeit 7 Jahre und die Zinsen werden erst am Ende der Laufzeit in einer Summe ausgezahlt. Die Bundesschatzbriefe werden nicht an der Börse gehandelt. Ihre Zinsen sind für die gesamte Laufzeit fest vereinbart und steigen jährlich. Die volle Rendite erhält nur, wer bis zum Ende der Laufzeit durchhält. Diese Wertpapiere können ab 50,– Euro aufwärts erworben werden. Sie können frühestens nach 1 Jahr wieder an Ihr Geld, haben dann aber die Möglichkeit, falls soviel Guthaben besteht, bis zu 5.000,– Euro monatlich abzuheben.

Bundeswertpapiere

Sie gelten als die sichersten Wertpapiere, da sie vom Bundesfinanzministerium ausgegeben werden und die Bundesrepublik mit ihrem gesamten Vermögen dafür haftet. Beim Kauf dieser Papiere sollten Sie darauf bestehen, dass diese bei der Bundesschuldenverwaltung deponiert werden, so sparen Sie die sonst anfallenden Depotgebühren. Bisher wurden die Bundeswertpapiere immer rechtzeitig zurückgezahlt, jedoch mussten dafür neue Schulden aufgenommen werden. Bis jetzt hat der Staat noch nicht Konkurs angemeldet.

Finanzierungsschätze

Sie gibt es nur zu jeweils 500,– Euro und haben die kürzesten Laufzeiten. Hier werden die anfallenden Zinsen sofort ermittelt und vom Kaufpreis abgezogen. Der nur geringe Zinsvorteil wird erst am Ende der Laufzeit in der Einkommensteuer berücksichtigt, sollte der Freibetrag überschritten werden. Diese Wertpapiere können bei jeder Bank, zu den gleichen Bedingungen, gebührenfrei erworben werden. Sie können nicht vor Ablauf der gesetzten Frist aufgelöst, wohl aber an Dritte (nur nicht an Banken) verkauft werden.

Floater

Sie haben eine Laufzeit von ca. 5 – 7 Jahren und bieten keine festen Zinsen. Die Zinsen werden alle 3 bis 6 Monate dem aktuellen Zinsmarkt angepasst. Hier liegt das Risiko. Die Mindestanlage beträgt häufig 5.000,– Euro.

Fremdwährungsanleihen

Hier besteht zwar eine Festverzinsung, aber die Anleihen lauten nicht in DM sondern in Währungen anderer Länder. Sie sind somit ständigen Wechselkurs- und Währungsschwankungen ausgesetzt. Die Mindestanlage beträgt meist 5.000 Euro und die Laufzeit bis zu 10 Jahre. Sie sollten sich vorab bei Rating-Agenturen oder Banken nach der Einstufung erkundigen. Die Anleihe sollte mindestens in der Klasse A eingestuft sein; hierzu gehören Länder wie Großbrittanien, Kanada, Australien und Südafrika.

Genussscheine

Hierbei handelte es sich um eine Art Kreuzung aus Aktie und Anleihe. Anstelle von Zinsen sind Sie am Firmengewinn (aber auch am Verlust) beteiligt. Ihre Laufzeit beträgt in der Regel 8 Jahre. Es gibt drei Varianten: mit garantierter Mindestausschüttung, mit Wandel- und Optionsrechten und mit gewinnabhängiger Mindestausschüttung. Am besten achten Sie beim Kauf auf garantierte Mindestausschüttung ohne Verlustbeteiligung.

Industrieanleihen

Hier beträgt die Mindestanlage meist 500 Euro und ist gebührenpflichtig. Sie können von jedem Unternehmen aufgelegt werden. Zur Sicherheit sollten Sie nur börsennotierte Firmenanleihen kaufen, da diese nur von den Banken gehandelt werden und somit bereits, von der Bank in deren eigenen Interesse, überprüft wurden. Ansonsten sind sie allen anderen Anleihen ähnlich.

Kommunalanleihen

Wie der Name schon sagt, kommen diese Anleihen der eigenen Kommune (Gemeinde) zu gute. Mit ihnen werden Wohnungen, Straßen, öffentliche Einrichtungen etc. finanziert. Sie werden von den öffentlich-rechtlichen Landesbanken aufgelegt. Ihre Laufzeit beträgt in der Regel 10 Jahre und sie sind ab 100 DM aufwärts erhältlich. Auch hier werden die Zinsen jährlich aufs Girokonto überwiesen. Im Allgemeinen gelten dieselben Bedingungen wie bei Bundesanleihen. Im Gegensatz zu Bundeswertpapieren, müssen Sie hier aber Depotgebühren bezahlen.

Schuldverschreibungen von Banken

Natürlich haben auch Banken die Möglichkeit festverzinste Wertpapiere auszugeben. Hier werden ebenfalls feste Laufzeiten und feste Zinsen vereinbart. Im Falle einer Bankpleite haftet die Bank mit ihrem gesamten Vermögen; ausgenommen bei Inhaberschuldverschreibungen von Privatbanken. Bei Pfandbriefen haftet die Bank nicht mit ihrem Vermögen, sondern mit Immobilien. Durch den Verkauf von Pfandbriefen beschafft sich die Bank das Geld, dass sie dann an Bauherren weiter leiht. Dafür wird die Bank zur Sicherheit als 1. Gläubiger im Grundbuch eingetragen. Pfandbriefe bringen etwas höhere Zinsen, als andere festverzinsliche Wertpapiere. Ebenso macht sich die Länge der Laufzeit bemerkbar. Pfandbriefe sind meist ab 100 DM, manchmal aber auch erst ab 1000 DM zu haben. Inhaberschuldverschreibungen der Landesbank kosten oft ab 5000 DM. Die Laufzeiten betragen zwischen 4 und 10 Jahren und müssen voll ausgeschöpft werden. Allerdings behalten sich die Banken manchmal ein einseitiges Kündigungsrecht vor. Sie können dann, bis zu einem vorher bestimmten Termin, die Anleihe zum vollen Preis zurückgeben. Das passiert oft dann, wenn die Zinsen fallen und die Banken sich Kredite zu, für sie, besseren Bedingungen besorgen wollen. Man sollte also nur Anleihen ohne Kündigungrechte der Bank kaufen.

Wandelanleihen

Diese Anleihen können in Aktien umgewandelt werden. Ihre Laufzeit beträgt meist 10 Jahre. Werden sie nicht umgewandelt, bleibt der vereinbarte Zins sicher. Bei Wandlung wird man Teilhaber am Vermögen der Aktiengesellschaft und jede Aktie kostet dann eine Aufgeld. Die Mindestanlage liegt meist bei 1000 DM plus Gebühren.