Was sind Devisen?

Als Devisen gelten Ansprüche auf Zahlungen in fremder Währung, beispielsweise Guthaben bei ausländischen Banken, sowie zahlbare Schecks oder Wechsel in Fremdwährung. Bei Devisen handelt es sich also immer um ausländisches Geld auf beliebigen Konten. Die bei der heimischen Bank eingewechselte Währung des Urlaubsziels nennt man Sorten. Grundsätzlich gilt für den Devisenhandel: die Währungen müssen untereinander austauschbar sein und es sind nur die Währungen zugelassen, deren offizieller Wechselkurs mindestens einmal täglich festgestellt wird. Für die Geldanlage in Devisen gibt es zwei Möglichkeiten.

Devisenkassageschäfte sind z.B. der Kauf einer fremden Währung (z.B. Pfund, Dollar o. Franc), die der Bankkunde spätestens zwei Werktage nach Geschäftsabschluss in einer anderen Währung (z.B. DM) bezahlen muß. Auch private oder geschäftliche Überweisungen ins Ausland gelten als Kassageschäfte.

Devisentermingeschäfte dienen entweder der Spekulation mit schwankenden Devisenkursen oder der Absicherung gegen Kursverluste bei Geschäften mit ausländischen Unternehmen oder Wertpapieren.

Bei der Devisenspekulation rechnet der Anleger mit dem Anstieg eines bestimmten Währungskurses innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Er vereinbart beispielsweise mit seiner Bank folgendes Devisentermingeschäft: Er kauft mit Termin in 6 Monaten 100 000 Dollar zum derzeitigen Kurs von 1,70 DM. Innerhalb dieses Zeitraums steigt der Kurs auf 1,90 DM. Nun kann der Anleger von seiner Bank den vereinbarten Dollarbetrag fordern und bezahlt dafür nur den Gegenwert von 170 000 DM. Jetzt hat er die Möglichkeit, den Dollarbetrag für 190 000 DM weiterverkaufen und hat 20 000 DM Gewinn gemacht.

Beispiel für Devisenkursabsicherung: Ein Lieferant vereinbart mit einem ausländischen Großhändler die Lieferung einer Ware zum einem festen Gesamtpreis von 100 000 Dollar, Termin für Lieferung und Bezahlung in 6 Monaten. Der aktuelle Kurs liegt bei 1,70 DM. Der Lieferant befürchtet innerhalb dieser Frist einen Kursabfall auf 1,50 DM. Um sich gegen den drohenden Verlust abzusichern, vereinbart der Lieferant mit der Bank ein Devisentermingeschäft. Er wird an die Bank zum Termin in 6 Monaten den Betrag von 100 000 Dollar zahlen und erhält von der Bank DM zum derzeitigen Dollarkurs, also 170 000 DM abzüglich der bei Geschäftsabschluss ausgehandelten Gebühr.

Die Devisenkursbildung richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Es werden immer drei Kurse: Geld-, Brief- und Mittelkurs ermittelt. Der Geldkurs ist aus der Sicht des Kunden, der Preis, den die Bank ihm für die angebotene Fremdwährung zahlt; den Briefkurs zahlt der Kunde an die Bank, wenn er Fremdwährung einkauft. Der Mittelkurs dient nur statistischen Zwecken.