Was sind Anleihen und Obligationen?


Hier handelt es sich, in der Regel, um festverzinsliche Wertpapiere, die auf dem sogenannten Rentenmarkt gehandelt werden.


  • Bundesanleihen sind Schuldverschreibungen des Staates mit einem Mindestanlagebetrag von 1000,– DM und meist einer Laufzeit von 10 Jahren. Wer Depotgebühren sparen will, läßt die Anleihen bei der Bundesschuldenverwaltung in Bad Homburg verwahren. Ist die Anleihe im amtlichen Börsenhandel eingeführt, ist der Kauf bzw. Verkauf nur noch zum börsentäglich ermittelten Kassakurs möglich. Dann ist auch der Erwerb, anders als bei Neuausgabe (Emission), nicht mehr spesenfrei.
  • Bundesobligationen werden als Daueremission in Serien herausgegeben. Ist das gewünschte Ausgabevolumen (z.B. 10 Milliarden Mark) erreicht, werden sie in den amtlichen Börsenhandel eingeführt und eine neue Serie ausgegeben. Ihre Laufzeit beträgt in der Regel nur 5 Jahre und der Mindesanlagebetrag liegt bereits bei 100,– DM. Sie können ebenfalls kostenlos bei der Bundesschuldenverwaltung deponiert werden.
  • DM Auslandsanleihen sind in DM notierte Anleihen, deren Schuldner Staaten, Banken, Unternehmen oder internationale Organisationen mit Sitz im Ausland, sind. Aus steuerlichen Gründen bringen allerdings auch deutsche Emittenten, mittels ausländischer Tochtergesellschaften, ihre Anleihen auf den deutschen Rentenmarkt. Für die Einstufung der Bonität des Schuldners ist das sogenannte „Rating“ wichtig. Es gilt: hohe Zinsen – geringe Zahlungsfähigkeit.
  • Andere öffentliche Anleihen werden beispielsweise von Bundesländern, Städten, Post, Banken, aber auch von der Deutschen Ausgleichsbank sowie Kreditanstalt für Wiederaufbau herausgegeben. Sie haben allerdings in der Regel ein geringes Ausgabevolumen als Bundesanleihen.
  • Wandelanleihen werden von Aktiengesellschaften ausgegeben und sind eigentlich ein Gemisch aus Aktie und festverzinslichem Wertpapier. Hier kann der Anleger entscheiden, ob er die Anleihe während der Laufzeit, zu den vorher ausgehandelten Bedingungen, in Aktien umwandelt oder aber, sich am Ende seinen Anlagebetrag, plus vereinbarter Zinsen, auszahlen läßt. Da der Verkäufer am Umtausch in Aktien interessiert ist, steigt mit fortschreitender Laufzeit das Aufgeld. Für den Emittenten gilt: Aktie = unbefristetes Eigenkapital – Anleihe = zurückzuzahlendes und jährlich zu verzinsendes Fremdkapital.
  • Sogenannte Floaters sind Anleihen mit variablem Zins. Diese Zinsen werden oft in viertel- bzw. halbjährlichen Abständen den aktuellen Zinssätzen angeglichen. Dadurch werden Kursverlustrisiken so gering wie möglich gehalten.
  • Nullkuponanleihen (auch Zerobonds) zählen zwar auch zu den festverzinslichen Wertpapieren, werfen aber auf den ersten Blick keine Zinsen ab. Hier zahlt der Anleger nur einen geringen Teil des späteren Rückzahlungskurses. Der Gewinn ist die Differenz zwischen Kauf- und Rückzahlungsbetrag. Dieser wird auch erst am Ende der Laufzeit versteuert. Zerobonds können aufgrund der langen Laufzeiten eine rentable, zusätzliche Altersversorgung darstellen. Es sollte aber verstärkt auf die Bonität des Emittenten geachtet werden. Wer vor Ablauf der Laufzeit diese Anleihen verkauft, muß allerdings mit großen Kursverlusten rechnen.

Lesen des Börsenteils

  • Der Zinssatz (Kuponzins) zeigt an, welchen Nominalzins die Anleihe erzielt und gilt meist für die gesamte Laufzeit (Ausnahme: Floater, Zerobonds); benennt aber nicht die tatsächliche Verzinsung.
  • Wird die Laufzeit mit beispielsweise 97/07 angegeben, so heißt das: von 1997 bis 2007, also 10 Jahre. /font>
  • Die Notierung erfolgt immer in % vom Nennwert. Meist beträgt der Nennwert bzw. die Stückelung bei Rentenpapieren 100 DM. Dann kann diese Angabe in % mit DM gleichgesetzt werden. Zusätze wie: G, -G, bG usw. haben die gleiche Bedeutung wie bei den Aktiennotierungen.
  • Wichtig für die Ermittlung der Rendite sind die (Rest-) Laufzeit, Zinszahlungstermin, Tilgungsgewinne bzw. -verluste sowie Gebühren für den Kauf der Anleihe. Die Rückzahlung der Anleihe erfolgt in der Regel zu 100 Prozent. Es gilt: sinkt der Kurs, steigt die Rendite – und umgekehrt.