Welche Aktienmärkte gibt es?


Amtlicher Handel
Hier geht alles sehr seriös zu, es werden strenge Maßstäbe gesetzt. Firmen die hier gehandelt werden, haben regelmäßige Veröffentlichungen in renommierten Wirtschaftsblättern wie „Handelsblatt“. Es gibt eine detaillierte Broschüre über die Herkunft von Geldern, Bilanzen, persönliche Vorstellung des Managements sowie sonstiger wichtiger Fakten, für dessen Richtigkeit nicht nur die Firma selbst, sondern auch die begleitenden Bank haftet. Eine Aktiengesellschaft ist verpflichtet, jedes Jahr einen Abschlussbericht vorzulegen. Die Feststellung der Kurse und der Handel wird nur von amtlich bestellten Finanzmakler getätigt. Jeder Kunde hat dadurch die Sicherheit, daß sein Aktienkauf bzw. -verkauf zum amtlich festgestellten Kurs abgerechnet wird. Es werden fast ausschließlich erstklassige Aktien (aus DAX und MDax), sowie weitere deutsche und ausländische Aktien gehandelt.

Geregelter Markt
Hier werden ca. 150 deutsche und einige ausländische Aktiengesellschaften gehandelt. Die Regeln sind nicht ganz so streng. Die Bilanzen müssen nicht in der einschlägigen Wirtschaftspresse veröffentlicht werden. Der Jahresabschlussbericht kann auf Wunsch am Bankschalter eingesehen werden.

Freiverkehr
Hier werden ca. 100 deutsche Firmen, die noch nicht für den geregelten oder amtlichen Markt zugelassen sind, sowie ungefähr 250 ausländische AGs, die aber in ihren Heimatländern sehr wohl an der Börse notiert sind, gehandelt. Für die Zulassung zum Freiverkehr bedarf es keiner großen Vorschriften. Den Handel und die Kursfeststellung übernehmen die Wertpapierhändler der Banken untereinander. Für den Kunden besteht hier ein sehr hohes Risiko, da er keinen Anspruch auf garantierte Ausführung seines Auftrages bzw. Abrechnung zu einem bestimmten Kurs hat.

Neuer Markt
Diese vierte Handelsvariante besteht seit dem 10. März 1997. Hier werden junge Firmen mit Visionen und zukunftsorientierten Arbeitsgebieten wie Biotechnik oder Multimedia gehandelt. Ihnen soll durch den Verkauf von Aktien sogenanntes Risikokapital zur Verfügung gestellt werden. Beim Neuen Markt sind die Vorschriften wesentlich strenger, als beim amtlichen Handel. Die Veröffentlichungen müssen in deutscher und englischer Sprache abgefaßt sein. Die Firmen müssen mindestens einmal jährlich eine Analystenkonferenz abhalten und Quartals- und Jahresbilanzen nach gehobenem internationalen Standart erstellen. Um die Einführung an der Börse zu erreichen, muß das Unternehmen einen Firmenwert von mindestens 10 Mio. Mark und mindestens ein erfolgreiches Geschäftsjahr nachweisen können.


Neue Aktien
Der Begriff „Neuemissionen“ ist Ihnen sicher nicht ganz unbekannt. Das sind oft junge , aber auch alteingesessene Firmen, die neu an die Börse gehen. Diese Aktien werden meist sehr preiswert angeboten und können schnell sehr hoch steigen, genauso schnell aber auch wieder fallen. Um an solche Aktien zu kommen, müssen Sie sich schriftlich oder telefonisch an Ihre Bank wenden. Da die Nachfrage nach diesen Aktien häufig höher als das Angebot ist, werden sie oft verlost. Dabei gehen leider einige Interessenten leer aus. Der sogenannte Zeichnungsauftrag ist kostenlos und vielleicht hat man Glück, erhält solche Neuen Aktien und erzielt dann damit auch noch Gewinne.

Euro-Aktien
Sehr bald schon werden die einzelnen Börsen der europäischen Länder kaum noch von Bedeutung sein. Die besten Aktien Europas werden in einem Kursbarometer erfaßt. Bereits jetzt sind die bedeutendsten 50 Unternehmen unter dem Namen Euro-STOXX 50 zusammengefaßt. Wenn Sie relativ sicher investieren wollen, suchen Sie sich Aktien aus diesen 50 Unternehmen aus.

Computer- und Software-Aktien
Hier handelt es sich um Aktiengesellschaften, die mit Computern und deren Zubehör bzw. Einzelteilen (Chips, Grafikkarten, Modems, CR-Roms etc.) zu tun haben. Es ist inzwischen wohl jeden klar, daß eine Zukunft ohne Computer nicht mehr vorstellbar ist. Zur Zeit unterliegen Computer-Aktien zwar noch starken Kursschwankungen, aber für langfristige Anlagen scheinen sie sehr interessant.

weiterhin gibt es beispielsweise noch Aktienmärkte, wie: Internet-Aktien, Biotechnologie-Aktien, Medienaktien, Luxus-Aktien, Goldaktien,