Aktienkauf und Gebühren

Um Aktien zu kaufen, bedarf es einiger kleiner Vorbereitungen:

Zuerst müssen Sie ein Depot eröffnen. Das Depot ist der Aufbewahrungsort für Ihre Aktien, ähnlich einem Sparbuch. Hier werden in einer Liste Ihre Aktien einzeln, mit dem Kaufpreis aufgeführt. Einmal jährlich bekommen Sie automatisch einen Depotauszug (eine Art Kontoauszug), der Ihnen über den Stand Ihrer Aktien Auskunft gibt. Diesen Auszug können Sie aber auch jederzeit anfordern. Ihr Depot können Sie bei jeder Bank eröffnen. Sie sollten sich aber vorher, bei den verschiedenen Banken, nach den Kosten für Depot und Provisionen für An- und Verkauf von Aktien erkundigen.

Wenn Sie Kosten sparen, und auf die Beratung der Banken verzichten wollen und können, sollten Sie sich an eine Direkt- oder sogenannte Billigbank wenden. Link zu infoquelle Brokerpreisvergleich

Sie haben sich entschieden Aktien zu kaufen, dann rufen Sie Ihre Bank an und nennen Sie Namen und Anzahl der Aktien, die Sie erwerben möchten. Hierbei sollten Sie folgendes dringend beachten: Sie möchten, daß die ausgewählten Aktien sofort, d. h. noch am selben Tag, gekauft werden, dann sagen Sie, daß die Aktien billigst gekauft werden sollen. Sie werden Ihre Aktien dann, zu dem an diesem Tag günstigsten Kurs bekommen.

Eine andere Möglichkeit ist, die Aktien zu einem bestimmten Preis zu ordern. Dann nennen Sie der Bank Ihr Limitund die Bank kann die Aktien nicht höher als zu dem von Ihnen genannten Preis für Sie erwerben. Wenn Sie ein Limit setzen, sollten Sie auch den Zeitraum festlegen, für den Ihr Kaufangebot gilt. Es kann allerdings passieren, daß zu dieserZeit, niemand die Aktien zu ihrem genannten Preis verkaufen will, dann gehen Sie leer aus. Ihr Angebot kann für einen Tag oder auch mehrere Wochen gelten, gebräuchlich ist allerdings bei Limitaufträgen Ultimo, d. h. bis zum Ende des laufenden Monats bzw. zum letzten Börsentag in dem Monat.

Der Verkauf funktioniert ganz ähnlich wie der Kauf. Nur ändern sich hier die wichtigen Begriffe. Wenn Sie also Ihre Aktie(n) sofort verkaufen wollen, sollten Sie diese bestensverkaufen. Das heißt, die Bank muß dann zu dem bestmöglichen Preis verkaufen. Auch hier besteht die Möglichkeit des Limitverkaufs, wenn Sie Ihre Aktien nicht zu unter einem bestimmten Preis veräußern wollen. Ebenso gelten auch hier die obengenannten Möglichkeiten der Fristsetzung. Wichtig ist auf jeden Fall: egal ob Kauf oder Verkauf, sagen Sie genau, was Sie wollen: Also welche Aktien, wieviel, wann und zu welchem Preis.

Gebühren beim Aktienkauf:

Jede Bank verlangt für Ihre verschiedenen Dienstleistungen Gebühren. Da Sie die Aktien ja nicht persönlich „einkaufen“ und „verkaufen“ können, fallen neben den Depotgebühren noch sogenannte Provisionen an. Das können bei den sogenannten Filialbanken für Kauf bzw. Verkauf jeweils bis zu 3 % der Gesamtsumme sein, mindestens aber eine Gebührenpauschale. Bei den sogenannten Billig- oder Direktbanken sparen Sie mitunter über die Hälfte bei den Gebühren ein. Bei Online-Banken kann es noch billiger werden. Auch diese bearbeiten Ihre Orders korrekt, nur werden Sie dort wenig Beratung finden, haben aber auch die Möglichkeit, die Kurse ständig aktuell abrufen. Manche bieten sogar ein Musterdepot, in dem Sie Ihre Kurse verfolgen können.Wie gesagt, erkundigen Sie sich rechtzeitig nach den Gebühren.

Steuern:
Beim Aktienverkauf sollte man genau darauf achten, welcher Zeitraum (Spekulationsfrist) zwischen Kauf und Verkauf vergangen ist. Nach den neuesten Verordnungen (1.1.99) sind Kursgewinne nur dann steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mindestens ein Jahr liegt. Ist die Frist kürzer, werden die Kursgewinne als Einkommen angesehen und dementsprechend versteuert (Einkommensteuerbescheid). Auf jeden Fall, sollten Sie Ihrer Bank auch einen Freistellungsauftrag vorlegen, damit Sie die Dividende samt Körperschaftssteuer in voller Höhe bzw. bis zur Freistellungsgrenze ausgezahlt bekommen. Achtung: Freibetrag bis Ende des Jahres: 6.100,–/12.200,– DM ; ab 2000: 3.100,– /6.200,–DM für Alleinstehende/Ehepaare.

Dividende:
Die Dividende ist die Gewinnausschüttung der Aktiengesellschaft. Sie wird von dem Vorstand und dem Aufsichtsrat vorgeschlagen und muß von der Hauptversammlung genehmigt werden. Bei deutschen Firmen wird die Dividende einmal jährlich ausgeschüttet. An diesem Tag sinkt der Aktienkurs um deren Höhe, da sie aus dem Eigenkapital der Aktiengesellschaft genommen wird. Die Dividenden kann auch dann an die Aktionäre ausgezahlt werden, wenn in dem vergangenen Jahr keine Gewinne erzielt wurden.

Hauptversammlung:
Mindestens einmal im Jahr findet die Hauptversammlung statt. Hierzu werden alle stimmberechtigten Aktionäre schriftlich eingeladen. Diese Einladung ist Ihre Eintrittskarte und Ihr Stimmrecht .Hier muß der Vorstand und der Aufsichtsrat gegenüber den Aktionären Rechenschaft über das vergangene Geschäftsjahr ablegen. Bilanzen und Geschäftsberichte werden vorgelegt. Die Aktionäre haben das Recht Fragen zu stellen. In der Hauptversammlung wird aber auch z.B. über evtl. Satzungsänderungen, Neuwahl des Aufsichtsrates, Dividenenausschüttung oder Kapitalerhöhungen abgestimmt. Jede Aktie hat eine Stimme, wer 50 Aktien hält, hat also 50 Stimmen. Die Teilnahme ist freiwillig und kann per Vollmacht einer anderen Person oder Institution (Bank) übertragen werden. Die Kosten für Anfahrt und evtl. Hotelaufenthalt etc. trägt der Aktionär selbst. So eine Hauptversammlung kann von ziemlich turbulent bis urgemütlich sein, es kommt dabei auf die Zahl und die Diskussionsfreude der Aktionäre an.