Verpackungskennzeichnung – Was darf nicht fehlen?

Wer selbst Produkte auf den Markt bringt, trägt eine besondere Verantwortung. So muss der Verbraucher schon bei der Betrachtung der Verpackung dazu in der Lage sein, sich umfangreich über die Ware zu informieren. Dies betrifft nicht nur die korrekte Handhabung, sondern auch Sicherheit, Rückverfolgbarkeit und Entsorgung. Für Unternehmer spielt die Kennzeichnung ihrer Verpackungen eine entscheidende Rolle, denn zahlreiche Richtlinien und Verordnungen schaffen einen gesetzlichen Rahmen. Wer gegen diesen verstößt, muss im Erstfall rechtliche Konsequenzen tragen.

Allgemeine Informationen

Grundsätzlich gibt es zahlreiche Details, die der Verbraucher auf einer Verpackung erkennen können muss. Diese Informationen dienen dazu, dem Kunden einen tieferen Einblick in die Art der Ware und ihre Eignung zu bieten. Als eine der wichtigsten Informationen gilt hier auch die Angabe des Herstellers, Verkäufers oder Verpackers inklusive Adresse.
Als sinnvoll erweist es sich, einen Strichcode auf die Verpackung drucken zu lassen, wenn die Ware im weiteren Verlauf im Handel veräußert oder anderweitig mit Scannern erfasst werden soll. Die CE-Kennzeichnung hilft dem Kunden, ein Produkt zu erkennen, das europäischen Rechtsnormen entspricht. Dieses Symbol dürfen Unternehmer selbstverständlich nur aufdrucken lassen, wenn die Rechtsnorm es gestattet. Bei Spielwaren kann auch der Hinweis „Nicht geeignet für Kinder unter 3 Jahren“ verpflichtend sein, um die Sicherheit der Kinder nicht zu gefährden.

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Ein Barcode hilft bei der Erfassung der Produkte. (Quelle: PDPhotos (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Weitere Informationen, die auf Fertigverpackungen in der Regel nicht fehlen dürfen, sind

  • das Schätzungszeichen,
  • die Nennfüllmenge,
  • das Abtropfgewicht,
  • und das Randvollvolumen.

Während das Schätzungszeichen (ein kleines „e“) beweist, dass die Ware der Fertigpackungsrichtlinie entsprechend abgefüllt wurde, zeigt die Nennfüllmenge die enthaltene Menge des Produktes in Millilitern oder auch Gramm. Das Abtropfgewicht ist unter anderem relevant für Lebensmittel in Dosen oder Gläsern und gibt an, wie schwer der Inhalt nach dem Abtropfen der enthaltenen Flüssigkeit ist. Beim Randvollvolumen handelt es sich um eine Angabe, die die Fertigpackungsverordnung vorgibt. Der Verbraucher erkennt anhand dieser Zahl, welches Füllvolumen die Verpackung insgesamt hat.

Auch ein Symbol, das eine Ware als Lebensmittelbedarfsgegenstand kennzeichnet, darf in entsprechenden Fällen nicht fehlen. Es besagt, dass sich die Ware auch für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln eignet. Für die Entsorgung relevant ist auch das Symbol einer kreuzförmig durchgestrichenen Mülltonne. Hier erkennt der Verbraucher, dass er die Ware nicht im gewöhnlichen Hausmüll entsorgen darf.

All diese Informationen und Kennzeichen stehen einer ansprechenden Verpackungsgestaltung nicht im Wege. Unternehmer können daher auch im Hinblick auf optische Aspekte ihre Verpackungen individuell bedrucken lassen, ohne dabei gegen Recht und Gesetz zu verstoßen. Das optische Erscheinungsbild einer Verpackung kann dann unter anderem durch eine Zielgruppenanalyse beeinflusst werden, um größtmögliche Attraktivität zu erwirken.

Hinweise für Lebensmittelverpackungen

Hinsichtlich der Verpackung von Lebensmitteln müssen Unternehmer einige Details beachten. So darf auf der Verpackung eine Verkehrsbezeichnung nicht fehlen. Sie zeigt, um welches Produkt es sich handelt und darf den Kunden nicht in die Irre führen. Auch das Zutatenverzeichnis ist wichtig, denn es informiert den Kunden nicht nur über die einzelnen Zutaten, sondern hebt auch mögliche Allergene hervor.

Die Angabe der Losnummer zeigt an, zu welcher Charge das Produkt gehört. (Quelle: orzalaga (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Die Angabe der Losnummer zeigt an, zu welcher Charge das Produkt gehört. (Quelle: orzalaga (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Entscheidend für eine sicher gekennzeichnete Lebensmittelverpackung ist auch das Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum. Anhand der aufgedruckten Losnummer erkennt der Verbraucher außerdem, welcher Charge das Produkt angehört. Diese Angabe ist ebenfalls verpflichtend und kann Rückrufe und Verbraucherinformationen erleichtern.

Selbstverständlich gehört auf eine umfangreich gekennzeichnete Lebensmittelverpackung auch die Kennzeichnung der Nährwerte. Diese ist jedoch nicht immer verpflichtend. „Bislang ist eine Nährwertkennzeichnung u. a. dann Pflicht, wenn besondere Nährwerteigenschaften, z. B. „fettarm“, beworben werden oder wenn es sich um ein diätetisches Lebensmittel handelt. Die künftig verpflichtende Nährwertkennzeichnung wird folgende Angaben enthalten: Brennwert sowie die Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz pro 100 g bzw. 100 ml.“  (Quelle: https://www.bll.de/de/lebensmittel/kennzeichnung)

Kosmetika richtig kennzeichnen

Auch Kosmetikartikel und Bekleidung unterliegen gesetzlich vorgegebenen Kennzeichnungspflichten. Der Hersteller verschafft dem Kunden hierdurch größtmögliche Sicherheit und erleichtert die Auswahl der Ware.

Kosmetikverpackungen müssen den Verbraucher umfangreich informieren. (Quelle: daviddchristensen (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Kosmetikverpackungen müssen den Verbraucher umfangreich informieren. (Quelle: daviddchristensen (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

So darf auf Kosmetikverpackungen ein Mindesthaltbarkeitsdatum nicht fehlen. Dieses bezieht sich zumeist auf das ungeöffnete Produkt und gilt für Produkte, die nicht angebrochen maximal dreißig Monate haltbar sind. Da die Verderblichkeit von länger haltbaren Kosmetika sich nach dem Öffnen der Verpackung in vielen Fällen beschleunigt, muss auch die Verwendungsdauer angegeben werden. Diese Angabe kann entweder in Monaten oder auch Jahren erfolgen.

Des Weiteren müssen Kosmetikverpackungen auch einen Beipackzettel mit wichtigen Informationen und einen Verweis auf diesen zeigen. Dies soll garantieren, dass der Kunde das Produkt korrekt anwendet und die eigene Gesundheit nicht gefährdet. Wie bei Lebensmitteln spielen eine Liste der Inhaltsstoffe  und die Losnummer auch bei Kosmetikartikeln eine Rolle.

Ausblick: Die individuelle Situation entscheidet

Die hier genannten Kennzeichnungen und Pflichten sind nur ein Teil dessen, was Hersteller bei der Gestaltung und Beschreibung ihrer Produkte und Verpackungen berücksichtigen müssen. Auch freiwillige Kennzeichen und Siegel, die das eigene Produkt hervorheben und konkurrenzfähiger machen, sollten Unternehmer nicht vergessen. Zudem gibt es weitere Produktgruppen wie Reinigungsmittel, Bekleidung und Schuhe, die ebenfalls rechtlichen Bestimmungen unterliegen.

Es ist daher nur empfehlenswert, vor der Produktion der Verpackungen rechtlichen Rat einzuholen und alle Verordnungen und Richtlinien genau zu beleuchten. Nur so profitieren Unternehmer von einer rechtssicheren und kundenfreundlichen Packungsgestaltung.