Druckverfahren in der Werbewirtschaft – ein Überblick

Wer nicht wirbt, der stirbt! Dieses Motto stammt aus den Anfängen der industriellen Großserienproduktion von Autos. Heute hat das Credo nach wie vor Gültigkeit. In den letzten Jahren haben sich Medien und Werbeformen grundlegend verändert. Eine Tatsache, die auch für die Branche Folgen hat. Mehr und mehr Werbebudgets gehen in Richtung Online- und Mobilwerbung. Die Printmedien haben starke Konkurrenz bekommen. Dass Zeitungen und Anzeigenblätter aber nach wie vor mitreden, zeigt der Blick auf Branchenzahlen.

Laut ZAW ist TV-Werbung bei den Nettoumsätzen nach wie vor deutlich an der Spitze zu suchen – auf Platz1. Direkt dahinter kommt mit mehr als 2,6 Mrd. Euro das Werbesegment der Tageszeitungen. Printprodukten spielen letztlich aber nicht nur hier eine Rolle. Werbemittel wie:

  • Kataloge
  • Broschüren oder
  • Flyer

wird man auch in Zukunft in unserem Alltag entdecken. Welche Druckverfahren haben sich etabliert? Und welche Druckerzeugnisse lassen sich damit am besten herstellen? Einfach zum Tintenstrahldrucker greifen ist an diesem Punkt sicher nicht der beste Weg. Es kommt darauf an, was man bedrucken will – und wie lange das Ganze am Ende halten soll. Hier sollen einige Druckverfahren der Werbewirtschaft genauer aufgezeigt werden.

T-Shirts als Werbemittel

Abbildung 1: T-Shirts werden heute noch gerne im Siebdruck bedruckt und sind nach wie vor sehr gute und wirksame Werbeartikel. Dies gilt vor allem für den Bereich Merchandising.

Siebdruck – ein Klassiker

Das Siebdruckverfahren basiert heute darauf, dass hier sprichwörtlich mit einem Sieb gearbeitet wird. Kern des Ganzen ist ein Farbauftrag mithilfe eines Rakels und eines feinmaschigen Gewebes. Durch dieses gelangt die Farbe auf das Druckmedium.

Flächen, die nicht mit Farbe bedruckt werden sollen, lassen sich mithilfe farbundurchlässiger Folien gestalten. Ein Vorteil dieses Verfahren liegt in der Anwendungsbreite. Neben flachen Druckmedien ist ein Druck auf geformte Trägermaterialien möglich. Gleichzeitig erlaubt dieses Verfahren einen Druck auf großen Flächen.

Natürlich ist der Siebdruck ein Verfahren mit Nachteilen. Hierzu gehört die Tatsache, dass mehrfarbige Druckerzeugnisse nur mit hohem Aufwand zu realisieren sind. Für jede Farbe ist ein separates Gewebe erforderlich. Gleichzeitig sind die Erzeugnisse gewissen Umwelteinflüssen gegenüber empfindlich. Beispiel: Eine Reinigung von Trinkflaschen in der Spülmaschine ist nicht zu empfehlen.

Vorteile:

  • große Flächen möglich
  • geformte Trägermaterialien

Nachteil:

  • Empfindlichkeit der Erzeugnisse
  • Mehrfarbdruck aufwendig

Transferdruck – Drucken mit Hitze

Transferdruck dürfte Privatanwendern fast gänzlich unbekannt sein. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, welches auch unter dem Begriff Sublimationsdruck bekannt. Hier wird die Farbe auf einen Träger „gedampft“. Hierbei muss zuerst das Motiv auf den Farbträger aufgebracht werden (spiegelverkehrt). Erst im zweiten Schritt wird das eigentliche Trägermaterial bedruckt.

Verwendet wird dieses Verfahren sehr oft zum Bedrucken von textilen Werbeträgern. Ein großer Vorzug ist die Langlebigkeit. Die verwendete Klebeschicht erlaubt sogar das Waschen bei höheren Temperaturen. Darüber hinaus lassen sich mit dem Transferdruck Ergebnisse in Fotoqualität erzielen.

Problematisch ist beim Transferdruck natürlich einerseits die Tatsache, dass zuerst ein Trägermaterial erstellt werden muss. Hierfür sind Temperaturen von über 200 °C Bedingung. Gleichzeitig ist ein Zwischenschritt notwendig – was den Arbeitsaufwand beeinflusst.

Weitere Druckverfahren in der Praxis

Transfer- und Siebdruck sind nicht die einzigen heute verwendeten Verfahren. Als besonders wertig werden Werbemittel mit Relief angesehen. Diese lassen sich heute unter anderem durch Lasergravuren erreichen. Der Clou: Durch das Verfahren kommt die darunterliegende Farbschicht an den entscheidenden Stellen zum Vorschein. Aber: Diese Methode bietet sich nicht für alle Träger an.

Ebenfalls im Einsatz ist der Tampondruck. Hier wird zuerst in eine Platte das Motiv eingearbeitet und mit Farbe gefüllt. Ein Stempel (der Tampon) nimmt die Farbe auf und überträgt diese auf den Werbeträger. Auf diese Weise sind sehr scharfe Linien möglich. Allerdings erlaubt diese Methode nicht, Schatten oder Farbverläufe darzustellen.

Druckverfahren auf einen Blick:

  • Tampondruck
  • Gravur
  • Digitaldruck
  • Doming usw.

Jedes der Verfahren hat seine speziellen Vorzüge und Nachteile. Vor der Entscheidung sollte man diese in jedem Fall kennen.

Faltplatt hochglanz

Abbildung 2: durch entsprechende Druckverfahren lassen sich hochwertige Faltblätter und Broschüren erstellen. Dieses Beispiel zeigt eine Broschüre zu den Commonwealth-Spielen 2014.

Fazit: Mit dem richtigen Druckverfahren werben

Werbung wird von der breiten Öffentlichkeit als TV- oder Radiospot und großformatige Anzeige in Zeitungen wahrgenommen. Werbung – und hier der Werbedruck – gehen weit darüber hinaus. Bedruckte Stifte, USB-Sticks mit Gravur oder textile Werbeträger – überall sind Druckereien gefragt. Möglich wird das Ganze erst durch die Entwicklung der verschiedenen Druckverfahren. Mit dem aus Haushalten bekannten Tinten- oder Laserdrucker haben diese meist wenig gemein. Welches der Verfahren am Ende verwendet wird, hängt in erster Linie von der Zielsetzung ab. Wie lange soll das Druckerzeugnis halten? Wie robust muss das Ergebnis sein? Gerade im Zusammenhang mit dem Siebdruck treten diese Fragstellungen in den Vordergrund. Aber auch beim Transferdruck stellen sich wichtige Fragen. Gerade wenn es darum geht, mehrfarbig oder in Fotoqualität zu drucken, scheiden einige der genannten Verfahren aus. Dafür haben diese Verfahren wiederum stärken bei den einfacheren Umsetzungen.