Grüne Produkte auf dem Vormarsch – ist der Markt im Wandel?

Care Of New Life - Watering Young Plant

Ob Car-Sharing, Bio-Lebensmittel oder Fair Trade-Produkte – ein nachhaltiges und umweltbewusstes Leben ist derzeit gefragter denn je

1. Nachhaltigkeit – dauerhafter Wandel oder doch nur kurzlebiger Trend?
Ob Car-Sharing, Bio-Lebensmittel oder Fair Trade-Produkte – ein nachhaltiges und umweltbewusstes Leben ist derzeit gefragter denn je. Im internationalen Vergleich hat Deutschland es so zu einem Vorreiter im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit geschafft, wobei sowohl Unternehmen und der öffentliche Sektor als auch private Haushalte in die Pflicht genommen werden. Wie gefragt nachhaltige Produkte im Alltag sind, zeigen auch die offiziellen Zahlen der Bundesregierung: demnach lag der Marktanteil von Bio-Lebensmitteln 2004 beispielsweise noch bei 1,4 Prozent, während er 2012 bereits bei 3,4 Prozent lag. Ebenfalls erwähnenswert ist außerdem der Trend hin zur Regionalität, immerhin 45 Prozent der Bundesbürger gaben an, gerne mehr Geld in regionale Produkte zu investieren. Dennoch sind die derzeitigen Entwicklungen laut Bundesregierung noch nicht weitreichend genug, denn um die nationalen Nachhaltigkeitsziele von einer Einsparung von 40 Prozent der Treibhausgas-Emissionen zu erreichen, müssen die Bemühungen noch weiter ausgebaut werden. Dennoch zeigen diese offiziellen und durchaus sehr bemüht angestrebten Nachhaltigkeitsziele, dass die Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und bewusster Konsum mittlerweile eine feste Größe im Alltag darstellen, die auch von einem Großteil der Bürger aktiv umgesetzt wird.

2. Der Bedarf an Energie steigt trotz aller Sparmaßnahmen stetig
Fakt ist, dass der Bedarf an Energie trotz aller Bemühungen weiterhin steigt. Gerade aufstrebende Wirtschaftsmächte wie China und Indien machen dies deutlich, dort ist der Energiehunger zwischen den Jahren 1990 und 2008 um 146 bzw. 91 Prozent gestiegen. Aber auch große Industriestaaten sind derzeit nicht in der Lage, auf Energie zu verzichten oder die Nutzung auch nur annähernd einzudämmen. Problematisch ist diesbezüglich nicht nur der hohe Energieverbrauch, sondern ebenso das stetig steigende Bevölkerungswachstum, welches vornehmlich in den Entwicklungsländern stattfindet (in Europa hingegen sinkt es sogar). Rund 95 Prozent des gesamten Bevölkerungswachstums entfallen demnach auf green earth concept - Erdkugel zwischen frischen GrashalmenEntwicklungsländer und so wird allein die Bevölkerung der ärmsten 50 Länder bis zum Jahr 2050 um 0,8 Milliarden auf 1,7 Milliarden anwachsen. Dies bringt für das Klima massive Probleme mit sich, denn die steigende Zahl hungriger oder ums Überleben kämpfender Menschen kann keine Rücksicht auf ihre Umwelt nehmen. Nichtsdestotrotz müssen gerade die industrialisierten Länder ihre Bemühungen verstärken, wenn es um effektive Sparmaßnahmen geht. Das spürbare Umdenken, das sich mittlerweile in allen Schichten der Bevölkerung bemerkbar macht, stellt hierfür einen wichtigen ersten Schritt dar. Die sogenannten „grünen Produkte“ sind diesbezüglich ein positiver Trend, der sich mitunter durch enorme Wachstumsraten bemerkbar macht.

a. Die Nachfrage nach grünen Produkten steigt

Geht es um grüne und nachhaltige Konsummärkte, so gelten Biolebensmittel als das wohl bekannteste Beispiel. Schon seit über 15 Jahren blickt der Markt auf über zweistellige Wachstumsraten zurück und hat einen sehr hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Das Umweltbundesamt gab im vergangenen Jahr bekannt, dass sich grüne Produkte aber auch abseits dessen in etlichen Konsumbereichen positiv und sehr dynamisch entwickeln, wenngleich sie trotzdem noch immer ein Nischenprodukt darstellen. Aus Sicht der Bevölkerung ist die Bereitschaft für eine stärkere Nachfrage jedoch durchaus vorhanden, lediglich die politischen Rahmenbedingungen sind in ihrer jetzigen Form problematisch.

Vector Illustration of Healthy Organic Vegan Food Lables

Produktlabels dienen eigentlich der Orientierung für Verbraucher. Im Dschungel der diversen Zertifikate geht aber schnell der Überblick verloren.

b. Deutsche Verbraucher sind skeptisch gegenüber den Herstellern
Zwar steigt die Nachfrage nach grünen Produkten, gleichzeitig sind Käufer jedoch immer noch skeptisch, wenn es um die Motive und Versprechen der Hersteller geht. Schuld daran sind oftmals die vielen Etiketten und Siegel, die umweltfreundliche Produkte ausweisen und beim Konsumenten für Verwirrung sorgen. Geläufig sind den meisten zwar noch die bekannteren Siegel wie der Blaue Engel oder das EU-Siegel, doch Auszeichnungen mit FSC, ÖkoControl oder NaturePlus können ohne das entsprechende Hintergrundwissen so gut wie alles bedeuten. Die Verbraucherinitiative auf label-online.de listet mittlerweile bereits mehr als 400 eben solcher Produktlabels auf, die schiere Masse erleichtert die Kaufentscheidung allerdings nur bedingt. Laut einer Umfrage der Europäischen Kommission sind sogar knapp die Hälfte der europäischen Verbraucher durch die unterschiedlichen Labels verwirrt und können die Umweltinformationen, die sie über die Produkte erhalten, nicht richtig zuordnen. Dieses Misstrauen ist auch in der Bundesrepublik spürbar, hierzulande vertrauen gerade einmal 4 Prozent der Käufer den Informationen der Hersteller, immerhin 27 Prozent glauben die Aussagen teilweise.

Dies führt zu einer ernstzunehmenden Problematik, denn wenngleich viele die Umwelt aktiv schützen wollen, stehen sie eben jenen Produkten noch immer skeptisch gegenüber und kaufen sie daher oftmals nicht. Im Kaufverhalten zeigt sich dies wie folgt: nur 22 Prozent der EU-Bürger halten den Kauf umweltfreundlicher Produkte für eine geeignete Maßnahme, um Umweltprobleme zu lösen. 54 Prozent sind hingegen der Meinung, dass Recycling und Mülltrennung ein geeigneteres Mittel darstellen. Befürwortet wird von weiteren 39 Prozent der Europäer außerdem der Einsatz energieeffizienter Haushaltsgeräte.
Um das Vertrauen in nachhaltige, grüne Produkte zu stärken, arbeitet die EU-Kommission derzeit an europaweit harmonisierten Maßnahmen für eine einheitliche Bewertung. Aktuell befindet sich das Projekt noch in einer dreijährigen Testphase, bei der Unternehmen und Industrieverbände Gelegenheit erhalten sollen, die Umweltauswirkungen von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung des Produktes genauer zu erfassen. Ziel des Tests ist die Etablierung eines einzigen Labels für sämtliche ökologisch ambitionierten Produkte – der sogenannte Umweltfußabdruck.

3. Grüne Produkte gibt es heutzutage in nahezu jeder Branche

Vegetables and fruits.

Oft wird bei „grünen Produkten“ an Lebensmittel aus biologischer Erzeugung gedacht. Das ist auch nicht falsch, doch ist die Palette deutlich breiter und umfasst zum Beispiel auch Artikel aus dem elektronischen Bereich.

Ob Wohnen, Mobilität, Ernährung oder sonstiger Konsum, grüne und nachhaltige Produkte lassen sich mittlerweile in den verschiedensten Bereichen finden. Selbst in komplexen Finanzfragen wie etwa der Anlagenberatung legen Verbraucher heutzutage großen Wert auf eine hohe Umweltrelevanz. Zum Teil beeinflussen sie sich und ihren Erfolg stark gegenseitig, andererseits sind es aber auch clevere Erfindungen und Innovationen, die den Markt immer wieder stückchenweise vorantreiben.

a. Ernährung und Lebensmittel
Schon seit einigen Jahren gelten Biolebensmittel als Vorzeigebeispiel, wenn es um die erfolgreiche Entwicklung grüner Konsummärkte geht. Die Rede ist dabei vom „Bio-Boom“, der zwar insgesamt sehr erfolgreich ist, im Vergleich zum gesamten Lebensmittelmarkt jedoch gerade einmal 3,7 Prozent ausmacht. Hier zeigt sich, dass der Trend nachhaltiger Lebensmittel keinesfalls als Selbstläufer verstanden werden sollte. Während sich der Fleischkonsum beispielsweise kaum verändert, so konnte nachhaltige Fischerei bereits sehr erfolgreich mithilfe des MSC-Labels auf dem Massenmarkt integriert werden. Dennoch bleiben Bio-Lebensmittel noch immer ein Nischenprodukt.

Essen und Trinken sind deshalb so wichtig für ein nachhaltiges Leben, weil sie einen beträchtlichen Teil der Umweltbelastungen ausmachen. Durch Anbau, Verarbeitung, Transporte und Abfälle werden rund 15 Prozent der CO2-Emissionen im Bereich des Konsums verursacht. Zusätzlich kommen Belastungen durch Landwirtschaft, den Einsatz von Pestiziden oder die Umwandlung von Wäldern in landwirtschaftliche Flächen hinzu. Welche teils enormen Auswirkungen einige Produkte dabei haben, zeigen beispielsweise die folgenden Daten des Öko-Instituts aus dem Jahr 2011.

Treibhausgasemissionen von Lebensmitteln

Lebensmittel Treibhausgasemissionen des durchschnittlichen Prokopfverzehrs
Rindfleisch 90 kg CO2
Schweinefleisch 224 kg CO2
Butter 164 kg CO2
Käse 170 kg CO2
Milch 48 kg CO2
Kartoffeln 13 kg CO2
Brot 52 kg CO2
Erdbeeren 0,7 kg CO2

 

Weiterhin sind für die Herstellung von Lebensmitteln große Mengen an Wasser notwendig. In Deutschland liegt der indirekte Wasserverbrauch für den Lebensmittelkonsum bei knapp 2.700 Litern pro Kopf und Tag. Dem gegenüber stehen rund 100 Liter direkter Wasserverbrauch für Tätigkeiten wie Waschen, Spülen und ähnliches.

i. Viele Hersteller setzen auf „grüne“ Produkte
Zahlreiche Hersteller orientieren sich bereits in Richtung einer nachhaltigen Qualität und bedienen so nicht nur den aufkommenden Markt, sondern nehmen auch ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst. Große Lebensmittelketten wie REWE stehen dafür in direktem Dialog mit Nichtregierungsorganisationen und Partnern, entwickeln Leitlinien für ein faires Miteinander und etablieren langfristig soziale und ökologische Standards. Die Maßnahmen sind diesbezüglich vielseitig und sehen unter anderem wie folgt aus:

  • Fische aus Aquakultur – in Zusammenarbeit mit dem ASC wird verantwortungsvolle Fischzucht betrieben. Dabei wird besonderes Augenmerk darauf gelegt, die natürlichen Lebensräume zu erhalten, die Biodiversität zu schützen und Verschmutzungen zu reduzieren.
  • Leitlinie für Palmölerzeugnisse – wenn es um pflanzliche Öle und Fette geht, so zählt Palm(kern)öl zu den wichtigsten Rohstoffen. Der steigende Bedarf brachte es in der Vergangenheit mit sich, dass riesige Waldflächen gerodet wurden. Die Nachhaltigkeitsstrategie von REWE sensibilisiert Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden diesbezüglich und hat darauf basierend eine nachhaltige Leitlinie für Palmöl- und Palmkernölerzeugnisse entwickelt.
  • Leitlinie für Kakao – der Anbau von Kakao soll in Zukunft ausschließlich durch eine nachhaltigere und verantwortungsbewusste Erzeugerstruktur entstehen, wenn es um die Eigenmarken von REWE geht. Auch hier hat das Unternehmen eine eigene Leitlinie ins Leben gerufen, die einen sensibleren Umgang mit der Ressource Rohkakao lehrt.

ii. Bio-Segment wächst im Lebensmittelbereich besonders stark
Heute ist Bio ein selbstverständlicher Bestandteil der deutschen Ernährungskultur geworden, auch in der öffentlichen Wahrnehmung haben Bio-Lebensmittel eine herausgehobene Stellung. Nahezu täglich sind Themen rund um den Begriff Bio in den Medien vertreten und erfreuen sich großen gesellschaftlichen Interesses. Die Gründe für diese Entwicklung sind zahlreich, oft möchten die Verbraucher sich auf diesem Weg jedoch für eine artgerechtere Tierhaltung, die regionale Herkunft der Produkte, eine möglichst geringe Schadstoffbelastung oder weniger Hilfs- und Zusatzstoffe in den Lebensmitteln einsetzen. Wichtige Verkaufsargumente sind außerdem die Frische und Qualität der Produkte, die Einhaltung von Sozialstandards und geringe Pflanzenschutzmittel-Rückstände.
Laut dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft unterscheiden sich die Kaufgründe bei den Konsumentengruppen beispielsweise folgendermaßen:

Grüne Produkte auf dem Vormarsch - ist der Markt im Wandel Grafik 1

Da das Interesse zunehmend steigt, sind Bio-Lebensmittel mittlerweile in nahezu jedem Supermarkt oder Discounter erhältlich. Auch die Anzahl von 100%-Bio-Fachhandelsgeschäften steigt weiter an. Gerade diese Ausweitung der Verkaufsstätten und des Sortiments sind wesentliche Träger des Wachstums des Bio-Markts.

b. Nachhaltige Mobilität
In Deutschland wie auch etlichen anderen Ländern ist und bleibt das Auto das mit Abstand am häufigsten verwendete Verkehrsmittel. Im Gegensatz dazu bleibt der öffentliche Verkehr gerade einmal bei 10%, Car-Sharing kommt auf einen Marktanteil von nicht einmal 1%. Nach Angaben des Umweltbundesamtes fallen 26% der privaten CO2-EmissionGrüne Produkte auf dem Vormarsch - ist der Markt im Wandel Grafik 2en im Verkehr an, 80% davon entstehen durch das Auto. Die Mobilität ist damit nach dem Wohnen der Konsumbereich mit den höchsten CO2-Emissionen. Gleichzeitig schädigt die Mobilität bekanntlich aber nicht nur das Klima, sondern fordert ebenfalls Unfallopfer, bringt einen hohen Ressourcenverbrauch für Fahrzeuge und Netze mit sich und sorgt für Luft- und Lärmbelastungen.
Aus Umweltsicht ist der öffentliche Verkehr deutlich besser zu bewerten als Auto- oder Luftverkehr. Dementsprechend gibt es verschiedene Möglichkeiten und Potenziale, um die Klimabelastungen im Bereich Mobilität zu senken. So schätzen Experten beispielsweise, dass sich in Ballungsgebieten bis zu 30% der Pkw-Fahrten auf den Radverkehr verlagern ließen. Eine andere Alternative wäre jedoch auch der stärkere Einsatz von Hybrid- oder Elektromotoren oder Konzepte wie Car-Sharing.

i. Elektrofahrzeuge und CO2-Emissionen

Strom tanken

Noch sind Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen kaum verbreitet. Es sollen aber Anreize geschaffen werden, dass bis 2020 eine Million Fahrzeuge Strom als Antriebsstoff verbrauchen.

Elektrofahrzeuge sind deshalb so interessant für ein nachhaltiges Leben, weil sie kaum oder gar keine Schadstoffe bzw. klimaschädliches Kohlendioxid ausstoßen. Immerhin 12.156 Elektrofahrzeuge und 85.575 Fahrzeuge mit Hybridantrieb waren Anfang 2014 bereits in Deutschland auf den Straßen unterwegs, bis 2020 sollen es – wenn es nach der Bundesregierung geht – rund eine Million werden. Zwar wird eine Kaufprämie als Anreiz abgelehnt, dafür sollen Käufer jedoch auf anderem Wege unterstützt werden. Unter anderem profitieren sie durch eine Kfz-Steuerbefreiung für bis zu 10 Jahre, sofern das Fahrzeug einen CO2-Ausstoß von weniger als 50 Gramm pro Kilometer hat. Hinzu kommen Sonderparkflächen und Lockerungen von Zufahrtsverboten. Ebenso können Wechselkennzeichen genutzt werden, die dazu beitragen können, sich für einen umweltfreundlicheren Zweitwagen zu entscheiden. Zudem entfällt so eine Versicherungsprämie.

ii. Auch Regionen und Städte werden aktiv
In Zusammenhang mit einer nachhaltigeren Mobilität werden vermehrt umfassende Bürgerdialoge geführt, bei denen sowohl Regionen als auch Bürger ihre Ideen und Meinungen bekanntgeben können. Sinnvoll ist dies insofern, dass jede Bürgerin und jeder Bürger selbst am besten weiß, wie es um seine eigene Mobilität bestellt ist. Daraus entstehen klare Vorstellungen, wie er oder sie künftig unterwegs sein möchte. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS besagt, dass sich die Deutschen vor allem eine verlässliche, umweltschonende und energieeffiziente Lösung wünschen. In Bürgerdialogen, die durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ins Leben gerufen wurden, konnten so bereits Ideen für die Zukunft gesammelt werden.

Row of bicycles standing next to canal in Amsterdam, Netherlands

Aus manchen Großstädten wie Amsterdam oder Freiburg sind Fahrräder gar nicht wegzudenken. Generell könnte aber noch mehr Wegstrecke mit dem Zweirad absolviert werden als bislang.

  • Grundsätzlich weniger Verkehr – am umweltfreundlichsten ist der Verkehr dann, wenn er gar nicht erst entsteht. Jeder einzelne ist gefragt, wenn es um die Einsparung von Emissionen geht. Etwa dadurch, dass kurze Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad getätigt werden. Auch die Politik ist hierbei gefragt und könnte sich beispielsweise dafür einsetzen, dass Stadt und Raum entsprechend fußgängerfreundlich geplant werden.
  • Neue Konzepte für intelligenteres Fahren – nicht nur neue Antriebe oder alternative Energien sind für eine nachhaltige Mobilität gefragt, auch Kommunikations- und Informationstechnologien sollten entsprechend eingebunden werden.
  • Leistungsfähigere Elektromobilität – damit Elektromobilität zu einer echten Alternative wird, müssen die Kosten für Anschaffung und Wartung sinken. Auch die Infrastruktur gilt es auszubauen, damit ein flächendeckendes Ladenetzwerk entsteht.
  • Nachhaltige Mobilität der Bevölkerung näherbringen – die Energiewende braucht im Verkehrsbereich mehr Akzeptanz und sollte daher auf ein breites Interesse in der Bevölkerung stoßen. Entsprechende Informationskampagnen sollten noch stärker angeboten werden.
  • Anreize für umweltfreundlichen Verkehr schaffen – die Politik sollte künftig noch attraktivere Anreize schaffen, um klimafreundlichen Verkehr interessant zu machen. Dies könnte beispielsweise mit einer entsprechend ausgestalteten Kfz-Steuer erreicht werden, aber auch umweltschonende Mobilitätstechnologien könnten stärker subventioniert werden.

c. Grüne Elektronik
Technik ist im heutigen Alltag nahezu unverzichtbar, gerade mobile Endgeräte wie Smartphone, Tablet und Laptop sind in fast jedem Haushalt mehrfach vorhanden. Allerdings kosten sowohl Produktion als auch Entsorgung der Geräte viele Rohstoffe und belasten darüber hinaus die Umwelt. Tatsächlich wünschen sich Verbraucher jedoch vermehrt Geräte, die möglichst fair und ökologisch produziert werden. Problematisch an der Technikbranche ist, dass viele Produkte in Ostasien hergestellt werden, wo die Energie zum großen Teil aus klimaschädlicher Kohle gewonnen und daher auch genutzt wird. Bis 2017 wird die Produktion von mobiler Elektronik so schätzungsweise 122 Megatonnen CO2 verursachen. Wichtig ist daher ein konsequentes Umdenken der Industrie, bei dem erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Einige Hersteller machen dies bereits vor, darunter Lenovo und Huawei. Sie nutzen in ihren Fabriken Energie, die mithilfe von Sonnenkollektoren hergestellt wird.

i. Apple als einer der Vorreiter

Festplatte nah

Der IT-Bereich hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht und greift nun auf viel weniger belastende Materialien zurück als zuvor.

Einer der wohl größten wie auch bekanntesten Vorreiter ist der Konzern Apple. Als einziges Unternehmen hat es gefährliche Chemikalien wie bromierte Flammschutzmittel oder Polyvinylchloride komplett aus der Produktion entfernt und befindet sich damit auf dem richtigen Weg. Auch andere große Hersteller ziehen nach, darunter Nokia und Sony Ericsson – sie achten immerhin bei der Smartphone-Produktion auf einen entsprechenden Verzicht schädlicher Stoffe. Gänzlich anders gestaltet sich übrigens die derzeitige Entwicklung auf dem Fernsehmarkt, denn dort gibt es bisher keinen einzigen Hersteller, der auf PVC und Flammschutzmittel bei der Herstellung verzichtet.

d. Die Textilbranche und ihr schlechter Ruf – noch immer gerechtfertigt?
Stark in den Fokus gerückte Ereignisse wie etwa der Fabrikbrand in Bangladesh haben dazu geführt, dass das Thema Nachhaltigkeit in der Textilbranche einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Mittlerweile werden Produktionshintergründe kritisch hinterfragt, aber auch die Mitarbeiterbehandlung sowie der Einsatz von Schad- und Giftstoffen in der Verarbeitung stehen im Mittelpunkt. Dennoch gibt es in der Textilbranche noch immer großen Nachholbedarf, vor allem im direkten Vergleich mit Händlern des Lebensmitteleinzelhandels. Unter Nachhaltigkeit.info ist nachzulesen, dass der sogenannte CSR-Index (Corporate Social Responsibility-Index) bei Textilunternehmen bei durchschnittlich 49 Punkten liegt – Lebensmittelproduzenten kommen hier auf 52 und Drogerien sogar auf 56 Punkte. Auch die Verbraucher reagieren auf den negativen Ruf der Branche und setzen nachhaltige Kleidungsstücke oftmals schon voraus, gleichzeitig sind sie jedoch nur selten bereit, dafür auch mehr zu zahlen. Damit steht der Textilhandel vor der schwierigen Problematik, einerseits die Anforderungen des Konsumenten hinsichtlich Fairness und Umweltschutz zu erfüllen, andererseits aber auch einen bezahlbaren Preis zu bieten.

i. Viele Modelabels setzen auf Nachhaltigkeit
Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass es in der Modebranche keine positiven Beispiele gibt. Zu erwähnen ist in diesem Bezug vor allem die sogenannte Slow Fashion – also Mode, die nachhaltig und bewusst entsteht. In der Herstellung werden Biostoffe oder recycelte Materialien genutzt, aber auch Second Hand, lokale Produktionen oder schlichtweg Stücke, die länger halten und daher auch länger tragbar sind, fallen unter den Begriff. Gefragt ist dabei ebenso der Verbraucher selbst, der zu einem selteneren und bewussteren Einkaufen aufgerufen wird. Damit steht die Slow Fashion also im direkten Gegensatz zur Kultur des Wegwerfens und Neukaufens.

Grüne Produkte auf dem Vormarsch - ist der Markt im Wandel Grafik 3

ii. Umweltschäden, Kinderarbeit und Unfälle – in der Modeindustrie noch immer Alltag
Gerade bei günstiger Kleidung aus einer der bekannten Ladenketten bleibt ein bitterer Beigeschmack. Denn die Produktion im Ausland bringt unter anderem Unfälle, Umweltschäden und Kinderarbeit mit sich. Zwar sorgten die vergangenen Skandale tatsächlich dafür, dass sich auf dem Textilmarkt einiges tut und die kritisierten Produzenten sich für bessere Bedingungen einsetzen, dieser Prozess geht jedoch teilweise nur schleppend voran. Das wird auch bei einem Blick auf die derzeitige Lederverarbeitung in Bangladesch deutlich, bei der enorme Sicherheitsrisiken bestehen, die Arbeitsverhältnisse miserabel sind und die Anwendung chemischer Stoffe sogar Krebsrisiken für die Arbeiter mit sich bringt.

4. Fazit: Grüne, nachhaltige Produkte liegen im Trend
So präsent, wie grüne, nachhaltige Produkte derzeit auf dem Markt sind, lassen sich diese durchaus als erfolgreicher Trend bezeichnen. Es gilt allerdings abzuwarten, ob sich Nachhaltigkeit im Alltag durchsetzen kann und Verbraucher langfristig Interesse am Thema Umweltfreundlichkeit, Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben. Für Produzenten und Händler kommt es daher darauf an, entsprechende Anreize zu schaffen, gleichzeitig müssen Politik und Bildungssystem jedoch ebenso dafür sorgen, dass das Bewusstsein und Interesse in der Bevölkerung stärker gefördert wird.

a. Darauf können Verbraucher beim Kauf achten

Folgende tabellarische Auflistung zeigt, wie jeder Verbraucher im Alltag dabei helfen kann, die Nachhaltigkeit insgesamt zu steigern.

Grüne Produkte auf dem Vormarsch - ist der Markt im Wandel Grafik 4

Weitere Quellen:
https://www.umweltbundesamt.de/daten/private%E2%80%90haushalte%E2%80%90konsum/gruene%E2%80%90produkte%E2%80%90marktzahlen

https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft%E2%80%90konsum/industriebranchen/textilindustrie

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