Was ist Stress? Eine Definition

Menschen von heute scheinen ständig zu wenig Zeit zu haben und immer im Stress zu sein. Obwohl alle wissen, dass Stress viele negative Folgen hat, wird die tägliche Hetze auch mit positiven Aspekten verbunden. Menschen, die viel zu tun haben, wirken z.B. wichtig. Es ist für viele beinahe ein Statussymbol, im Stress zu sein.

Stress

Allerdings sind die Zeiten nahezu vorbei, in denen ein gestresster Mensch automatisch mit Prestige assoziiert wird. Wer heute gestresst ist, der zeigt eigentlich nur, dass er weder sein Zeitmanagement im Griff hat, noch in der Lage ist, Arbeitsaufgaben in einer effektiven Weise zu delegieren oder gut für sich zu sorgen.

Bevor wir uns daran machen, etwas gegen den Stress in unserem Leben zu tun, müssen wir uns damit auseinandersetzen, was Stress überhaupt ist und wie sehr er uns schaden kann.

Definition: Was genau ist Stress eigentlich?

Physiologisch betrachtet ist Stress ist biochemische Reaktion unseres Körpers auf aussergewöhnliche Situationen. Wenn immer etwas Bedrohliches auftaucht oder etwas besonders aufregend ist, reagiert unser ältester Gehirnteil – das sogenannte „Reptiliengehirn“ – indem er bestimmte Botenstoffe aussendet, die es uns möglich machen, mit diesen ungewöhnlichen Situationen besser umzugehen. Genau das nehmen wir dann als Stress wahr. Eigentlich ist das für uns überhaupt kein Problem. Nur wenn wir zu oft im Stress sind, kann es zu körperlichen und seelischen Problemen kommen. Eines müssen wir uns aber klarmachen: Stress ist eine sinnvolle Reaktion unseres Körpers.

Stress sichert unser Überleben

Die körperliche Stressreaktion macht es uns möglich, auf eine gefährlichen Situation besser zu reagieren. Das passiert ganz automatisch, ohne dass wir darüber nachdenken müssen. Und das ist auch gut so. Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden jedes Mal, wenn Sie mit Ihrem Auto bremsen müssen, erst überlegen, ob Sie das auch wirklich tun sollen. Nein, Sie reagieren in einem solchen Fall automatisch und damit vor allem auch schnell. Unser Reptiliengehirn hat die Aufgabe, unser Überleben zu sichern. Das, was wir als Stress wahrnehmen, ist Teil dieser Überlebensmechanismen. Das Problem ist nur, dass dieser Gehirnteil nicht in der Lage ist, zwischen wirklich gefährlichen und harmlosen Situationen zu unterscheiden. Das Reptiliengehirn lernt nicht und deshalb geraten Sie auch in Situationen in Stress, die Sie von Ihrem Bewusstsein her als „ungefährlich“ einordnen können.

Gefährlich ist chronischer Stress

Wirklich gefährlich ist der chronische Stress. Dauerstress führt zu einer regelrechten Stressspirale. Dadurch, dass wir uns gestresst fühlen, haben wir den Eindruck, unser Leben nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Das wiederum bereitet uns Stress. Nach einer Weile können selbst winzige Dinge uns vollkommen aus der Fassung bringen und wir reagieren mit Panik, Angst, Aggression oder auch Lähmung. Da wir merken, dass uns die Situation immer mehr aus den Händen gleitet, wird der Stress grösser. Wir haben das Gefühl, unser Leben nur noch durch vermehrten Einsatz und mehr Leistung bewältigen zu können und finden so gar keine Erholung mehr.

Verschiedene Arten von Stress

Es gibt unterschiedliche Arten von Stress. Wenn Menschen von Stress sprechen, dann meinen Sie meist den negativen, den belastenden Stress. Genau betrachtet gibt es aber noch ein andere Art von Stress. Neben dem eben skizzierten, oft negativ empfundenen „Distress“ gibt es auch den sogenannten „Eustress“. Eustress empfinden wir dann, wenn wir in einer befriedigenden Tätigkeit ganz gar aufgehen oder wenn wir uns stark auf etwas freuen und aufgeregt sind. Dann fliegt die Zeit dahin und so viel wir auch tun, wir fühlen uns zufrieden. Der Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi bezeichnet diesen Zustand als „Flow“.

Das kennt wohl jeder: Arbeitsstress

Die meisten von uns kennen Stress wohl aus ihrem Arbeitsleben, wobei wir hier z.B. auch Hausfrauen und Studierende einschliessen. Viele Menschen haben auf der Arbeit ständig zu viel zu tun und fühlen sich unter Druck. Gerade, wenn viele verschiedene Aufgaben gleichzeitig bewältigt werden müssen, empfinden sehr viele Leute Stress. Aber Stress entsteht nicht nur, durch zu grosse Arbeitslast. Stress kann auch in unserem Kopf entstehen, wenn wir das Gefühl haben, im Beruf einer Aufgabe nicht gewachsen zu sein, wenn wir Ärger mit den Kollegen oder dem Chef haben oder wenn wir Angst um unseren Arbeitsplatz haben. Stress im Berufsleben ist weitverbreitet und vielfältig.

Aber: es gibt sogar Freizeitstress

Statt dann aber wenigstens in der Freizeit auszuspannen, machen sich viele Menschen sogar noch in ihrer Freizeit Stress, indem sie so viele Verpflichtungen eingehen, dass ihnen im Grunde gar keine freie Minute mehr bleibt. Kennen Sie das von sich auch? Da haben wir z.B. an zwei Tagen in der Woche unser Fitnessstudio, an einem den Kochkurs, am nächsten die Vereinsarbeit, an einem weiteren besuchen wir Kurse an der Volkshochschule und dann müssen wir natürlich auf die Party, ins Kino, zum Konzert usw. usw. Lässt sich da eigentlich noch von Freizeit sprechen? Stress entsteht, wenn wir nicht zur Ruhe kommen. Wenn wir unsere Freizeit, am besten noch an Weihnachten, so mit Aktivitäten füllen, dass uns diese Ruhepausen fehlen, dann wird auch die Freizeit eine ständige Quelle von Stress.

Stress ist subjektiv – jeder empfindet es anders

Interessanterweise ist Stress eine sehr subjektive und persönliche Angelegenheit. Jeder empfindet bei anderen Dingen Stress. Während der eine zehn verschiedene Aufgaben im Büro spielerisch meistert und jede dazukommende Aufgabe locker annimmt, fühlt er sich bei einem Kundentelefonat sofort gestresst. Seine Kollegin dagegen telefoniert am liebsten mit den Kunden, aber wenn etwas ihren wohlgeplanten Arbeitsablauf durcheinanderbringt, gerät sie sofort in Stress. Deshalb können Tips gegen den Stress nur bedingt für alle gelten. Es ist in jedem Fall hilfreich, für sich selbst herauszufinden, was uns wirklich Stress bereitet.

Unser Antistress-Programm in 4 Schritten

Ob und wie sehr wir gestresst sind, liegt in unserer Hand. Hier finden Sie praktische Informationen und Tips für ein effektives Stressmanagement. Erfahren Sie, wie Sie den Stress in vier Schritten aus Ihrem Leben verbannen können.

1 Stressfaktoren erkennen

Analysieren Sie Ihre persönliche Stresssituation. Für ein effektives Stressmanagement ist es wichtig, dass Sie wissen, welches die entscheidenden Stressfaktoren in Ihrem Leben sind. Hier finden Sie dafür ein Reihe von Fragen und Übungen.

2 Stressmanagement

Stress können Sie durch eine ganze Reihe von Einzelmassnahmen erfolgreich reduzieren. Hier finden Sie wertvolle Tips.

3 Stress abbauen

Nicht immer können Sie Stress verhindern. Wenn Sie aber in Stress geraten, können Sie ihn systematisch abbauen. Hier erfahren Sie, wie.

4 Stress vermeiden

Dem Gefühl von Stress können Sie erfolgreich vorbeugen – schauen Sie doch einmal in unsere Tips.