Versorgung der Mitarbeiter als Methode zur Mitarbeiterbindung

Mitarbeiterbindung ist ein häufig gewähltes Schlagwort in der Unternehmensführung. Jedes Unternehmen, von kleinsten Privatbetrieben bis hin zu multinationalen Konzernen, möchte eine Atmosphäre schaffen, in der die Mitarbeiter Höchstleistungen erbringen und Leistungsträger das Unternehmen nicht verlassen, sondern sich möglichst langfristig binden.

Möglichkeiten der Mitarbeiterbindung

Dennoch hat jedes Unternehmen ein anderes Verständnis von Methoden zur Mitarbeiterbindung und setzt andere Schwerpunkte. Unterscheiden kann man zwischen monetären Programmen (z.B. hoher durchschnittlicher Verdienst und Prämien, Unternehmensanteile, Gewinnbeteiligungen), materiellen Vorteilen (z.B. Dienstwagenregelungen, Verschenken firmeneigener Produkte) und dem Arbeitsumfeld (z.B. Homeoffice-Lösungen, Gestaltung des Werksgeländes, Freizeitangebote).

All diese Programme haben zum Zweck, das Wohlbefinden der Mitarbeiter während der Arbeit zu steigern und ihnen Vorteile zu bieten, die sie anderswo nicht erhalten würden. Sie dienen als Alleinstellungsmerkmale, um sich von anderen Arbeitgebern abzuheben und gleichzeitig die Motivation der Mitarbeiter zu steigern. Die Herangehensweise und die Möglichkeiten eines Unternehmens unterscheiden sich dabei jedoch erheblich. Ein global agierendes, führendes Unternehmen der Software-Branche gestaltet diese Programme freilich anders als ein mittelständischer Automobilzulieferer oder ein kleines, lokal agierendes Familienunternehmen.

Jedes Unternehmen hat jedoch grundlegende Möglichkeiten, ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen. Zum Arbeitsumfeld gehört auch die Versorgung der Mitarbeiter. Weithin bekannt bei größeren Unternehmen ist eine betriebliche Kantine, in der die Mitarbeiter zu fairen Konditionen ein Mittagessen erhalten. Ebenso gehört in fast jedem Betrieb die Kaffeemaschine zur Grundausstattung und jedes Unternehmen hat grundlegende Möglichkeiten, die Versorgung der Mitarbeiter zu gewährleisten.

Getränke, Obst und Snacks

Wie erwähnt ist die allgemein zugängliche Kaffeemaschine und eine kleine Küche der Standard in vielen kleinen und großen Betrieben. Alle Mitarbeiter haben unbeschränkt Zugang, doch bereits hier teilen sich die Philosophien: Einige Unternehmen bezahlen und beschaffen Kaffee, Milch und Zucker, andere Unternehmen wiederum bestehen darauf, dass die Mitarbeiter dies selbst stellen müssen. Betrachtet man jedoch einmal die Ausgaben für Kaffee und Zutaten, so stellt sich heraus, dass dieser Kostenblock im Vergleich zu vielen anderen Betriebskosten äußerst gering ausfällt. Gerade kleinere Betriebe können sich das durch die berühmte „Kaffeekasse“ finanzieren. Trinkgelder werden für solche und ähnliche gemeinsame Zwecke verwendet.

Ebenso wie Kaffee können zu günstigen Konditionen auch andere Getränke zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise Tee in Beuteln. Auch ein Wasserspender mit Soda-Funktion bedeutet zwar zunächst eine höhere Ausgabe, ist jedoch im Unterhalt nicht allzu teuer. Solche einfachen Maßnahmen tragen bereits dazu bei, die Mitarbeiter zu versorgen und somit arbeitsfähig und motiviert zu halten.

Eine weitere Möglichkeit ist es, kleine Snacks verfügbar zu halten. Ebenso kann ein Unternehmen auch frisches Obst und viele andere Dinge zur Verfügung stellen. Hierbei steigen jedoch die Kosten, da die Angebote für gewöhnlich stark genutzt werden. Kann ein Unternehmen sich diese Ausgaben jedoch leisten, trägt die Versorgung zu einem hohen Wohlbefinden der Mitarbeiter bei. Es kann auch genutzt werden, die Ernährung der Mitarbeiter zu beeinflussen, indem beispielsweise frisches Obst gestellt und somit eine gesunde Ernährung gefördert wird.

Versorgung außerhalb der Arbeit

Eine besondere Maßnahme, die naturgemäß Unternehmen der Lebensmittelindustrie ergreifen, sind Incentives, also die Versorgung im Privatleben. Getränkehersteller beispielsweise stellen den Mitarbeitern pro Monat eine festgelegte Menge an Getränken kostenfrei zur Verfügung. Zudem erhalten die Mitarbeiter Rabatte auf das Sortiment, sodass sie bevorzugt die Produkte des eigenen Unternehmens konsumieren. Das hat neben den Effekten der Mitarbeiterbindung positive Werbeffekte bei Familie und Freunden zur Folge. Bei diesen Maßnahmen ist jedoch zu beachten, dass sich leicht ein Schwarzmarkt bilden kann, da Mitarbeiter diese Angebote zum Zweck des eigenen Profits ausnutzen. Die Versorgung mit kostenfreien Lebensmitteln sollte daher limitiert sein und sich auf haushaltsübliche Mengen beschränken. Solche Incentives zählen zudem als geldwerter Vorteil und sind vom Mitarbeiter zu versteuern.

Lieferservice und Kooperation mit Lebensmittelherstellern

Im Zuge einer Kooperation können Sie jedoch auch für die Versorgung in Form von Mahlzeiten für Ihre Mitarbeiter sorgen. Sind Sie als Unternehmen beispielsweise zu klein um eine eigene Kantine zu halten, bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, um Ihren Mitarbeitern ebenfalls eine warme Mahlzeit zu guten Konditionen zu verschaffen.

  1. Kooperation mit einem Unternehmen, das eine Kantine führt. Schließen Sie sich einem Unternehmen an, das eine Kantine besitzt – mithilfe einer guten Verhandlungsstrategie können Sie Ihren Mitarbeitern hierbei gute Möglichkeiten bieten.
  2. Feste Verträge mit Restaurants: Ebenso sind lokale Restaurants oftmals gerne bereit, den Mitarbeitern eines Unternehmens spezielle Konditionen zu bieten. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Sie dem Restaurant oftmals Mindestmengen pro Monat oder Jahr zusagen müssen. Können Sie dies nicht einhalten, wird oftmals eine Rückzahlung fällig.
  3. Kooperation mit Lieferdiensten. Analog zu Vereinbarungen mit Restaurants können Sie einen solchen Vertrag auch mit Lieferdiensten abschließen. Voraussetzung ist auch hier oft die Zusage bestimmter Mindestmengen, die dem Lieferdienst einen Basisumsatz zusichern, aus dem er wiederum den Rabatt finanziert.

Den richtigen Anbieter finden

Oftmals liegt die Lösung lokal, denn lange Wege erhöhen die Kosten. Besonders für eine Kantine oder Lieferdienste darf keine weite Entfernung zu überbrücken sein, sodass das Angebot für alle drei Parteien – Ihr Unternehmen, Ihre Mitarbeiter und den Vertragspartner – attraktiv bleibt. Weiter gefasste Verträge können Sie hingegen für Waren wie Kaffee und andere Büroversorgung abschließen. Hierbei können Sie große Mengen beschaffen und diese vorrätig halten, um somit die Kosten niedrig zu halten. Es gibt mittlerweile eine breite Palette solcher Anbieter, die sich auf die Versorgung von Büros und gewerblichen Abnehmern spezialisiert haben, wie z.B. die Firma trinkajo.de.

Mit der Auswahl eines lokalen Restaurants oder Lieferdienstes treffen Sie zudem wieder eine beeinflussende Entscheidung hinsichtlich der Ernährung Ihrer Mitarbeiter. Stellen Sie sicher, dass Ihr Partner dabei sowohl eine breite Geschmackspalette als auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung anbietet. Anderenfalls kann das Angebot schnell umschlagen und für Unzufriedenheit sorgen, wenn nur eine kleiner Kreis an Mitarbeitern Vorteile daraus ziehen kann.

Fazit

Die Versorgung als Methode der Mitarbeiterbindung funktioniert. Zwar ist es schwer rechnerisch darstellbar, welche Beträge sich lohnen und wie sich dies in Produktivität niederschlägt, dennoch mindern Sie mithilfe solcher Programme die Fluktuation und halten Ihre Mitarbeiter nicht nur bei Laune, sondern vor allem im Unternehmen. Setzen Sie sich daher ein Budget und nutzen dieses, um die Motivation Ihrer Mitarbeiter nachhaltig zu steigern und Vorteile zu bieten, die andere Unternehmen nicht anbieten können. Ein positives Betriebsklima ist ein erstrebenswertes Ziel, das jedoch mit Investitionen gefördert werden muss.