Betriebsklima verbessern – das können SIE tun!

Das Betriebsklima rückt immer mehr an Platz eins in der Liste der wichtigsten Kriterien. Das bestätigen nicht nur Einstellungsgespräche, die ich jahrelang geführt habe. Auch in unseren Karriereberatungen wird es immer wieder als Top-Kriterium genannt. Wenn das Klima stimmt, machen nicht wenige sogar Abstriche beim Gehalt.


Selbstverständlich gibt es verschiedene Faktoren, die sich auf das Klima im Beruf positiv und negativ auswirken. Ein Bestandteil davon, den jeder beeinflussen kann, ist der Umgang im Kollegenkreis. Und wenn die Kommunikation mit den Kollegen stimmt, wenn es sich um ein wirkliches Team handelt, das gut und gerne zusammenarbeit, das sich gegenseitig aufbaut, weiterhilft und motiviert, dann ist ein Riesenschritt hinsichtlich des Wohlfühlens im Beruf getan.

Gute Kommunikation

Eine Klage, die immer wieder kommt, ist die über schlechte Kommunikation. Schlechte Kommunikation läßt sich nur dadurch verbessern, indem jeder anfängt, mit dem anderen zu sprechen. Klingt banal, nicht wahr?
Aber überlegen Sie sich bitte:

  • gehen Sie aktiv auf Ihre Kolleginnen und Kollegen zu?
  • suchen Sie auch den Kontakt zu unterschiedlichen Kollegen oder immer nur zu denselben?
  • sagen Sie Ihren Kollegen, was Ihnen an der Zusammenarbeit gut gefällt?
  • und auch, was Ihnen nicht gut gefällt?
  • arbeiten Sie gemeinsam an Lösungen?

Gehen Sie mit einem Kollegen zum Mittagessen, mit dem Sie noch nie weg waren. Lernen Sie auch die Kollegen anderer Abteilung kennen!

Und beginnen Sie damit, aktiver auf andere zuzugehen – fangen Sie doch mit dem Loben an! Das fällt Ihnen am Anfang leichter … und Sie werden sehen, wie positiv Ihr Feedback ankommt!

Aktiver Informationsfluss

Auch Informationen werden nicht immer unaufgefordert weitergegeben. Ist Ihnen auch schon passiert, dass Sie an etwas gearbeitet haben und hinterher haben Sie erfahren, dass das Projekt momentan auf Eis gelegt oder gar anderweitig erledigt wurde? Man habe wohl versäumt, Ihnen das zu sagen?
Oder haben Sie aus dem Internet oder von einem Kunden etwas über Ihr eigenes Unternehmen erfahren? Nicht immer sind es nur die anderen, die Informationen blocken.
Bitte fragen Sie sich:

  • Geben Sie aktiv Informationen weiter (an neue Mitarbeiter und an bestehende? Auch an andere Abteilungen?)
  • Stellen sie fest, dass Informationen nicht oder zu spät weitergegeben wurden? Schimpfen Sie nur oder suchen Sie das Gespräch mit den Betreffenden, um gemeinsam einen Plan für die Zukunft zu schmieden?
  • Lesen Sie Memos oder Emails auch genau oder überfliegen Sie diese nur, weil „die Zeit so knapp ist“?
  • Werden Umläufe (ob auf Papier oder elektronischem Weg) auch sinnvoll genutzt oder so langwierig und umständlich aufbereitet, dass die Inhalte nicht auf den ersten Blick zu erfassen sind? Wenn ja: machen Sie Verbesserungsvorschläge?

Warum schließen Sie sich nicht mit einigen Kollegen zusammen und unterbreiten Ihrem Chef Vorschläge, wie sich die Kommunikation verbessern ließe? Das kann dadurch passieren, dass Sie sich untereinander um das Sammeln oder Aufbereiten bestimmter Informationen kümmern und diese per Schwarzes Brett oder per Umlauf weitergeben.

Es kann auch in Form einer Mitarbeiterzeitschrift passieren, die für Infotainment zuständig ist: für allgemeine Informationen, aber auch dafür, sich gegenseitig besser kennenzulernen. Achten Sie darauf, dass das Redaktionsteam sich aus verschiedenen Abteilungen zusammensetzt (bitte nur ein kleines Kern-Team bestimmen – und dann aktiv die ganze Firma zum Mitmachen bewegen).

Sich gegenseitig helfen

In meiner früheren Abteilung gab es einen Mitarbeiter, der sehr schnell gearbeitet hat. Immer, wenn er mit seiner Arbeit fertig war, las er Zeitung. Wenn Kollegen ihn um Hilfe baten, legte er die Zeitung weg und half. Von sich aus bot er niemals seine Hilfe an.

Was meinen Sie, wie dieser Kollege allgemein ankam?
Er verärgerte sein Umfeld. „Warum das?“, fragen Sie sich vielleicht, „man musste ihn doch nur um Hilfe fragen.“ Genau das war es. Die Kollegen ärgerten sich konstant darüber, dass dieser Mitarbeiter nicht von selbst sah, wenn jemand Hilfe brauchte, sondern auch noch demonstrativ die Zeitung auspackte. Dies zählte schließlich mehr als die Tatsache, dass der Kollege auf Anfrage mit anpackte.

Was ist hilfsbereit?

In meiner Abteilung sind wir auf folgende drei Kriterien gekommen:

  • so arbeiten, dass niemand unnötig auf Unterstützung der Kollegen angewiesen ist
  • um Hilfe bitten
  • Hilfe anbieten

Der Ton macht die Musik

Wie reden Sie intern übereinander? Respektvoll oder abfällig? Es gibt Firmen, wo die Abteilungen nicht gut aufeinander zu sprechen sind. Überlegen Sie:

  • Gibt es Abteilungen oder Kolleginnen/Kollegen, bei denen Sie schon im Vorfeld „wissen“, dass wieder etwas schief geht?
  • Gibt es Stellen innerhalb Ihrer Firma, wo Sie immer nachbessern müssen – und am liebsten alles selbst machen würden?
  • Gibt es Kollegen, die zu blöd sind, etwas richtig zu machen?

Wenn ja, dann stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Was tragen Sie dazu bei, dass dieses Problem besteht?
  • Was können Sie unternehmen, dass sich diese Situation bessert?
  • Wie würden Sie sich fühlen, wenn jemand so über Sie dächte oder gar spräche?

bitte/danke

Sind interne Dienstleistungen für Sie selbstverständlich oder bitten/danken Sie auch Ihren Kollegen. Und umgekehrt?

Selbstverständlich können Sie sich auf den Standpunkt stellen, dass es der Job der Poststelle ist, die Post aufzumachen und dass es der Job der Buchhaltung ist, alles so zu buchen, dass kein Kunde umsonst gemahnt wird, und dass es der Job der Computerabteilung ist, Ihren abgestürzten PC wieder einsatzfähig zu machen … aber jeder freut sich darauf, wenn seine Arbeit anerkannt wird. Sie doch auch?!