Diese vier Karrierekiller können Sie vermeiden

In der Theorie ist alles immer so einfach: Wer gut in seinem Job ist, hat Aufstiegschancen. Wer sich bewerben will, muss nur seine Talente in ein gutes Licht rücken und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Gehaltsverhandlungen sind selbstverständlich ein Kinderspiel und viele Unternehmen warten nur auf die Bewerber, um ihnen gut bezahlte Jobs mit ausreichend Work-Live-Balance anzubieten. In der Praxis sieht es meistens leider ganz anders aus: Da kann ein Rechtschreibfehler über Zu- oder Absage entscheiden, ein verpasster Geschäftstermin ein Fauxpas sein und Selbstüberschätzung ein absolutes No-Go. Was sind demnach die schlimmsten Karrierekiller, die es unbedingt zu vermeiden gilt, damit Sie Ihre Ziele erreichen?

Bewerbungen nicht unter Druck schreiben

Ein beruflicher Neuanfang kann viele Gründe haben. Manchmal sieht man einfach nicht die Möglichkeit, sich in einem Unternehmen weiterzuentwickeln oder die Karriereleiter aufzusteigen. Vielleicht fühlen Sie sich unterfordert und wollen einfach neuen Wind in Ihr Leben bringen. Dann kann ein Jobwechsel die richtige Entscheidung sein.

Sie haben sich entschieden und wollen gleich loslegen. Also schreiben Sie in möglichst kurzer Zeit mehr als zwanzig Bewerbungen und hoffen, dass Sie schnell was Neues finden, bevor Sie der Mut verlässt. Das ist aber absoluter Quatsch. Sofern der Wechsel nicht eilt, weil vielleicht eine Kündigung ansteht, sollten Sie sich ausreichend Zeit lassen und sich nicht selbst unter Druck setzen. Wer sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewirbt, kann es gewissermaßen etwas langsamer angehen lassen. Denn unter Druck passiert es schnell, dass man Fehler macht, die ausschlaggebend für eine Zu- oder Absage sind. Überlegen Sie stattdessen genau, wie Sie sich Ihre weitere Zukunft vorstellen. Suchen Sie in Ruhe nach passenden Stellenausschreibungen und bewerben Sie sich nicht auf Teufel komm raus für alles, was irgendwie spannend klingen könnte. Dann sind Ihre Erfolgschancen deutlich höher – setzen Sie auf Klasse statt Masse!

Soft Skills nicht unterbewerten

Viele Arbeitnehmer glauben noch immer, dass es in erster Linie auf die harten Fakten ankommt. Das stimmt allerdings schon lange nicht mehr. Selbstverständlich sind gute Noten in Abschlusszeugnissen, Nachweise für Weiterbildungen und Auszeichnungen für bestandene Prüfungen wichtig für einen Job. Arbeitgeber legen aber immer mehr Wert auf die sogenannten Soft Skills. Denn soziale, persönliche und methodische Eigenschaften sagen meist mehr über die Person aus als ein Abschlusszeugnis. Es interessiert Unternehmen nicht nur, ob Sie Ihr Handwerk beherrschen – davon geht man bei einem Bewerber in der Regel aus -, wichtiger ist, ob Sie Führungsstärke und Teamgeist besitzen, sich flexibel auf neue Situationen einstellen können und diszipliniert Ihrer Arbeit nachgehen. Das gilt im Übrigen auch, wenn Sie sich firmenintern für einen neuen Posten oder ein neues Projekt bewerben.

Den eigenen Wert kennen

Rund 65 Prozent aller Arbeitnehmer fühlen sich unterbezahlt und wollen ein höheres Gehalt. Besonders bei Gehaltsverhandlungen passieren allerdings die meisten Fehler:

  1. Auf den richtigen Augenblick warten: Dieses Vorgehen kann zielführend sein, wenn es dem Unternehmen finanziell im Moment nicht gut geht oder Sie wissen, dass die Kapazitäten Ihres Vorgesetzten gerade restlos ausgeschöpft sind. Warten Sie aber nicht zu lange, sonst lassen Sie womöglich gute Gelegenheiten verstreichen und an Ihrem Gehalt wird sich ebenfalls nichts ändern.
  2. Mit der Tür ins Haus fallen: Eine Sache zu überstürzen geht selten gut aus. Wenn Sie Ihren Chef mit Ihrem Wunsch gewissermaßen überfallen, kann das negative Folgen nach sich ziehen.
  3. Bei einem Bewerbungsgespräch direkt nach dem Lohn fragen: Arbeitgeber wollen sich zunächst ein Bild über die Bewerber machen, um festzustellen, ob sie für die ausgeschriebene Stelle geeignet sind. Wer zu früh nach dem Gehalt fragt, wirkt unprofessionell. Warten Sie dagegen den Verlauf des Gesprächs ab. Meistens kommt der Personaler von allein auf das Thema zu sprechen.
  4. Mit anderen Vergleichen: Ihr Kollege verdient mehr als Sie, arbeitet aber augenscheinlich weniger und besitzt sowieso nicht dieselben Kompetenzen wie Sie? Trotzdem bildet dieser Umstand keine Grundlage für eine Gehaltsverhandlung.

Informieren Sie sich stattdessen, was in Ihrer Branche für die von Ihnen ausgeführten Tätigkeiten bezahlt wird. Erstellen Sie eine Liste, welche Projekte Sie erfolgreich abgeschlossen haben und wie Sie die Firma unterstützen. Damit erhöhen Sie Ihre Erfolgschancen, wenn Sie Ihrem Gegenüber mit nachweisbaren Tatsachen darlegen, warum Sie mehr Geld verdienen. Ziehen Sie außerdem Alternativen in Betracht. Vielleicht kann Ihr (potenzieller) Arbeitgeber nicht so viel zahlen, wie Sie gern hätten. Tankgutscheine, eine betriebliche Altersvorsorge oder ein Firmenwagen bringen Ihnen ebenfalls am Ende des Monats einen höheren Nettolohn ein.

Netzwerken

Kontakte ist das Zauberwort der heutigen Gesellschaft. Eine Vielzahl an beruflichen Chancen ergibt sich, wenn sowohl Unternehmen als auch Angestellte richtig vernetzt sind. Besonders in höheren Positionen ist es wichtig, neue Kontakte innerhalb der eigenen Branche zu knüpfen und alte Begegnungen zu pflegen. Schließlich gibt es immer jemanden, der wiederum jemanden kennt, der Ihnen irgendwann, in einer bestimmten Situation weiterhelfen kann.