Erster Arbeitstag und neue Arbeitsstelle

Es gibt nichts, was ich mehr hasse, als den ersten Arbeitstag und die erste Woche an einer neuen Arbeitsstelle! Ich komme mir regelmäßig wie ein grüner Junge vor, habe das Gefühl, „ich kann nichts, weiß nichts“ und vor allen Dingen fremdle ich. Geht Ihnen das auch so? Sie kennen die Leute nicht. Sie kennen ihre Namen nicht. Sie kennen die Gewohnheiten innerhalb der Firma nicht. Sie wissen nicht, wer Spaß versteht und wer nicht. Sie wissen nicht, wie sie mit wem umgehen sollen. Kreisch!

Neuer Job: Integration in ein bestehendes Team

Anhand meiner eigenen Erfahrungen als Mitarbeiter aber auch als Chef, hier einige Tips, wie Sie sich schnell in ein bestehendes Team integrieren können. Sofern Sie in einer netten Firma sind, wird man sich natürlich in den ersten Arbeitstagen um Sie kümmern: denn es sollte sehr wohl auch den neuen Kollegen am Herzen liegen, Sie schnell mit ins Boot zu nehmen. Aber natürlich ist es auch die Aufgabe Ihres Managers, Sie schnell zu integrieren.

Den persönlichen Kontakt jedoch müssen Sie selbst herstellen.

Hören, schauen und fragen!

Beobachten Sie, lernen Sie: wie ist die Arbeitsatmosphäre, welche Rolle haben die einzelnen Kollegen, wie geht man miteinander um? Wie ist das Verhältnis zum Chef? Wie ist der Umgangston? Welche Rituale gibt es?

Passen Sie sich den Gewohnheiten Ihrem neuen Arbeitsstelle an. Wenn es in Ihrer alten Firma üblich war, während einer Besprechung zu frühstücken, muß das in der neuen Firma noch lange nicht so sein.

Duzen sich die bestehenden Mitarbeiter? Nicht einfach mit-duzen. Sie sind (noch) fremd hier. Warten Sie ab, bis man Ihnen das Du anbietet.

Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie sich jemandem gegenüber verhalten sollen, fragen Sie!

Was Arbeitsabläufe auf der neuen Arbeitsstelle angeht, werden Sie sehr schnell Unterschiede zwischen ihrem vorherigen Job und der neuen Stelle feststellen. Sind Sie der Meinung, daß eine bestimmte Arbeit zu umständlich gemacht wird? Dann fragen Sie erst nach, warum die Arbeit so erledigt wird, bevor Sie sich von Haus aus unbeliebt machen, weil Sie es besser können.

Nicht vergessen: die neue Firma ist niemals eine 1:1-Kopie Ihrer alten. Es kann sein, dass Sie tatsächlich eine tolle Idee zur Verbesserung haben, es kann aber auch sein, dass es Gründe gibt, dass es hier anders gemacht wird. Erfragen Sie Details und rücken dann mit Ihrer Sicht der Dinge heraus.

Sie sind nicht der einzige Neue?

Sofern mit Ihnen andere Leute neu angefangen haben, besteht die Gefahr der Cliquenbildung. Natürlich ist es immer tröstlich, nicht alleine in der Fremde zu sein. Deshalb sind Personen, die gemeinsam neu anfangen, meist unzertrennlich: sie teilen dasselbe Schicksal. Das verbindet.

Hierin liegen jedoch zwei Gefahren:

– Es kann Ihnen passieren, dass sich der andere Neue als Nervensäge herausstellt – wobei natürlich auch Sie die Nervensäge sein können ;o)

– Es kann Ihnen passieren, dass Sie erst recht keinen Anschluss zu den bestehenden Mitarbeitern bekommen, weil Sie sich an den nun bekannten ersten Kontakt des Leidensgenossen halten.

Natürlich sollten Sie mit allen Kollegen einen guten Kontakt pflegen. Aber vermeiden Sie es, sich zusammen mit anderen neuen abzukapseln.

Mischen Sie sich also unter die Leute. Werden Sie aktiv. Fragen Sie nach, wo die Kollegen ihre Mittagspause verbringen. Fragen Sie nach, ob Sie mitkommen können. Die neuen Kollegen fremdeln nämlich genauso wie sie! Gleichzeitig sind sie natürlich auch neugierig, Sie kennenzulernen. Und wie könnte das besser und entspannter gehen als beim gemeinsamen Mittagessen? Ein ganzes Grüppchen von Kollegen erspart Ihnen auch ein schleppendes 1:1 Gespräch, das manchmal entsteht, wenn sich zwei überhaupt noch nicht kennen und manchmal einfach kein Gespräch in Gang kommt.

(Er)kennen Sie Ihre Kollegen!

Lernen Sie die Namen Ihrer Kollegen und sprechen Sie sie – auch schon am ersten Arbeitstag – richtig an. Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck!

Es ist erstens viel beruhigender für Sie, wenn Sie die Leute mit Namen kennen. Dann sind sie nämlich nicht mehr fremd. Zweitens wird jeder gern mit seinem Namen angesprochen.

Gerade in den ersten Arbeitstagen in einer neuen Firma sehen viele Kollegen gleich aus (finde ich jedenfalls).

Ich hatte in einer früheren Stelle in der Verwaltung bei der Polizei eine neue Abteilung mit circa dreißig Kollegen. Ich hatte immer mal wieder mit ihnen zu tun. Da die meisten in Zweierbüros saßen, war es für mich sehr schwierig, die richtigen Personen den Namensschildern an der Tür zuzuordnen. Ich habe also immer, wenn ich durch die Abteilung mußte, um zum Beispiel zur Toilette zu gehen, alle Türen geöffnet, reingeschaut und nachgefragt: „Sie sind der Herr Winkler und Sie sind der Herr Wegeler?“ Das wurde entweder bestätigt oder richtiggestellt, wenn ich falsch geraten hatte. Die Kollegen fanden das lustig. Und ich habe ganz schnell jeden beim Namen gekannt.

Geben Sie etwas von sich preis!

Erzählen Sie von sich? Eine Mitarbeiterin erzählt, dass ihr Hund zum Tierarzt musste. Sie lieben Hunde? Steigen Sie gleich darauf ein! Eine Kollegin hat lauter Poster von Brad Pitt am Arbeitsplatz hängen, und Sie finden ihn auch toll? Fachsimpeln Sie gemeinsam! Sie sind Hobby-Astrologe und erstellen in ihrer Freizeit für Freunde Horoskope? Raus damit! Sie können total gut mit dem Computer umgehen und Ihren Kollegen daher wertvolle Anwendertips geben? Sagen Sie das, und Sie werden von den neuen Kollegen bei Fragen und Problemen kontaktiert.

  • Aber bitte: ehrlich meinen. Erfinden Sie nichts und heucheln Sie kein Interesse.
  • Geben Sie Ihren neuen Kollegen die Gelegenheit, Sie kennenzulernen und lernen Sie diese aktiv kennen.
  • So integrieren Sie sich schnell und unkompliziert.