Hautpflege und Hautpflegemittel für den Winter

Sie werden kaum einen Menschen finden, der mit seiner Haut voll und ganz zufrieden ist. Schon in frühester Jugend werden wir für das Aussehen unserer Haut sensibilisiert. Pickel und Mitesser machen vielen Teenagern das Leben schwer, obwohl es sich in den meisten Fällen um vorübergehende, hormonbedingte Hautunreinheiten handelt.

Immer wieder werden wir, auch als Erwachsene, mit Hautproblemen konfrontiert. Das ist nicht verwunderlich, denn die Haut fungiert als eine Art „Ventil“ für Körper und Psyche. Der Zustand der Haut ist von den folgenden Faktoren abhängig:

  • allgemeiner Gesundheitszustand
  • Hormonspiegel
  • Alter
  • Klima/Jahreszeit
  • Ernährung
  • psychische Belastungen
  • Umwelteinflüsse

Was können Sie tun, wenn Hautprobleme auftauchen? Bedenken Sie zunächst, dass es sehr oft psychische und seelische Belastungen sind, die sich als Hauterkrankung bemerkbar machen. Oft kommt so heraus, was zuvor nicht ausreichend Beachtung fand oder verdrängt wurde. Machen Sie reinen Tisch, setzen Sie sich mit inneren Konflikten auseinander, anstatt davor wegzulaufen.

Die Haut ist die äußerste Begrenzung unseres Körpers, die „Schnittstelle“ zu unserer Umgebung. Äußere Belastungen wie Umwelteinflüsse werden nicht zuletzt über die Haut aufgenommen. Und genau dort finden sich dann auch die Symptome wieder: Hautrötungen, Ekzeme, etc. Bezüglich innerer Ursachen lässt sich sagen, dass besonders Menschen, die sich entweder zu stark oder zu wenig von ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen abgrenzen, zu Hauterkrankungen neigen.

Wenn Sie trockene Haut haben, sollten Sie kein Gesichtswasser mit Alkohol verwenden, da das noch mehr austrocknet. Benutzen Sie eine milde Reinigungsmilch, die Sie mit lauwarmem Wasser abwaschen (je wärmer das Wasser ist, umso mehr trocknet es die Haut aus). Achten Sie darauf Ihrer Haut genug Fett und Feuchtigkeit zuzuführen.

Bei fettiger Haut empfiehlt sich die Verwendung von adstringierendem Gesichtswasser und einer leichten Feuchtigkeitscreme morgens und abends. Ein Dampfbad, am besten ein mal die Woche, mit Kräutern wie beispielsweise Kamille, beugt Entzündungen vor, die durch verstopfte Talgdrüsen entstehen können.

Zu welchen Hautproblemen auch immer Sie neigen: mit reinem Nachtkerzensamenöl können Sie sehr viel erreichen. Der Name Nachtkerze hat seinen Ursprung übrigens in dem „Verhalten“ der Blütenkelche. Diese öffnen sich erst am Abend, die Bestäubung erfolgt durch Nachtfalter. Das Nachtkerzensamenöl ist reich an essentiellen ungesättigten Fettsäuren, glättet die Haut und gibt ihr die Spannkraft zurück.

Die in Europa lange als Unkraut eingestufte Nachtkerze (Oenothera biennis) kann bei fast allen Hautproblemen helfen. In Nordamerika wurde sie bereits von den Ureinwohnern seit Menschengedenken eingesetzt. Sie benutzten Nachtkerzensamen, in unterschiedlichen Kombinationen mit Kräutern und Rinde, zur Heilung von Wunden, Hautgeschwüren und Hautkrankheiten und als Allheilmittel.

Hautpflege im Winter

Mit dem Winter kommen auch wieder harte Zeiten für unsere Haut. Egal ob drinnen oder im Freien, die Luft ist wesentlich trockener als in den wärmeren Jahreszeiten.

Mit sinkender Temperatur nimmt die relative Luftfeuchtigkeit ab. Das heißt, je kälter die Luft ist, umso weniger Feuchtigkeit kann sie aufnehmen.

Im Freien ist die Luft nicht nur kälter und trockener, sie ist oftmals auch verschmutzter. Das Klima hierzulande begünstigt im Winter Inversionswetterlagen, das sind Tiefdruckgebiete in Kessellagen, die nicht „weiterwandern“ können. So können sich Abgase ansammeln, die Luftverschmutzung nimmt zu.

Durch den Temperaturrückgang verändert sich auch der Stoffwechsel der Haut. Sinkt die Temperatur unter 8 Grad Celsius, stellen die Talgdrüsen ihre Aktivitäten ein. Durch den Mangel an Fett (Sebum) wird die Schutzhülle, die die Haut vor dem Austrocknen schützen soll, schwächer.

Diesen atmungsaktiven Schutzfilm (Hydrolipidmantel) gilt es nun künstlich aufzubauen. Besonders Hände und Gesicht, die dem rauen Klima am meisten ausgesetzt sind, sollten mit Salben oder Fettsalben eingecremt werden, bevor man aus dem Haus geht.

Der Schutzfilm, der mithilfe von fetthaltigen Cremes gebildet wird schützt zwar die Haut, doch bringt auch den sogenannten Okklusionseffekt mit sich (Okklusion = Verschluss). Die Abgabe von Wasser und Wärme durch die Haut wird dadurch blockiert, wodurch manchmal das Gefühl entsteht, die Haut könne nicht „atmen“.

Doch nicht nur draußen, auch in Innenräumen ist die Luft zu trocken. Für unsere Haut und den gesamten Gesundheitszustand wäre eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent optimal. Diese ist jedoch nicht zu erreichen ohne „nachzuhelfen“.

Das Gerät mit dem man die Luftfeuchtigkeit in den eigenen vier Wänden nachmessen kann, heisst übrigens Hygrometer.

Möglichkeiten der Luftbefeuchtung in Innenräumen:

  • Mit Wasser gefüllte Gefäße an Heizungen hängen oder einfach obendrauf stellen. Die Gefäße sollten auf jeden Fall regelmäßig gereinigt werden, da sie auch der ideale Nährboden für Bakterien sind (für „gute“ UND „böse“).
  • Ideale Luftbefeuchter sind Zimmerpflanzen. Sie haben außerdem die angenehmen „Nebeneffekte“, dass sie Räume optisch „wohnlicher“ machen und jede Menge Giftstoffe aus der Luft filtern.
  • elektrische Luftbefeuchter wie beispielsweise Ultraschall-Zerstäuber, Verdampfer, Verdunster, etc. Ähnlich wie die mit Wasser gefüllten Gefäße, sind auch die elektrischen Befeuchter potentielle Bakterienschleudern (s. www.swr-online.de/ )

Hautpflegemittel für den Winter

Salben und Fettsalben (Wasser-in-Öl-Emulsionen): nach dem Baden oder Duschen öfter den ganzen Körper eincremen. Vor allem auf Händen und Gesicht ruhig auch mal dick auftragen. Danach am besten mollig warm einpacken und entspannen.
Öl zum Eincremen: hier sind Mandel. oder Jojobaöl besonders geeignet die Haut vor dem Austrocknen zu schützen.

Ölbäder: wenn es sich nicht gerade um Massage-Öl handelt, kann man Körper- oder Babyöl auch als Badezusatz verwenden. Es kann beim Baden lange einwirken und man spart sich das Einölen oder Eincremen nach dem Bad. Auch ganz normales Olivenöl kann als Badezusatz verwendet werden.

  • Melisse-Ölbad

Die ätherischen Öle der Melisse wirken entspannend und wohltuend auf die Haut und den gesamten Organismus.

  • Eukalyptus-Ölbad

Die ätherischen Öle von Eukalyptus wirken eher anregend, die Haut bleibt schön weich und elastisch und wird geschützt. Ein angenehmer „Nebeneffekt“ ist, dass die Atemwege befreit werden.

  • Rosmarin-Ölbad

Diese ätherischen Öle beleben den Kreislauf, pflegen und schützen die Haut.

Milde Reinigungsmilch, die der Gesichtshaut schon beim Reinigen Feuchtigkeit zuführt und den Schutzfilm verstärkt

nachfettende Seife oder Waschöle zum Duschen und Waschen verwenden. So wird der Haut weniger Feuchtigkeit entzogen.

Dampfbäder: Entweder für den ganzen Körper in Sauna oder Schwimmbad, oder das „kleine“ Dampfbad, bzw. Gesichts-Dampfbad zu Hause (mit Handtuch über dampfendes Wasser). Dieses ist ein wahres Fest für Gesicht und Dekolleté. Außerdem schützt es die Schleimhäute vor dem Austrocknen. Als Zusätze sind besonders Salz – dadurch schwellen die Schleimhäute ab – oder Eukalyptus-Öl geeignet.

Crememasken für Gesicht, Hals und Dekolleté: Masken sind ausgezeichnet zum Pflegen und Verwöhnen der Haut geeignet. Sie werden dick aufgetragen und bleiben für ein (sehr entspannte) Weile auf der Haut. Somit wirken sie intensiver als Salben und Cremes.

Pflegepräparate mit Harnstoff: Körper- und Gesichtcremes sollten in der kalten Jahreszeit zusätzlich Harnstoff enthalten. Im Sommer wird die Harnstoffzufuhr durch die vermehrte Schweißbildung geregelt. Harnstoff hält die Feuchtigkeit in der Haut, zusammen mit dem Körperschweiß bildet er den sogenannten Säureschutzmantel. Dieser tötet Erreger und bietet gleichzeitig optimale Lebensbedingungen für „gute“ Bakterien und Keime.

Nachtkerzenöl: zur Pflege von trockener Haut bietet sich besonders die Nachtkerzenöl-Therapie an. Egal ob äußerlich (Creme, Öl, etc.) oder innerlich (Tablette, Kapseln) angewendet, die vielen ungesättigten Fettsäuren diese Öls verbessern den Zustand der Haut nach ein bis vier Wochen.

Just aus diesem Grund sollte man im Winter auch öfter mal in die Sauna gehen. Abgesehen von dem positiven Effekt auf die Haut stärkt das Saunabad auch das Immunsystem.

Abtrocknen nach dem Waschen: trocken tupfen anstatt rubbeln. Wer die Haut so wenig wie möglich strapaziert, wird länger Freude „in“ und mit ihr haben

lauwarmes Wasser: je wärmer das Wasser umso mehr trocknet es die Haut aus

Lippenpflege: Auch die Lippen bedürfen im Winter besonderer Pflege, da sie oft trocken, spröde und rissig werden. Fettstifte machen die Lippen wieder glatt und geschmeidig. Außerdem bilden sie einen Schutzfilm, der gerade bei den Lippen wichtig ist, da sie oft von der Zunge befeuchtet werden.

Augenpflege: die Hautpartie um die Augen ist sehr zart und empfindlich. Sie leidet besonders unter der trockenen Winterluft. Daher empfiehlt sich die Augenpartie mit sehr reichhaltiger Fettpflege zu versorgen. Eine gute und entspannende Methode der Augenpflege ist, Hautöl oder Creme (möglichst unparfümiert) auf einen Wattepad oder ein Mull-Läppchen aufzutragen und dann auf die geschlossenen Augen legen.

Nicht für den Winter geeignete Hautpflegemittel

Alkoholhaltiges Gesichtswasser sollte man im Winter nicht benutzen, da es die Haut austrocknet. Menschen mit trockener Haut sollten es gar nicht verwenden, sondern lieber auf Reinigungsmilch und lauwarmes Wasser zurückgreifen.

Cremes, die viel Vitamin A (Retinol) enthalten. Salben und Nachtcremes mit Vitamin E sind für die kalte Jahreszeit angesagt, denn Vitamin ist ein sehr guter Feuchtigkeitsbinder

Schaumbäder trocknen die Haut eher aus, und sollten eher im Sommer verwendet werden.

Duschgel und Seife trocknen die Haut aus. Hier gilt im Winter: weniger ist mehr.

Auch von Peelings sollte man zur kalten Jahreszeit absehen. Die Haut ist durch die kalte und trockene Luft strapaziert genug. Das Abschleifen der oberen Hautschichten würde sie noch empfindlicher und anfälliger für Trockenheit machen.

Körperlotionen sind in der Regel besser für den Sommer geeignet, da sie weniger Fette und Feuchtigkeit enthalten.

zuviel des „Guten“: rubbeln und schrubben und so richtig „porentief“ reinigen. So schädigen Sie den Film, der Ihre Haut schützend umgibt und durch Kälte und Trockenheit ohnehin schon sehr strapaziert ist.