Aufbau der Haut

Der Tastsinn des Menschen erstreckt sich über den ganzen Körper. Unser grösstes Sinnesorgan, die Haut, schützt uns vor äusseren Einflüssen wie Kälte, Hitze, Stössen und Krankheitserregern.

Die Haut bildet die natürliche Grenze zwischen menschlicher Innen- und Außenwelt. Ständig beliefert sie das Gehirn mit Informationen über die äussere, spürbare Beschaffenheit unserer Umgebung. Die Haut des Menschen besteht aus drei Schichten, die im Folgenden erläutert werden.

Die Oberhaut

Die Oberhaut oder Epidermis ist etwa 0,1 mm dick, an Fußsohlen oder anderen beanspruchten Stellen kann sie fünf mal so dick sein. Sie regeneriert sich kontinuierlich, innerhalb von etwa einem Monat bildet sie sich völlig neu.

Die neuen Zellen werden in der untersten Zellschicht der Oberhaut, der Basalzellschicht, gebildet. Von dort wandern sie an die Oberfläche der Haut, wobei sich ihre Gestalt ständig verändert. An der Oberfläche der Haut angekommen sind die Hautzellen verhornte Plättchen geworden, die langsam absterben. Doch bevor sie sich, kaum sichtbar, von der Haut lösen, bilden sie eine schützende Schicht aus ineinander verzahnten Hornplättchen für die Oberhaut.

Ein weiterer Schutz für die Hautoberfläche ist eine dünne Wasser-Fett-Schicht, die von Schweiss- und Talgdrüsen produziert wird. Dieser Schutzfilm wirkt wasserabweisend, hält die Haut geschmeidig und schützt sie vor Pilzbefall und Bakterien. Durch zu häufiges Waschen und zu viel Seife wird dieser Schutzfilm jedoch zerstört (deshalb sollten Körperreinigungsprodukte ph-neutral sein).

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Oberhaut sind die Langerhans-Zellen. Sie sind Abwehrzellen des Immunsystems, und können eindringende gefährliche Fremdstoffe abtöten und das Immunsystem alarmieren.

Die Lederhaut

In der Lederhaut oder Dermis befinden sich die Schweiss-, Duft- und Talgdrüsen, sowie die Blutgefässe. Die Lederhaut ist für das Aussehen der Haut verantwortlich, die Oberhaut passt sich nur den Strukturen der Lederhaut an (markantestes Beispiel sind die Fingerabrücke).

Ein dreidimensionales Gerüst aus den Faserproteinen Elastin und Kollagen hält die Haut stabil und elastisch. Auch winzige Blutgefäße und das Lymphgefäßnetz durchziehen dieses Gerüst. Die Blutgefäße versorgen die Lederhaut und die Oberhaut mit Nährstoffen. Die beiden oberen Hautschichten sind durch kleine Zapfen miteinander verbunden. In diesen Zapfen befinden sich winzige Blutgefäßschlingen.

Durch den Alterungsprozess löst sich das Kollagen-Gerüst langsam auf. Wir bekommen Falten. Durch UVA-Strahlung bei Sonneneinwirkung wird das Kollagen-Gerüst der Lederhaut zerstört, der Alterungsprozess wird beschleunigt. Im schlimmsten Fall kann es zu Hautkrebs kommen.

Die Unterhaut

Die Unterhaut oder Subkutis besteht aus Fettgewebe, das als Wasserspeicher fungiert und vor Unterkühlung und Stössen schützt (ein Drittel der Flüssigkeit im menschlichen Körper befindet sich in der Unterhaut).

Egal wie dick oder dünn ein Mensch ist, inder Unterhaut befinden sich immer Fettzellen. Entsprechend der Ernährungsgewohnheiten sind in der Unterhaut viel oder wenig Fettzellen eingelagert. Das Gewebe der Unterhaut ist gleichzeitig Kälteschutz, Energiespeicher und ein Puffer gegen Stöße.