Pneumokokken-Impfung

Immer mehr Ärzte raten ihren über 60-jährigen Patienten sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Das ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage des Emnid-Instituts, Bielefeld.

Im Vergleich zu früheren Umfragen steigt die Akzeptanz dieser öffentlich empfohlenen Impfung stetig: Mehr als die Hälfte der befragten Ärzte empfiehlt die Pneumokokken-Impfung ihren über 60-jährigen Patienten jetzt routinemäßig. Damit folgen sie der offiziellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Berlin.

Erkrankungen durch Pneumokokken-Bakterien verursachen jährlich Todesfälle in Deutschland. Ältere Menschen sind besonders gefährdet: 90 Prozent der Opfer sind älter als 60 Jahre. Drei von vier Ärzten raten daher vor allem ihren älteren Patienten zur Impfung.

Die Impfempfehlung der STIKO „Pneumokokken-Impfung für alle über 60“ setzt sich langsam durch.

Fast jeder zweite Arzt gibt die Empfehlung an seine Patienten mit Atemwegserkrankungen weiter.

Sehr großen Nachholbedarf gibt es noch immer bei Diabetikern. Neben dem Alter sind Erkrankungen der Atemwege, wie Asthma oder chronische Bronchitis, Zucker– und Herz-Kreislauf-Krankheiten wichtige Gründe für die Impfung, zum Beispiel mit Pneumovax 23.

Die wichtigsten Motive der Ärzte, allen über 60-Jährigen eine Pneumokokken-Impfung zu empfehlen, sind laut Umfrage die erhöhte Krankheitsanfälligkeit älterer Menschen und der Schutz vor Pneumokokken-Erkrankungen. Als weitere wichtige Gründe für die Impfempfehlung nannten die befragten Ärzte die Gefährlichkeit von Lungenentzündungen, die durch Pneumokokken verursacht werden.

Ältere Menschen sind am häufigsten von Lungenentzündungen durch die Pneumokokken betroffen. Bei jedem Dritten kommt es zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung. Vor schweren Krankheitsverläufen kann nur die Impfung schützen. Sie hält sechs Jahre lang und kann jederzeit vom Hausarzt vorgenommen werden.

Für alle über 60-Jährigen und chronisch Kranke sollte für den nächsten Arztbesuch gelten: Impfpass mitnehmen und den Arzt auf die Pneumovax-Impfung ansprechen. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.