Arbeitsfreude: Spaß an der Arbeit finden

Um Ihnen das große Thema „Freude am Arbeitsplatz“ näher zu bringen, haben wir zunächst folgende grundlegende Fragen formuliert:

Was verstehen wir unter „Freude“?

In der Einführung zum Gefühl Freude haben wir versucht dieses Gefühl auf praktische Weise zu definieren. Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema Lebensfreude.

Was macht uns Freude?

Grundlegende, (über)lebensnotwendige „Tätigkeiten“ wie Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung sowie die Regeneration der Körperkräfte (Schlaf und Erholung) gehören zweifelsohne zu den Dingen, die den meisten Menschen die größte Freude bereiten können.“

Hier möchten wir zunächst weitere Begriffe finden, die die Freude näher umschreiben, oder synonym dafür eingesetzt werden können:

  • Fröhlichkeit
  • Frohsinn
  • Zufriedenheit
  • Wohlbefinden
  • innere Gelassenheit
  • Glück
  • gute Laune
  • Begeisterung
  • Harmonie
  • Leichtigkeit
  • sonniges Gemüt
  • Lachen
  • Heiterkeit
  • Entzücken
  • Spaß
  • Vergnügen
  • Wonne

Sie sehen selbst, das Gefühl Freude ist sehr facettenreich. Das kann man der „Gerechtigkeit“ halber auch erwarten, schließlich sind die anderen Grundgefühle, die eher „negativ“ sind (Gefühle an sich natürlich wertfrei), eindeutig in der Überzahl (Trauer, Wut und Angst).

Welchem dieser Synonyme im Arbeitsalltag die größte Bedeutung zukommt, variiert je nach Mensch und Situation.

Freude im Arbeitsalltag

Welche Vorteile bringt die Freude im Arbeitsalltag mit sich?

Nehmen wir an, Sie gehen voller Freude und guter Laune an die Arbeit.

Sie freuen sich also, doch mit der Freude alleine werden Sie in dieser (materiellen) Welt nicht viel weiter kommen. Sie können noch so erfreut und glücklich an Ihrem Schreibtisch sitzen, der Bericht, Brief, oder Artikel schreibt sich nicht von alleine (schade eigentlich :-)).

Wenn es an die Arbeit geht, besonders an die Verrichtung von Aufgaben, auf die man keine „Lust“ hat, kann sich die Freude schnell verflüchtigen.

Aber lassen Sie sich nicht den Spaß verderben, genau genommen gibt es keine unangenehmen Aufgaben, es gibt nur „unangenehme Gefühle„, die wir damit verbinden.

Negative Erwartungshaltungen lassen sich in der Mehrzahl der Fälle dadurch abschütteln, dass man tief durchatmet und einfach mit der verhassten Aufgabe beginnt.

Frei nach Erich Kästner: “ Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ (Sprüche)

Wie kann uns die Freude dabei helfen?

Mag sein, dass die Freude nicht direkt für den Arbeitsalltag nutzbar ist, doch dieses schöne lebenserhaltende Gefühl hat viele „Begleiter„. Durch diese lässt sich der Arbeitstag nicht nur sehr angenehm, sondern auch erfolgreich gestalten.

Um zu erfahren, wie man seine positiven Energien im Arbeitsalltag nutzen kann, ist es sinnvoll zu hinterfragen was diese eigentlich genau mit sich bringen:

  • Interesse
  • Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit
  • Neugier und Wissbegierde
  • Offenheit und Kontaktfreudigkeit
  • Tatendrang und Elan
  • Zufriedenheit und Selbstbewusstsein

Interesse und Aufmerksamkeit

lateinisch: interesse, intersum = dabei sein:

Interesse ist die fundamentale Voraussetzung um den Arbeitstag erfolgreich zu bestehen. Weniger im Sinne von „dabeisein ist alles“ – körperliche Anwesenheit alleine reicht ja in den meisten Fällen nicht aus – als vielmehr nach dem Motto „aufgepasst und mitgemacht“.

Wer Erfolg haben will, muss auch Engagement zeigen. Um sich für eine Sache, ein Unternehmen oder eine Person engagieren zu können, muss man erst mal wissen worum es geht.

Halten Sie Augen und Ohren auf, nicht nur was Ihr eigenes Anliegen und Ihre Aufgaben angeht, sondern auch was das Fortkommen Ihres Teams, Unternehmens, bzw. Arbeitgebers betrifft.

Dazu gehört zum Beispiel auch die Wahrnehmung von Wünschen und Interessen der Kunden, der Geschäftspartner, der Konkurrenz, etc.

Wer nur am monatlichen Gehaltsscheck interessiert ist und seiner Aufgabe mit Gleichgültigkeit und Desinteresse gegenüber steht, kann auch gleich seine Sachen packen (s. Innere Kündigung:  Der Schuß ins eigene Knie! )

Wer aber Interesse für sich selbst und seine Umgebung aufbringt, wird auch von den „Begleiterscheinungen“ profitieren können. Diese möchten wir im Folgenden näher umschreiben.

Aufmerksamkeit und Konzentrations- fähigkeit

Diese Eigenschaften waren über Jahrmillionen absolut lebensnotwendig. Erst mit Eintreten der „Zivilisation“ haben sie sich in die evolutionären Tiefen des (Un)Bewusstseins zurückgezogen.

Doch wenden wir uns nun wieder der Bedeutung von Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit im heutigen Arbeitsalltag zu.Zunehmend wurde den in den Industriestaaten lebenden Menschen die Eigenverantwortung genommen. Zur Zeit wird hierzulande versucht diese Verantwortung wieder zurückzugeben (s. Riester-Rente, etc.)Aufmerksamkeit und Konzentration bedeutet, das Bewusstsein während eines Arbeitsvorgangs nur auf diesen zu richten und sich durch nichts ablenken zu lassen.Wer diese grundlegende Regel beherzigt wird nicht nur effizienter arbeiten, sondern auch mehr Spaß an der Arbeit haben.

Überlassen Sie das Multitasking (Bewältigung mehrerer Aufgaben auf einmal) ruhig den Computern. Neue Untersuchungen amerikanischer Hirnforscher ergaben, dass es für Menschen letzten Endes uneffektiv ist, mehrere Dinge auf einmal zu tun.

Sie haben sich nun mal für gerade DIESEN Job entschieden, dann können Sie ihn doch auch so gut wie nur irgendmöglich machen. (Das soll natürlich nicht heißen, dass Sie bis ans Ende Ihrer Tage Briefmarken aufkleben, wenn vielleicht andere großartige Aufgaben auf Sie warten).

Wer aufgeht im Hier und Jetzt und sich auf die Aufgabe konzentriert, mit der er gerade beschäftigt ist, hat in der Regel ein angenehmes und erfolgreiches Leben.

Menschen, die viel über die Vergangenheit nachgrübeln (verpatzte Konjunktive sind lästig und unnötig), oder sich ständig um die Zukunft Sorgen machen, verpassen die Gegenwart ganz einfach und somit eigentlich auch ihr Leben.

Neugier und Offenheit

Die schönste und spannnendste „Gier„, die das Leben zu bieten hat, ist die Neugier.

In der Kindheit ist sie das treibende Moment, die Umgebung und Mitmenschen, kurzum die Welt kennenzulernen.  „Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts.“, wußte schon Goethe zu berichten.

Wer seine Neugier so lange wie nur möglich beibehält, also nicht nur „das Neue“ bewusst wahrnimmt und verarbeitet, sondern auch „das Alte“ immer wieder unter neuen Gesichtspunkten betrachtet, wird mehr Freude am Leben haben und vor allem offener und flexibler bleiben.

Neugierige Menschen haben normalerweise weniger Probleme sich in schon bestehende Gruppen zu integrieren. Außerdem sind sie bereit ihre Fähigkeiten und Kenntnisse kontinuierlich zu verbessern, ihren Horizont zu erweitern.

Sie sind willens „weiter“ zu kommen und in der Regel lernfähiger und flexibler als Menschen, die nichts mehr überraschen, vom Hocker reißen kann.

Bedauerlicherweise kommt die Neugier vielen Menschen im Laufe ihres Lebens abhanden. Mit zunehmendem Alter stumpft man gegenüber neuen Eindrücken ab, sei es, weil man schlechte Erfahrungen gemacht hat, verletzt wurde oder sei es, weil man glaubt alles schon zu kennen.

Offenheit, Kontaktfreudigkeit

Mit einem fröhlichen Wesen werden Sie viel schneller das Vertrauen und die Sympathie Ihrer Mitarbeiter/ Mitmenschen erlangen, als wenn Sie griesgrämig aus der Wäsche gucken.

Mit einer künstlichen, aufgesetzten Fröhlichkeit ist jedoch niemandem geholfen. Geheuchelte Gefühle werden meistens schnell als solche erkannt und bewirken das Gegenteil dessen, was sie bezwecken.

Begegnen Sie Ihren Mitarbeitern, Kollegen, Kunden ohne Vorbehalte, mit einem freundlichen Lächeln nicht nur auf Ihren Lippen, sondern auch „im Herzen„. Gehen Sie so nicht nur auf „neue“ Personen in Ihrer (Arbeits)Welt zu, sondern auch auf solche, die Ihnen schon vertraut und womöglich nicht so sympathisch sind.

Im Umgang mit anderen Menschen schleichen sich sehr schnell Verhaltensmuster in das Rollenverhalten und in das Bewusstsein. Entsprechend flott werden Automatismen im Rollenverhalten gebildet. All das geschieht mehr oder weniger unbewusst.

Schon beim zweiten Zusammentreffen mit einer Person bedient man sich des Erinnerungspotenzials, das beim ersten Kontakt gebildet wurde. Man geht also mit gewissen „Vorbehalten“ in den zweiten Kontakt.

Das ist ganz „natürlich“, so können Freundschaften sich festigen, doch wenn das Sympathiependel in die entgegengesetze Richtung schlägt, wirkt sich diese Voreingenommenheit eher negativ aus.

Durch das unreflektierte Abspulen von (automatisierten) Verhaltensmustern gegenüber anderen Menschen schlittert man in bestimmte Rollen, mit denen man sich womöglich gar nicht identifizieren kann oder will.

Die eingenommene Rolle gegenüber einer Person färbt auch auf das Rollenspiel mit anderen Personen ab.

Treten Sie Ihrer Umgebung mit offenen Augen entgegen:

Besonders bei Menschen, mit denen man „Schwierigkeiten“ hat, kann es sehr aufschlußreich sein, sich mit Aktion und Reaktion im Gespräch, und den daraus resultierenden Rollen, im Detail auseinander zu setzen.

Man sollte schon während des Gesprächs mehr Vorsicht und Aufmerksamkeit walten lassen, außerdem später die Gesprächsentwicklung analysieren.

Dabei ist zu beachten, dass der größte Anteil der Kommunikation auf nonverbaler Ebene stattfindet.

Zufriedenheit und Tatendrang

Zufriedenheit und Selbstbewusstsein

Diese beiden Eigenschaften sind eng miteinander verflochten. Wer mit sich und seinen Leistungen nicht zufrieden ist, wird Schwierigkeiten haben selbstbewusst zu sein. Wer nicht selbstbewusst ist, glaubt zu wenig an sich selbst, um erfolgreich und zufrieden sein zu können.

Die Freude kann einem behilflich sein, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Denn Freude schafft Zufriedenheit, die uns auch ganz ohne Anlass, ohne Erfolgserlebnisse erfüllen kann.

Diese Zufriedenheit kann wiederum dafür genutzt werden mit frischem Mut und mehr Optimismus zur Tat zu schreiten. Wer an sich selbst glaubt und mit Optimismus an eine Aufgabe herangeht, hat größere Chancen sie erfolgreich zu lösen.

Mangelndes Selbstbewusstsein ist – gerade in der Arbeitswelt – häufig auf Versagensangst zurückzuführen.

Ein gewisses Maß an Angst bringt das Verantwortungsbewusstsein natürlich mit sich, nur wer die Gefahren und Risiken eines Arbeitsablaufs kennt, kann sie umgehen. Doch sobald diese Angst zu groß wird, zehrt sie am Selbstbewusstsein und lähmt den Tatendrang. Zufriedenheit kann so nicht entstehen.

Tatendrang und Elan

Keine Frage: Freude beschwingt. Vor lauter Schwung sollte man dennoch die Sorgfalt nicht vergessen. Wer mit zu viel Elan an eine Arbeit herangeht läuft Gefahr Fehler zu machen.

Spätestens beim dritten Anlauf eine Aufgabe fehlerfrei zu verrichten, verliert man die „Lust“ an der Arbeit. So weit sollte es erst gar nicht kommen.

Gehen Sie noch mal kurz „in sich“, planen Sie den Arbeitsvorgang, damir Sie in einer Aufgabe auf- und nicht untergehen:

  • definieren Sie genau,welche Aufgabe Sie bewältigen wollen.
    Handelt es sich dabei um eine komplexe und umfangreiche Aufgabe, machen Sie sich eine Checkliste der einzelnen Schritte.Das mag sich nach Zeitaufwand anhören, doch diesen Aufwand werden Sie, durch bessere koordination mühelos wieder „einspielen“
  • „Mentale Checklisten“ sind bei komplexen Arbeitsgängen weniger sinnvoll, da man viel zu oft, abgelenkt durch andere Aktivitäten, wichtige Aufgabenbereiche vergisst.
  • setzen Sie sich selbst einen zeitlichen Rahmen, falls dieser nicht schon vorgegeben ist

Für anfallende Routine-Arbeiten muss natürlich nicht erst ein Plan konstruiert werden. Hier gilt: nichts überstürzen, erst noch mal tief durchatmen und den innneren „ruhenden Pol“ finden, bevor Sie loslegen.Wie umfangreich und schwierig oder „langweilig“ eine Aufgabe auch sein mag, man kann ihre Bewältigung „genießen“. Wie?Seien Sie einfach immer mit ganzen Herzen dabei. Wer nur im Sinn hat eine Aufgabe möglichst schnell hinter sich zu bringen, mit Gedanken womöglich schon beim nächsten oder übernächsten Arbeitsgang, oder gar beim Feierabend ist, wird kaum Freude bei der Arbeit haben.Er wird sich außerdem auf die aktuelle Aufgabe nicht ausreichend konzentrieren können und womöglich Fehler machen.

Fazit: Die Aufgabe, an der Sie gerade sitzen, sollte immer die wichtigste Aufgabe sein.