Was sind Dioxine?
Dioxine sind stark giftige organische Substanzen. Sie entstehen bei
Verbrennung von Kohlen- und Chlor- sowie anderen gasartigen Verbindungen
und gelangen mit Rauchgasen sowie Produktions- und Verbrennungsrückständen
in die Umwelt. Das als Sovesogift bekannt gewordene TCDD (2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin)
ist die giftigste und stärkste bekannte krebserzeugende Substanz.
TCDD ist biochemisch kaum abbaubar.Das Schlimmste ist, man kann Dioxine
nicht riechen, schmecken oder sehen.
Was ist passiert?
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Am 18./19.1.99 wird bei der Fa. Verkest ein Speichertank mit Dioxin schwer
verunreinigt.
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19.-Ende Januar 1999 wird aus dem betroffenen Tank verunreinigtes
Tierfett an Viehfutterunternehmen geliefert und damit Viehfutter hergestellt.
Bei der Firma De Brabander treten die ersten Probleme mit den sogenannten
"Muttertieren" auf. Die Firma wendet sich an ihre Versicherung und zieht
gleichzeitig den Sachverständigen Dr. Destickere (Beamter des
Instituts für Veterinärexpertise/Leiter Prüfkreis Flandern)
hinzu.
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Nach gründlicher Untersuchung kommt man Anfang März 1999
zu dem Ergebnis, daß dieUrsache für die Beschwerden, das im
Futter verarbeitete Tierfett ist. Die Fa. Brabander sendet eine Probe des
im Janaur hergestellten Viehfutters ans Labor und unterrichtet den Dienst
für Rohstoffqualität des LandWirtschaftsministeriums. Gleichzeitig
separiert sie auf eigenen Entschluß eine Anzahl von Betrieben und
eine Fleischcharge.
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Die erste Meldung eines unbekannten Problems erfolgt am 19.3.99 an das
Ministerium.
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Noch während auf das Ergebnis der Laboruntersuchungen gewartet wird,
wird am 24.3.99 die Fa. Verkest untersucht. Dort stellt man u.a. technische
Verstöße fest. Die aus verschiedenen Tanks entnommenen Proben
weisen aber kein Dioxin auf.
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Die erkannten Regelwidrigkeiten werden am 12.4.99 der Staatsanwaltschaft
gemeldet, ohne daß das Laborergebnis feststand. Dr. Destickere unterrichtet
am 21.4.99 seine Vorgesetzten beim IVE und das LandWirtschaftsministerium
von seinem Verdacht der Verseuchung mit Dioxin.
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Das Laborergebnis liegt am 26.4.99 vor und stellt hohe Dioxinkonzentrationen
im Hühnerfett und Viehfutter fest. Daraufhin werden vom LandWirtschaftsministerium
verschiedene Maßnahmen getroffen:
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Bei Verkest werden 3 Tanks beschlagnahmt und erneute Proben genommen
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Es werden 10 Abnehmerbetriebe der Fa. De Brabander blockiert, damit
deren Produkte nicht mehr in Umlauf gelangen.
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Es werden Proben bei Eiern, Masthühnern und Muttertieren entnommen,
ebenso in einem anderen Futterbetrieb (Huys).
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In Schweinebetrieben werden 10 Proben entnommen.
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Start der Rückverfolgung des von Verkest an 9 versch. belgische, 1
französischen und 1 niederländischen Viehfutterbetrieb gelieferten
verunreinigten Fettes.
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Die Behördern in Niederlande und Frankreich werden förmlich unterrichtet.
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Die belg. Viehfutterbetriebe listen alle Geflügelbetriebe auf, die
möglicherweise belastetes Viehfutter erhielten.
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Diese Betriebe werden untersucht und im Bedarfsfall blockiert.
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Es finden Beratungen mit dem LandWirtschaftsministerium und dem Ministerium
der Volksgesundheit statt.
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Am 26.5. zeigt das Analyseergebnis in Hühnern und Bruteiern, sowie
anderen geprüftenVierfutterbetrieben hohe Dioxinbelastungen.
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Die Ministerien beschließen alle möglicherweise betroffenen
Geflügelhöfe unter Aufsicht zu stellen.
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Diese Betriebe dürfen ihre Produkte nicht mehr in Umlauf bringen.
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Die Ministerien arbeiten Anweisungen zur Rückverfolgung der betroffenen
Produkte aus.
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Die Presse erhält am 27.Mai 1999 eine kurze Darstellung der Situation.
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Der Herr Minister Colla beschließt am 28.5.1999 eine Empfehlung,
alle Hühner und Eier aus den Verkaufsregalen zu nehmen.
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Am 29./30.5.99 beschließen die Ministerien die Blockierung von Bruteiern
und das unter Aufsicht stellen von Betrieben.
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Am 29./30.5.99 werden bei der Rückverfolgung zwei deutsche Geflügelbetriebe
ermittelt.
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Am 31. Mai 1999 erfolgt die Benachrichtigung der deutschen Behörden.
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Das belgische Gesundheitsministerium verbietet am 1.6.99 den Handel mit
aus Eiern gefertigten Produkten. Die Bundesregierung fordert ein EU-weites
Exportverbot.
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Am 2.6.99 entscheidet die Europäische Kommission in Brüssel über
das EU-weite Verkaufsverbot für Eier und Geflügel aus Belgien.
Die Besitzer der der Fa. Verkest werden verhaftet. Den Untersuchungen zufolge
stammt aus ihrem Betrieb in Gent das dioxinverseuchte Futter.Es tritt der
Verdacht auf, daß belgische Hühnerprodukte möglicherweise
noch andere Schadstoffe enthalten. Die beiden belgischen Minister
Marcel Colla und Karel Prinxten treten zurück.
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Das belgische Gesundheitsministerium befürchtet daß außer
den Hühnern und Hühnerprodukten auch Schweine und Rinder durch
das verseuchte Futter betroffen sind. Am 3.6.99 wird ein vorrübergehendes
Schlachtverbot für Schweine verhängt.
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Am 4.6.99 stoppt die US-Regierung den Verkauf von Geflügel- und Schweinefleischprodukten
aus den EU-Staaten wegen des Dioxinskandals.
Quelle: Föderalen Informationsdienst - "Belgian Federal
Government on Line" ()
[]
Die Auswirkungen des Skandals
Inzwischen haben also nicht nur europäische Länder auf die
Vorfälle in Belgien reagiert. Auch die USA und Japan haben umfangreiche
Einfuhrverbote erlassen. Zahlreiche Länder haben tonnenweise belgische
Produkte vom Markt genommen. Betroffen von den Vorsichtsmaßnahmen
sind nicht nur Geflügel-, Schweine, Rindfleisch und Eier, sondern
auch Waren die Eiern und bestimmten Fetten hergestellt werden (z.B.Nudeln,
Kekse, Pasteten). Außerdem betroffen sind auch Betriebe, die aus
Belgien Viehfuttermittel einführten. In Frankreich wurde deshalb ein
Verkaufsverbot über Geflügel-Zuchtbetriebe und Rindermastbetriebe
verhängt. Auch in Deutschland fanden bekanntermaßen weite Kontrollmaßnahmen
in Betrieben und Geschäften durch Lebensmittelkontrolleure und Veterinärte
statt.
Ich frage mich, weshalb haben wir trotz aller noch so gründlicher
Kontrollen, immer wieder in schöner Regelmäßigkeit, jedes
Jahr wenigstens einen Lebensmittel-Skandal?
zitiert von "Belgian Federal
Government on Line":
"Für Ihre spezifischen Fragen zu Produkten die im Handel den Konsumenten
angeboten werden, rufen Sie das Institut für Vetarinärexpertise
(IVK-IEV) an unter der Numme+32 (0)2/287.02.40.
Für Ihre spezifischen Fragen zu den Massnahmen die im Rahmen der Hühner-
und Eierproduktion getroffen wurden, rufen Sie das an unter der Numme+32
(0)2/208.35.45.
Falls Sie Gesundheitsfragen haben, sollen Sie Ihren Arzt kontaktieren.
Deutschsprachige Gemeinschaft, unter der Numme+32
(0)87/55.77.77".