Heute können wir uns weniger
denn je ein Bild von der Zukunft machen, Gen- und Biotechnologie,
Meteorologistik
und Weltraumforschung, werden zur Zeit als wichtigste zukunftsweisende
Forschungszweige angesehen.
Vor allem in der Genomforschung stehen wir vor
spektakulären "Entdeckungen". Zwei Forscherteams, das global operierende
Human-Genom-Projekt (HUGO), das von den Regierungen und von der
Industrie unterstützt wird, und der Privatforscher Craig Venter
mit seiner Firma Celera, der mit den Gendaten in erster Linie Geld verdienen
will, liefern sich ein unerbittliches Wettrennen.
Schon in den ersten fünf Wochen hat Celera etwa 6.500
vorläufige Patentanträge gestellt. Es mutet schon recht absurd
an, wenn Privatunternehmen sich Teile des menschlichen Körpers patentieren
lassen. Glücklicherweise mussten wir bisher für die Benutzung
unserer Körper keine Schutzgebühr zahlen: "Sie haben soeben einen
von uns entdeckten Muskelstrang benutzt, das kostet 2,50 Mark".
Da ist es nicht verwunderlich wenn, vor allem seitens
der Kirchen, moralische Einwände gegen die Kommerzialisierung
des menschlichen Körpers bestehen. Bei HUGO werden immerhin 5 % der
Gelder (die Gesamtkosten des Forschungsprojekts belaufen sich auf etwa
3 Milliarden Dollar) ausgeben, um moralische und gesellschaftliche Fragen,
die mit der Entschlüsselung des Erbguts einhergehen, zu reflektieren
und erste Lösungsansätze auszuarbeiten.
Die derzeit laufende Sequenzierung der DNA ist letztendlich
nicht mehr als eine Bestandaufnahme, eine Katalogisierung der über
3 Milliarden Gene des Menschen. Einige Resultate lassen schon jetzt erstaunt
aufhorchen: Mann und Frau unterscheiden durch ein ganzes Chromosom,
das sind 2 % des Gesamterbguts, voneinander. Dieser Unterschied beträgt
bei Menschenmann und Schimpansenmännchen nur 1,6 %.