(Dirk Arendt,
)
Drei Jahre nach Inkrafttreten des Signaturgesetzes ist die Zahl
der registrierten Nutzer erheblich geringer als erwartet. Was aber ist
nun der Grund, daß die Digitale Signatur bei allen bisher geschilderten
Vorteilen noch nicht die erwartete Verbreitung erlangt hat?
Neben einem fehlenden Vermarktungskonzept ist einer der Gründe
mit hoher Wahrscheinlichkeit in den hohen Sicherheitsanforderungen
für die Zertifizierungsstellen zu sehen, die für die Digitale
Signatur dringend notwendige Schlüsselvergabe zuständig
Aus diesem Dilemma folgte dann auch, daß bis zum heutigen Tag
von der zuständigen Behörde, der „RegTP“ (Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post; ),
nur zwei solcher Stellen anerkannt wurden: die Deutsche Telekom AG
über ihre Tochter Telesec ()
und die Deutsche Post AG über den Verzeichnungsdienst PostSign
().
Ein Schelm, wer böses dabei denkt....
Auch der Service bei den auszustellenden Trust-Centern muß
erheblich verbessert werden, wissen doch die meisten Verkaufsstellen der
Telekom, die „T-Punkte“, mit einer Frage nach entsprechenden Anträgen
konfrontiert, mit diesem Medium noch nichts anzufangen.
Hat man dann einen Antrag „ergattert“, kann es schon 4-6 Monate
dauern, bis eine entsprechende Bestätigung oder sogar schon die Chipkarte
eintrifft. Sicherlich keine Art und Weise, die zur Verbreitung der neuen
Technik beiträgt, obwohl sich für die Anbieter ein Milliardenmarkt
öffnen kann.
Andere potentielle Betreiber, darunter die D-Trust GmbH ()
aus Berlin, die DATEV eG (),
die Münchener Gelddrucker Giesecke & Devrient (),
der Deutsche Sparkassenverband sowie eine Initiative der Bundesverbandes
deutscher Banken ()
stehen bereits in den Startlöchern und wollen noch in diesem Jahr
auf den Markt.
Ein weiterer Grund ist in der fehlenden Interoperabilität der Systeme
zu sehen. Es ist nicht gewährleistet, daß die Karten der verschiedenen
Anbieter miteinander harmonisieren. Jedoch verspricht hier eine ins Leben
gerufene Arbeitsgruppe (ISIS „Industrial Signature Interoperability
Specification“) Abhilfe, hat man sich doch mit den potentiellen Betreibern
bereits auf einen Standard geeinigt. Die Produkte werden kompatibel
zueinander.