Ellacoya hat seit der Gründung 1999 insgesamt 86 Millionen Dollar
aufgetan. Größter Geldgeber ist die Goldman Sachs
Bank, die im Dezember 52 Millionen Dollar zur Verfügung stellte.
Weitere Venturekapital-Partner sind Lightspeed, Bessemer Venture
Partners, Centennial Ventures und Lighthouse Capital Partners.
Um bestehen zu können, muss Ellacoya jedoch erst einige Hürden
aus dem Weg räumen, die Vision des Unternehmens muss überprüft
werden. Ellacoya plant einen Beta-Test im April 2001, mit ausgesuchten
"Der Markt muss umerzogen werden, um genügend Köpfe zum Nicken
zu bringen". Es muss den Nutzern verständlich gemacht werden, was
das "Premium-Internet" ist und welche Vorteile es birgt. Während
die Business-User die Notwendigkeit erkennen, für das Internet
zu bezahlen, klingt es für die privaten Nutzer noch immer eher
wie eine Romanidee.
Ellacoya baut auch auf eine wachsende Nachfrage nach höherer Zugriffsgeschwindigkeit.
Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Nielsen Net Ratings
zeigte, dass der Breitbandgebrauch von 1999 bis 2000 um 143% anstieg (inkl.
12% der Privatanschlüsse). Das sind gute Nachrichten für die
Breitbandprovider. Sege glaubt, dass diese nun die Vorteile von Ellacoyas
Plänen erkennen.
Ron Sege: "Ich erkläre Dienstleistern und Providern: So können
Sie eine Privathaushaltsrechnung von 50 Dollar zu einer Privathaushaltsrechnung
von 100 Dollar machen, bei Geschäftsrechnungen können Sie sich
auf 400 Dollar verbessern...."
Ellacoya will ein Netzwerk mit großen Partnern schaffen:
Die ersten vier Partner sind: Mail.com, ScreamingMedia, Evoke Communications,
und aTelo. Man hofft mit vielen unterschiedlichen Gruppen zusammen zu arbeiten,
von Software-Unternehmen wie MetaSolv, denen man Operations Support
Systems (OSS) anbietet, bis zu Yahoo für Inhalte, Oracle als Applikations-
und Cisco als Infrastrukturprovider.
Vorteil für die Partner und Dienstleister (vorausgesetzt die Nutzer
machen mit), ist vor allem das zielgerichtete Marketing. Zum Beispiel
könnte eine Anwaltskanzlei, die die Dienstleistung schon in Anspruch
nimmt, die Partnerschaften mit Lexis-Nexis, Cisco und Bloomberg in der
Nachbarschaft promoten. Provider von Wohngebieten promoten Spiele
und Napster.
Sege ist glücklich mit seinem neuen Posten, er arbeitet mit Ellacoyas
früherem CEO und Gründer Kurt Dobbins zusammen, der jetzt
CTO geworden ist.
Zur Zeit operiert die Firma mit 215 Angestellten, nur von einem 15.000-qm-Büro
in Merrimack, an der Grenze zu Massachusetts, aus ("ideal für die
Einstellung weiterer Arbeitnehmer", fügt Welts hinzu, "da Arbeitnehmer
aus New Hampshire so keine Steuern zahlen müssen"). Doch bald wird
man sich auf dem "globalen Kriegspfad" befinden.
"Wir verhandeln mit drahtlosen Versorgern, während wir hier sprechen,"
sagt Sege. "In Korea, ist die Breitband-Penetration so groß
wie in Frankreich und in Deutschland. Korea ist unser nächstes
Zielland.".