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Die richtigen Fragen stellen

 

Den folgenden Artikel stellte uns das Unternehmen    zur Verfügung.

 

„Zweiundvierzig" lautet die Antwort des Computers Deep Thought in dem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis". Dem zweitgrößten Computer der Welt wurde die Frage nach „allem" gestellt. Die Antwort, so Deep Thought, könne man erst verstehen, wenn man die richtige Frage dazu herausfindet.

Ob im Privat- oder im Berufsleben: Wir sind immer auf der Suche nach Antworten. Um weitere Informationen oder um Lösungen zu bekommen. Und doch erhalten wir häufig falsche oder unzureichende Antworten. Oder der Befragte sieht sich nicht in der Lage, uns eine Antwort zu geben – obwohl er es vielleicht im Grunde doch könnte.

Der Grund sind häufig falsch gestellte Fragen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Frage falsch zu stellen. Lesen Sie weiter – und erfahren Sie, welche Fehler Sie vermeiden sollten, um künftig schneller und besser die richtigen Antworten zu bekommen.

Die falsche Frage stellen
Zu globale Fragen stellen
Das „Zuwenig Informationen rausrücken"-Syndrom
Das „Sie kennen den Mörder"-Syndrom
Die falsche Person fragen bzw. das „Gießkannen"-Syndrom
Tipps
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Die falsche Frage stellen
„Wer hat Erfahrung mit Outsourcing – und welche?", las ich kürzlich im Expertendienst wer-weiss-was.de in der Rubrik „Jobs".

Eine Rückfrage per email, mit welchem Hintergrund diese Frage gestellt wurde, ergab, daß derjenige sich gerne selbständig machen wollte und an praktischen Erfahrungen interessiert war, um seinem Chef Argumente dafür zu liefern, einen Teil der Arbeit auszulagern und an seine neu gegründete Firma abzugeben.

Ein Vorgehen, das in dieser undifferenzierten Form überhaupt nichts bringt. Nur zu fragen „Wer hat Erfahrung mit xyz" ohne den Hintergrund zu erwähnen, bringt nichts. Oder glauben Sie, der betreffende Chef lagert einen Teil seiner Firma aus, weil er einen Stapel ausgedruckter Emails mit allgemeinen Statements über Outsourcing vorgelegt bekommt?
 

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Zu globale Fragen stellen
„Wie bewerbe ich mich richtig?" – Diese Frage wurde ebenfalls in einem Fragenforum geposted. Ein Unding! Stellen Sie keine zu globalen Fragen. Sie laufen Gefahr, die falschen oder gar keine Antworten zu bekommen.

Sich richtig zu bewerben, ist ein sehr komplexes Thema. Geht es um die schriftliche Bewerbung – um welche Aspekte dabei? Geht es um die telefonische Bewerbung? Geht es um das Bewerbungsgespräch? Geht es ums Drumherum, wie die richtige Kleidung, das Foto, etc.

„Mal eben" auf diese Frage zu antworten geht überhaupt nicht.

Keine Frage: Sie werden Antworten bekommen. Aber Sie möchten doch – gerade, wenn Sie in einem allgemeinen Umfeld nachfragen – eine möglichst hilfreiche und individuelle Antwort bekommen und praktikable Tipps für sich selbst erhalten.
 

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Das „Zuwenig Informationen rausrücken"-Syndrom
Meist geschieht es unabsichtlich: Der Fragende gibt zuwenig Informationen weiter. Auch wenn er Informationen darüber hat, die eine schnellere Antwort ermöglichen würden.

Ein schönes Beispiel sind Fragenforen im Internet. So wird beispielsweise sehr häufig nach Musiktiteln gefragt. Da heißt es dann zum Beispiel:

„Wer kennt dieses Lied: in der Mitte kommt ‚lord gimme shelter‘ vor."
Mehr steht da nicht. Dabei wäre es einfacher für alle Leser, auch zu wissen, ob das Musikstück von einer Band oder einer Einzelperson gesungen wird, ob von einem Mann oder einer Frau, welcher Musikstil es ungefähr ist. Die Person, die dieses Lied sucht, hat diese Informationen. Warum stehen sie nicht dabei?

Geben Sie immer alle Informationen weiter, die Sie bereits haben. Sie könnten relevant sein, auch wenn Sie sie selbst anders einschätzen.

Ein schönes Beispiel aus dem Berufsleben sind hier Computerprobleme. „Mein Computer geht nicht mehr. Was kann ich tun?" Eine Frage, die Computerabteilungen und sonstige Kollegen ständig gestellt bekommen. Und auf die Frage „Was hast Du denn gemacht?" kommt ein verteidigendes „Nichts!" Das Gegenüber kann Ihnen so beim besten Willen nicht helfen – merken Sie sich, an welcher Stelle der Computer den Geist aufgegeben hat. In welchem Programm waren Sie? Was ist geschehen? Welche Fehlermeldung kam? Was haben Sie anschließend schon an Selbsthilfe versucht? Wenn Sie diese Informationen weitergeben, erhöhen Sie die Chance, daß Ihnen schnell geholfen wird, enorm.
 

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Das „Sie kennen den Mörder"-Syndrom
Sie suchen eine Lösung, glauben aber die Antwort schon zu kennen. Deshalb stellen Sie eine ganz spezifische Frage, die auf eine bestimmte Antwort hinausläuft, anstatt Ihre Problematik klarzumachen. Auch hier möchte ich wieder den Computerbereich bemühen: Häufig verlangen Firmen beim Stricken individueller Programme bestimmte Funktionen. Anstatt den Computerfachleuten die Zusammenhänge zu erklären und darzulegen, was das Programm können muß und warum, wird oft einfach verlangt, es „so und so zu realisieren".

Sie nehmen sich dadurch Chancen auf eine noch bessere Lösung – oder gar auf die richtige Antwort.
 

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Die falsche Person fragen bzw. das „Gießkannen"-Syndrom
Häufig steht der richtigen Antwort auch im Weg, daß die falsche Person gefragt wird. Oder zuviele Leute gleichzeitig gefragt werden.

> Zuvielen Leuten dieselbe Fragen stellen.

Ich hatte Kollegen, die der Reihe nach dieselbe Frage an alle möglichen Mitarbeiter gestellt haben. Bis sie schließlich genau die Antwort bekamen, die sie eigentlich gerne hören wollten. Ob diese richtig war oder nicht, war offensichtlich zweitrangig.

Wenn Sie zuvielen Leuten dieselbe Frage stellen – auch wenn es nicht aus dem eben genannten Grund ist, dann laufen Sie Gefahr, durch die Vielfalt der Antworten verwirrt zu werden. Und Sie verärgern Ihre Kollegen: Wenn diese mitbekommen, daß Sie nach dem Gießkannen-Prinzip vorgehen, fühlen Sie sich zurecht veräppelt. Glauben Sie ihnen etwa nicht? Oder wieso ziehen Sie von einem zum anderen? Ganz abgesehen davon, daß Sie auch deren Zeit nicht respektieren, wenn Sie mehrere Kollegen mit derselben Frage behelligen.

> Die falsche Person fragen.

Auch schon mal passiert, daß Sie mit Kollegen über eine Sache spekuliert haben? „Warum haben wir denn diese und jene Regelung?" „Welche Auswirkungen hat es wohl, daß wir von der Firma xy aufgekauft wurden?" ...

Anstatt die richtige Person zu fragen – und das ist häufig der eigene Vorgesetzte – wird mit nicht direkt involvierten Menschen diskutiert und wild spekuliert.

Wenn Sie sich mit Kollegen einfach so unterhalten wollen, ist das natürlich etwas anderes. Aber wenn es Sie wirklich interessiert, was der Grund für eine firmeninterne Regelung ist – oder wenn Sie befürchten, daß die Auswirkungen beispielsweise einer Firmenübernahme für Sie negativ sein könnten, dann sollten Sie sich an die Person wenden, die Ihnen diese Antwort geben kann. Oder sie zumindest für Sie herausfindet.
 

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Tipps
Beschäftigen Sie sich immer etwas mehr mit der Frage, bevor Sie sich auf die Suche nach einer Antwort machen. Und am effektivsten ist Ihr Resultat, wenn Sie nicht nur eine Frage formulieren, sondern außerdem schildern:
  • Was ist meine Situation/mein Problem?
  • Was ist meine Idee dazu und warum?
  • Wie läßt sich die Sache am besten lösen?
So können Sie das Fachwissen der Menschen, die Sie zu Rate ziehen, am effektivsten nutzen und die Antworten bekommen, die Ihnen wirklich hilfreich sind.
 
 

(c) Gitte Härter, objektiv. Management & Lebensqualität, objektiv@selbstmarketing.de
 

 

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