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Wie kommen wir Lügnern auf die Schliche

Das Gesicht fungiert mehr oder weniger als Spiegel unserer Gefühle. Man kann jedoch einerseits auch Gefühle ausdrücken, die man gar nicht empfindet, hiermit verdienen Schauspieler ihren Lebensunterhalt. Andererseits müssen Gefühle nicht notwendigerweise mimisch ausgedrückt werden.

Letzteres ist besonders gut an Politikern und Managern zu beobachten: Je tiefer sie im Schlamassel sitzen, um so undurchdringbarer wird die Maske, die sie aufsetzen. Doch niemand hat sein Mienenspiel völlig unter Kontrolle, kleine "Ausrutscher", Ekman nennt sie leakage (Leck), verraten die Gefühle, die eigentlich verborgen bleiben sollten. Das sind die von den Kameraleuten herbeigesehnten Momente.

Die "Löcher" in der Gesichtsfassade können sich auf vielfache Weise äußern. Ein guter Indikator, für Lügen und Unaufrichtigkeiten sind die Augen. Wer lügt, ist erregt, dadurch vergrößern sich die Pupillen (nicht vorschnell urteilen: auch die Wahrheit kann "aufregend" sein, es kommt auch sehr auf die Situation an).

Einen weiteren Hinweis auf mögliche Lügen gibt die Blickrichtung. Wie Milton Erickson herausfand, schaut man eher nach rechts, in Richtung rechte Hirnhälfte, um etwas zu konstruieren (zu lügen). Erinnert man sich (wahrheitsgetreu) geht der Blick nach links. Dieser Vorgang läuft spiegelverkehrt für Linkshänder ab.

Weitere Parameter zur Bestimmung von "echten" Gefühlen sind Stimme, besonders Klangfarbe und Satzmelodie, Körpersprache und physiologische Phänomene, wie rot werden, blass werden und Schweißausbrüche.

Gespielte Gefühle werden meistens mit einer bestimmten Mimik vorgetragen. Doch ein Laie hat seine Gesichtsmuskulatur nicht völlig unter Kontrolle, so entstehen Assymmetrien im Gesichtsausdruck.

Nur wenn ein Mensch wirklich glücklich ist mit einer Entscheidung, einem Ergebnis und mit sich selbst, kann er sich mit entspanntem, fröhlichen Gesicht der Öffentlichkeit präsentieren. Dieses "wahre" Lächeln wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Neuroanatom Duchenne de Bologne "entdeckt" und ist nach ihm benannt.

Drückt man Gefühle aus, die man nicht wirklich empfindet und macht das konsequent genug, können sich die entsprechenden Gefühle real einstellen. Wenn man nicht so recht wie einem zumute ist, ist Lächeln und Frohsinn auf jeden Fall die bessere Alternative.

 

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