Das menschliche Gesicht ist schon sehr "alt": Seit dem Cro-Magnon-Menschen,
also seit 35.000 bis 40.000 Jahren hat es sich kaum verändert. Im
Vergleich dazu ist der Körper immens gewachsen.
Das Gesicht nimmt nur eine kleine Fläche unseres Körpers ein,
doch diese 300-400 cm2 haben es in sich: alle Sinnesorgane
befinden im Gesicht (die Haut natürlich auch auf dem Rest des Körpers),
wir nutzen das Gesicht zur Wahrnehmung und gleichzeitig als Ausdrucks-
und Kommunikationsmittel.
Es ist das markanteste Merkmal unserer Individualität, die wichtigste
Ausdrucksfläche unserer "Persönlichkeit", so etwas wie die Fassade
des Ichs oder die Bühne des Gehirns. Im Gesicht manifestieren sich
innere Zustände und Vorgänge.
Manche Menschen können ihre Gefühle kaum verbergen, deutlich
sind sie für die Mitmenschen sichtbar, je besser man sich kennt, um
so besser ist man in der Lage die Gefühle des Freundes oder Partners
im Gesicht abzulesen.
Andere haben ihren Gesichtsausdruck gut unter Kontrolle, doch
selbst deren Gesicht verrät mehr über Charakter und derzeitigen
Gemütszustand, das innere Wesen, als ihnen lieb ist.
Gleichzeitig ist das Gesicht ist die wichtigste Visitenkarte des Menschen,
zumindest was den wichtigen ersten Eindruck angeht. Kein Wunder, dass das
Aussehen des Gesichts für viele Menschen so wichtig ist. Es wird gepflegt,
geschmückt und oftmals wie eine Trophäe vor sich selbst her getragen.
Redewendungen wie "das Gesicht verlieren", "das Gesicht wahren" oder
"Gesichtsverlust" verdeutlichen welch prominente Rolle das Gesicht bei
der Selbstdarstellung und der gesellschaftlichen Wahrnehmung spielt.