Trotz zunehmender Erleichterungen für Existenzgründer
ist der Gründerboom bislang nicht so stark, wie Regierung und Wirtschaftsexperten
es gerne sähen.
1997, zum Beispiel, starteten 531.000 neue Unternehmen
in Deutschland, aber gleichzeitig meldeten 441.000 Unternehmen Insolvenz
an. Die Zahl der Gründerfirmen, die im ersten Jahr Insolvenz anmelden,
ist alarmierend. Diese erschreckende Bilanz sollte Anlass für jeden
Unternehmer in spe sein, die individuellen Voraussetzungen für eine
erfolgreiche Neugründung so detailliert und objektiv wie möglich
zu überprüfen. Mit einem "wir werden das schon schaukeln" kommt
man in den meisten Fällen nicht weit.
Der größte Teil dieser Pleiten hätte durch
realistischere Planung und bessere kaufmännische Ausbildung vermieden
werden können. Ein detaillierter
ist bei der
unerlässlich, dient er doch als Grundlage für jedes
und wird außerdem für Anträge auf staatliche Fördermaßnahmen
benötigt. Gleichzeitig ist der Businessplan ein ausgezeichnetes Kontrollinstrument:
Wenn Sie regelmäßig, - am besten monatlich-, die Sollzahlen
Ihres Businessplans mit den Ist-Zahlen vergleichen, werden Sie mit Sicherheit
keine unliebsamen Überraschungen erleben.
Die Geschäftsidee selbst muss gar nicht so
außergewöhnlich und exotisch sein, wie viele glauben. Viel wichtiger
ist die ganz konkrete Planung. Hauptbestandteil der Planung ist
der Businessplan. Der Businessplans besteht aus Lebenslauf und Referenzen
des Gründers, Beschreibung der Geschäftsidee, Markt- und Konkurrenzanalyse,
Investitionsbedarfsplan und Liquiditätsplanung.
Exakte Zahlen
und fundierte Prognosen sind schon ganz zu Beginn der Firmengründung
ein absolutes Muss.
Hauptursachen für das Scheitern vieler Gründer
sind
-
1. Finanzierungsmängel: 69 % - die
Unterschätzung des kurzfristigen Kapitalbedarfs und die Überschätzung
der Zahlungsmoral der Kunden spielen bei den meisten Pleiten eine ausschlaggebende
Rolle
-
2. Informationsdefizite: 61 %
-
3. Qualifikationsmängel: 50% - hier ist es in
den wenigsten Fällen mangelndes Fachwissen, sondern ein Defizit an
kaufmännischer Bildung und Erfahrung, das seinen Teil zum Bankrott
beiträgt.
-
4. Planungsmängel: 33 %
-
5. Familienprobleme: 30 %
-
6. Überschätzung der Betriebsleistung: 20
%
Deutschlands Existenzgründer bringen durchschnittlich
etwa 25 % Eigenkapital in die Gründung mit ein. Nach Angaben
der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) ist der typische Gründer
36 Jahre alt und verfügt über ein Startkapital von 35.000
Mark. Zur Zeit vollzieht sich ein Generationenwechsel in Deutschland: jeder
fünfte Gründer übernimmt ein Unternehmen, zumeist von den
Eltern. Besonders bei diesen Gründern besteht die Gefahr, daß
sie sich nicht ausreichend vorbereiten, weil sie das Geschäftsleben
oft schon von Kindheit an kennen, häufig aber nicht wissen, welche
Probleme und Risiken hinter dem gewohnten Tagesablauf auftreten können.
Wenn das erste Jahr überstanden
ist, kann es dennoch zu Einbrüchen kommen: Bedenken Sie, dass im zweiten
Gründerjahr die gesamte Steuerschuld beglichen werden
muss. Auch Ihre privaten und betrieblichen Versicherungen müssen in
die Finanzplanung mit einbezogen werden. Je ausgeklügelter Ihr Risikomanagement
- Konzept, desto besser können Sie Risiken minimieren oder
vermeiden. Ein weiterer Kostenfaktor, der bei der Planung oft vergessen
wird, ist die Altersvorsorge. Auch das dritte Jahr
birgt Gefahren: dann beginnt in der Regel die Rückzahlung der
zinsgünstigen Förderkredite.
Um die Risiken bei der Gründung und während
der ersten Jahre zu minimieren, sollte man sich an einem genau festgelegten
Plan orientieren, was natürlich nicht heißen soll, daß
man auf Marktveränderungen nicht flexibel reagieren sollte.
Lesen Sie im
der infoquelle, auf welche Fragen es in der jeweiligen Gründungsphase
ankommt.