Diese Form der Unternehmensorganisation
bietet dem Franchisegeber die Möglichkeit mit geringerem Kapital-
und Personalaufwand zu expandieren. Natürlich gibt er einen Großteil
der Verantwortung an den Franchisenehmer, den eigentlichen Gründer,
doch noch immer ist es seine Geschäftsidee, die unter seinem Namen
verkauft wird. Ein seriöses Franchise-Unternehmen muss zunächst
sehr viel Geld in die Entwicklung und Kontrolle der Geschäftsidee,
sowie deren Optimierung investieren, damit diese sich in der Praxis bewährt.
Nachdem die Umsetzung der Geschäftsidee
resalisiert ist, gilt es den Franchisenehmern dieses wichtige Spezialwissen
in Gesprächen und/oder Schulungen zu vermitteln. Um mit der wirtschaftlichen
Entwicklung mithalten und auf Marktveränderungen reagieren zu können,
sollten Franchisegeber ihren Franchisenehmern mindestens ein mal jährlich
die Möglichkeit geben, sich in Kursen und Schulungen das akutualisierte
Der Gewinner des Franchise-Geber-Preises
1999, die Reisebüro-Franchise-Kette Uniglobe Travel GmbH aus Traunstein,
wurde besonders im Hinblick auf "den vorbildlichen Umgang mit Partnern
- etwa das Angebot von 120 Schulungstagen pro Jahr..." ausgezeichnet. So
können Innovationen und die Weiterentwicklung des Systems vorangetrieben
werden.
Neuerungen und Entwicklungen sollten zusammen
mit dem Unternehmenskonzept und allen relevanten Daten, die in einen
gehören, im Franchise-Handbuch detailliert und klar verständlich
dargelegt werden. In das Franchise-Handbuch gehören nicht nur die
Daten des Franchisegebers selbst, sondern natürlich auch Geschäftsberichte
von mehreren Franchisenehmern, mit Kontaktadressen, denn als zukünftiger
Franchisenehmer sollten Sie sich auf jeden Fall auch persönlich informieren,
wie das unten angeführte Beispiel verdeutlicht.
Es kein Franchise-Handbuch vorhanden, der
Franchisegeber will oder kann keine Referenzen vorweisen, das Franchise-System
ist brandneu und nicht in mindestens zwei Pilotprojekten gestestet, oder
der Franchisegeber setzt Sie unter (Zeit)druck, all dies sind triftige
Gründe, auch jeder für sich alleine genommen, sich auf keinen
Fall mit dem betreffenden Franchisegeber auf eine Geschäftspartnerschaft
einzulassen.
Ausserdem sollte Franchisegeber eine individuelle
Standortanalyse mitliefern, schliesslich sollte ihm daran gelegen
sein, dass ein "Ableger" seines Unternehmens, mit seinem (Marken)Namen,
erfolgreich ist und kein schlechtes Licht auf das Image, die corporate
identity der Firma wirft.
Für den Franchisenehmer gilt: Egal
wie angesehen und bekannt der zukünftige "grosse" Partner auch sein
mag, wie immer im Geschäftsleben sollten Sie sich niemals auf nur
eine Informationsquelle verlassen. Hinterfragen Sie das Konzept, kontrollieren
Sie die Daten, soweit dies möglich ist. Nehmen Sie Kontakt auf zu
anderen Gründern des selben Franchise-Unternehmes auf, informieren
Sie sich vor Ihrer Entscheidung aus erster Hand, dann wird Ihnen auch nicht
ein Schicksal widerfahren, wie der jungen Frau aus Erfurt, deren Fall am
26.01.2000 in der ZDF-Sendung "mit mir nicht" geschildert wurde.
Die Jung-Unternehmerin hatte einen Waschsalon
in Erfurt eröffnet. Von den 535.000 Mark der Gründungskosten
brachte sie 64.000 Mark als Eigenkapital ein, über den Rest der Summe
nahm sie einen Kredit bei einer Bank auf, die eng mit "schnell und sauber"
zusammenarbeitet. Ausschlaggebend für die Gründung waren Geschäftsberichte
anderer Gründer des Unternehmens "schnell und sauber", einem Waschsalon
Franchise-System, verlockende Umsatzprognosen und eine positive Standortanalyse.
Doch die Zahlen der Berichte waren "frisiert",
die Standortanalyse war fehlerhaft: die ersten Monate brachten noch nicht
einmal die Hälfte der prognostizierten Umsätze und reichten gerade
aus, um die Betriebskosten zu decken. Für Zins und Tilgung sowie erste
Reparaturen werden schon bald die ersten 150.000 Mark fällig, doch
die enttäuschte Gründerin lässt sich das nicht gefallen
und klagt gegen "schnell und sauber". Mittlerweile kennt sie 45 Franchisenehmer
des Unternehmens, von denen kaum einer 50 % des versprochenen Umsatzes
erreicht. Zwei Klagen gegen "schnell und sauber" laufen diesbezüglich
bereits vor Gericht.
Sie sehen, wie überall, gibt es natürlich
auch hier schwarze Schafe, doch das sollte potentielle Franchisenehmer
nicht von ihrem Vorhaben abbringen, sie sollten nur gründlich prüfen,
bevor sie sich entscheiden.
In den USA waren es nicht zuletzt die Franchise-Unternehmen,
die ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Aufschwung waren. Dort
haben Franchisenehmer bessere Kontrollmöglichkeiten als in Deutschland.
In Geschäftsberichten und Franchise-Handbüchern findet man alle
nötigen Geschäftsdaten, klar und übersichtlich, ohne dunkle
Löcher in der Gewinn- und Verlustrechnung.