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Wege zum eigenen Unternehmen: Unternehmensnachfolge

[Brüser]     Grundsätzlich kann man zwischen drei sehr unterschiedlichen Alternativen als Wege in die Selbständigkeit wählen:

  • die Neugründung eines Unternehmens (alleine oder mit Partnern)
  • der Einstieg in ein Franchise-System
  • die Beteiligung an einem Betrieb bzw. die Übernahme eines Unternehmens
Um selbständig zu werden, muß man durchaus nicht immer ein völlig neues Unternehmen gründen. Gerade der Kauf eines Betriebes, dessen Inhaber selbst keinen Nachfolger hat, ist eine überaus interessante Möglichkeit:

Fast 700.000 westdeutsche Unternehmen stehen derzeit zur Disposition, denn die Gründergeneration der Nachkriegszeit ist in die Jahre gekommen. Die meisten dieser Unternehmer sind heute um die 60 Jahre alt, haben nur zu einem geringen Anteil einen Nachfolger in der eigenen Familie und möchten sich in den nächsten Jahren zur Ruhe setzen.

Besonders betroffen ist das Handwerk, wo in den kommenden fünf Jahren alleine in rund 200.000 Betrieben ein Generationswechsel ansteht.

Die Deutsche Ausgleichsbank schätzt, dass bei einem Viertel der Betriebe nach dem heutigen Stand die Suche nach einem geeigneten Nachfolger erfolglos bleiben wird - hierbei ist allerdings als Erklärung anzumerken, dass eine Vielzahl von Betrieben einem Nachfolger einfach keine wirtschaftlich tragfähige Existenzbasis bieten kann !

Die Übernahme eines Betriebes wird nun in einigen Publikationen als besonders risikoarme und einfache Art der Existenzgründung angesehen. Das Konzept scheint erprobt, die Kunden sind vorhanden, das Personal weiß, was es zu tun hat.

Die Wahrheit ist: Eine Übernahme ist oft viel schwieriger als eine Neugründung. Überdurchschnittlich viele Insolvenzen treten nach Betriebsübernahmen auf !

Mittelständische Unternehmen sind in der Regel durch ihre Besitzer geprägt. Wechselt dieser, ändert sich (fast) alles im und um den Betrieb. Oft gehen gute Kunden-Kontakte des Seniors verloren, neue müssen erst aufgebaut werden.

Häufig muß auch das Konzept, das Geschäftsfeld des Unternehmens ganz neu bestimmt werden. Dafür wiederum sind nicht selten Entwicklungsleistungen und / oder Investitionen erforderlich, um neue Produkte zu schaffen oder "eingefahrene" Produkte oder deren Herstellung auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.

Trotzdem gilt: Eine gründlich geprüfte und durchgeplante Übernahme eines bestehenden Betriebes hat gegenüber einem Start-up "von Null" an wesentliche Vorteile. Und praktisch alle denkbaren Risiken und Fehler einer derartigen Transaktion lassen sich bei einer professionellen Vorbereitung ausschließen bzw. verhindern.

Dies ist absolut vergleichbar mit den echten Neugründungen - schlecht vorbereitet, mangelhaft geplant und gestartet mit einem Defizit an Know-How ist man auch dann oft rasch zum Scheitern verurteilt.

 

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