Grundsätzlich gilt auch hier das gleiche, wie bei einer Neugründung:
Lassen Sie sich Zeit für eine gründliche und ausführliche
Planung,
Prüfung
und Vorbereitung. Vergessen Sie alle Projekte, bei denen versucht
wird, Sie zeitlich unter Druck zu setzen !
Die Umsetzung einer Unternehmensnachfolge kann durchaus -incl.
der Zeit, die der Nachfolger selbst für die Sicherstellung seiner
Finanzierung (unter Einbeziehung öfftl. Förderprogramme) braucht-
sechs Monate dauern. Gehen Sie systematisch vor:
1. Sind Sie persönlich für eine Unternehmensnachfolge
geeignet, sind Sie dazu bereit ?
Wie jeder Existenzgründer sollte auch ein potentieller Nachfolger
genau überprüfen, ob er über eine Unternehmerpersönlichkeit
und die nötigen persönlichen Eigenschaften verfügt. Dazu
gehören beispielsweise unternehmerisches und fachliches Know-How,
körperliche Fitness, Ausdauer und ein starker Wille.
Mehr noch als ein Neugründer muß ein Nachfolger allerdings
über ausgeprägte kommunikative und soziale Fähigkeiten
verfügen. Denn an einer Unternehmensnachfolge sind gleich eine ganze
Reihe von Personen beteiligt – der Nachfolger selbst, der abgebende
Unternehmer (der sich oft gar nicht leicht damit tut, wirklich "loszulassen")
und schließlich noch das Personal (das in einer solchen Phase
oft sehr angespannt und unsicher über die künftige Situation
ist und erst einmal vom "neuen Chef" überzeugt werden will).
Dazu kommen natürlich noch Kunden und Lieferanten,
zu denen Kontakte geschaffen werden müssen. Hier werden viele
Situationen entstehen, bei denen kein Fach-Know-How gefragt ist, sondern
statt dessen eine gehörige Portion Menschlichkeit.
2. Die Suche nach einem geeigneten Unternehmen
Sowohl die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern,
bundesweite Gemeinschaftsinitiativen wie "change-online", ausserdem
das Arbeitsamt und einige Berufsvereinigungen bieten Unternehmens-Börsen
mit Angeboten von Unternehmern und Nachfragen von interessierten Nachfolgern.
Sowohl die Daten der abzugebenden Unternehmen als auch der interessierten
Nachfolger werden dabei erfaßt, um möglichst zueinander passende
Interessenten
zu vermitteln. Auf Grundlage der anonym gehaltenen Daten werden
- je nach Börse - Anzeigen in den jeweiligen Fachpublikationen
bzw. im Internet veröffentlicht.
Aufgepasst: Auch die Kammern übernehmen die "Anzeigen" ohne
intensive Überprüfung in diese Börsen. Auch wenn ein
Interessent also auf Anfrage hin Angebote von der IHK oder Handwerkskammer
zugeschickt bekommt, bedeutet das keine Garantie für Seriosität!
Aus der Praxis heraus sei ausdrücklich darauf hingewiesen,
bei Zeitungs-Anzeigen (Tagespresse usw.) mit besonders "verlockenden" Angeboten
zum Kauf von Unternehmen ganz besonders vorsichtig zu sein.